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Kommission Wissenschaftspolitik

Wenn es um Nachhaltige Entwicklung geht, wurde in bisherigen Diskussionen die Bedeutung des Wissenschaftssystems deutlich unterschätzt. Dabei bestimmen das Wissenschaftssystem und seine Ergebnisse zukünftige Entwicklungen und haben erheblichen Einfluss darauf, wie und unter welchen Bedingungen Wissen über Umwelt und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft geschaffen wird. Wissenschaftliche Erkenntnisse über Problemlagen und Handlungsoptionen sind entscheidende Voraussetzung einer wirksamen Politik für Nachhaltige Entwicklung.

2012 hat der BUND dieses in einem Diskussionspapier thematisiert und eine "Nachhaltigkeitsmilliarde" gefordert. Als weiterer Schritt wurde die Kommission Wissenschaftspolitik im Wissenschaftlichen Beirat eingerichtet.

Die Kommission hat eine Querschnittsfunktion über alle Fachgebiete und Arbeitskreise des BUND hinweg. Ihre Aufgabe ist es, das Wissenschaftssystem kritisch zu analysieren und Weichenstellungen aufzuzeigen, die für oder gegen eine zukunftsfähige Entwicklung vorgenommen werden. Sie befasst sich aber auch mit der Ausbildung des akademischen Nachwuchses, den Studienangeboten und Curricula deutscher Hochschulen.

Aufwertung sozialwissenschaftlicher Forschung

Die Schwerpunkte der Wissenschaftspolitik liegen heute eindeutig auf naturwissenschaftlich-ingenieurstechnischen Fragestellungen. Diese können im Hinblick auf eine Öko-Effizienz-Revolution zwar wichtig sein, es geht aber auch um die Entwicklung einer konsistenten und effizienten Gesellschaft und um soziale Innovationen. Es gilt die sozialwissenschaftliche Forschung aufzuwerten und auf die neuen Erfordernisse auszurichten.

Mitwirkung ohne Verlust der Unabhängigkeit

Die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftssystems für Nachhaltige Entwicklung wird zudem dadurch eingeschränkt, dass die Rahmenbedingungen wenig förderlich sowohl für interdisziplinäre als auch für transdisziplinäre Forschung sind. Da Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung im Kern partizipativ angelegt sein muss, erfordert dies neben Mitwirkungsmöglichkeiten auch den Aufbau von Fachkompetenz (Capacity Building) in ZGO wie dem BUND. Rein ehrenamtlich wird dies kaum möglich sein. Es sind daher geeignete Formen der Mitwirkung zu definieren, ohne die Unabhängigkeit aufs Spiel zu setzen. Die zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende ist eine erster Schritt in diese Richtung.

Förderung einer unabhängigen und kritischen Analyse

Die strategische Ausrichtung der Hochschulen erfolgt in den Hochschulräten (Aufsichts­räten). Deren externe Mitglieder sind heute fast ausschließlich Unternehmensvertre­ter*innen, deren Kompetenz Nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähige Gesellschaft nicht abdeckt. Die Kommission soll die Mitwirkung breiterer Stakeholder-Gruppen einfordern und unterstützen. Die Kommission setzt sich für eine angemessene Ressourcenausstattung der Hochschulen (Finanzmittel, Personal) ein, die Voraussetzung ist für Unabhängigkeit und kritische Analyse.

Etablierung der Wissenschaftspolitik als Schlüsselthema

Die Kommission hat auch die Aufgabe, innerverbandlich daran mitzuwirken, dass Wissenschaftspolitik auf allen Ebenen als Schlüsselthema erkannt wird, da hier Weichenstellungen für die politische und fachliche BUND-Arbeit in allen Themenfeldern erfolgen.

Sprecher*innen

Rudi Kurz, Jens Pape, Katharina Ebinger

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