Goldregenpfeifer

Goldregenpfeifer in Deutschland

Der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) ist ein Zugvogel, der zu den Watvögeln gehört. Die Ankunft der Goldregenpfeifer gilt in Island als „Wiederkehr des Frühlings“, in Deutschland sind die großen Schwärme zwischen Herbst und Frühling zu erleben.

Goldregenpfeifer; Foto: Wolfgang Willner / BUND Goldregenpfeifer  (Wolfgang Willner / BUND)

Als Durchzügler und Wintergast tritt der Goldregenpfeifer in großen Schwärmen im Bereich der Nord- und Ostseeküste und im Binnenland auf. Von Ende Februar bis Anfang Mai und im Herbst in den Monaten September und Oktober erreichen die Rastzahlen ihr Maximum. Der Goldregenpfeifer bevorzugt kurzrasige Weideflächen und abgeerntete Agrarflächen.

Goldregenpfeifer steht unter strengem Naturschutz 

Bei uns steht der Goldregenpfeifer als Brutvogel unter strengstem Naturschutz. Seit 2015 hat kein einziges Paar mehr bei uns gebrütet. Die Vögel haben von März bis Juli in weiten Moorlandschaften, auf offenen Bergwiesen und in Heidegebieten auch in Deutschland gebrütet. Heute ist der Goldregenpfeifer als Brutvogel noch auf Island, in Großbritannien und am Rande der arktischen Tundra zu finden. Gründe für den Rückgang bei uns sind die Melioration, Entwässerung und Grundwasserabsenkung, sowie industrieller Torfabbau und die Aufforstung von Mooren.

Aussehen des Goldregenpfeifers

Goldregenpfeifer Im Sommer und Frühherbst ist der Goldregenpfeifer durch den schwarzen Bauch und die schwarze Kehle, die von einem weißen Streifen eingerahmt sind, unverwechselbar.  (Bild: Jagadeesh s/Pixabay)

Goldregenpfeifer sind eher plump wirkende Watvögel, mit rundem Kopf und großen Augen. Ein Goldregenpfeifer wird bis knapp 30 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite bis zu 76 Zentimeter. Charakteristisch ist sein in allen Kleidern golden-braun gefleckter Rücken. Beim Männchen ist er im Balzkleid eher golden, schwarz und weiß gepunktet. Vor allem im Sommer und Frühherbst ist es durch den schwarzen Bauch und die schwarze Kehle, die von einem weißen Streifen eingerahmt sind, unverwechselbar. Bei den Weibchen ist dies nicht so kontrastreich. Im winterlichen Schlichtkleid ist eine Verwechselung mit dem häufigeren Kiebitzregenpfeifer möglich. Der Goldregenpfeifer hat allerdings einen schlankeren Schnabel und keine schwarzen, sondern weiße Achselfedern, die beim Auffliegen gut sichtbar sind.

So klingt der Goldregenpfeifer

Der Ruf des Goldregenpfeifers ist ein weicher, gedehnter Flötenruf, der als „plüüü“ beschrieben wird und häufig von den Vögeln in Trupps zu hören ist. In größerer Erregung werden die Rufe schneller und melodischer, oft begleitet von charakteristischen Flugmanövern und Trillern, die der Revierabgrenzung und Kommunikation dienen.

Hauptverbreitungsgebiet des Goldregenpfeifers

Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Nordeuropa. Im Winter ziehen die Vögel vor allem an die Küsten und Flussmündungen, um in West- und Südeuropa zu überwintern. Das Wattenmeer der Nordsee gehört dabei zu den wichtigen Rastplätzen. Zum Herbstzug werden im Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Küste bis zu 43.000 Vögel gezählt. Weitere wichtige Rastplätze in Deutschland sind beispielsweise das Niedermoorgebiet des Drömling, der Greifswalder Bodden, Fehmarn, das Oderbruch und das Rheiderland. Die Vögel rasten in dichten Trupps und sind dabei häufig zusammen mit Kiebitzen zu beobachten.

Nahrung des Goldregenpfeifers 

Zum Nahrungserwerb stochern die Vögel im Watt nach Schnecken und Würmern, die manchmal auch durch auf der Stelle trippeln hervorgelockt werden. Auf anderen Flächen suchen sie auch Sämereien und Insekten.

Das macht der BUND für Zugvögel

Der BUND setzt sich im Haupt- und Ehrenamt für den Erhalt und Schutz der Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete vieler (Zug)Vögel ein – um zur Artenvielfalt an unseren Küsten beizutragen. Der Anteil an geschützten Feuchtgebieten sollte deutlich erweitert werden, beispielsweise durch Entfernung bestehender Drainagesysteme, Wiedervernässung von Mooren und Renaturierung von Flussauen. Dies gilt besonders in der Nähe von Salzwiesen, um durch eine Vernetzung der Biotope auch dem Goldregenpfeifer Bruträume anbieten zu können.

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