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Erfolge im Kampf gegen Mikroplastik und andere Kunststoffe

Der Kampf des BUND gegen Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetika zeigt ungebrochenes Interesse in der Bevölkerung. Und auch die ersten Hersteller haben reagiert: Microbeads aus dem Kunststoff Polyethylen (PE) sind aus vielen Kosmetikprodukten verschwunden bzw. durch natürliche Alternativen ersetzt worden. Dies zeigt: Unser Protest wirkt!

Immer mehr wollen aussteigen

Unsere Kampagne gegen Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetika zeigt ungebrochenes Interesse in der Bevölkerung: Die Liste mit kunststoffhaltigen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten wurde weit mehr als 200.000 mal heruntergeladen und auch nach drei Jahren gehen beim BUND Tag für Tag E-Mails mit neuen Produkten und Fragen zu den Umweltauswirkungen synthetischer Polymere ein. Dies spiegelt den Wunsch von Konsument*innen nach kunststofffreien Produkten wider.

Neben Konsument*innen kontaktierten uns in den letzten Jahren auch Hersteller mit der Ankündigung, aus Mikroplastik auszusteigen. Diese Ankündigung hat uns sehr gefreut und erschien vielversprechend – nur leider hat sich gezeigt, dass Hersteller ihrem Versprechen nicht nachgekommen sind oder ihr Versprechen nur auf sog. "Microbeads" aus Polyethylen (PE) bezogen haben.

Erklärung: Mikroplastik und andere Kunststoffe

Die Hersteller meinen, nur feste und unlösliche Kunststoffpartikel seien umweltschädlich. Dieser Standpunkt deckt sich nicht mit dem des BUND: Mikroplastik sind alle festen, unlöslichen und partikulären synthetischen Polymere, die kleiner als fünf Millimeter und nicht biologisch abbaubar sind.

Jedoch gelten auch andere synthetische Polymere, die in gelöster oder flüssiger Form im Produkt vorliegen, als schwer bis nicht biologisch abbaubar. Dennoch wurden viele Produkte von den Herstellern nur hinsichtlich Polyethylen (PE), welches als Peeling-Partikel dient, überarbeitet. Der Markt ist jedoch weiterhin voll mit Produkten, die andere synthetische Kunststoffe enthalten. Diese werden als Füllmittel, Filmbildner und Viskositätsregulatoren eingesetzt – wie zum Beispiel das Acrylate Copolymer.

Aufgrund der breiten Größenspanne und der unterschiedlichen Formmassen der eingesetzten Kunststoffe in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie, schließt die Definition des BUND alle synthetischen Polymere ein, die kleiner als fünf Millimeter sind. Da nicht alle Umweltauswirkungen bekannt sind und ein nachträgliches Entfernen aus der Umwelt nicht möglich ist, muss gemäß dem Vorsorgeprinzip verhindert werden, dass Kunststoffe jeglicher Größe und Form in die Umwelt gelangen. 

Deswegen werden Produkte, die kein PE und PP, jedoch andere synthetische Kunststoffe enthalten, weiterhin in dem Einkaufsratgeber des BUND aufgeführt.

Zahnpasta ohne Mikroplastik

Zahnbürste mit Zahnpasta, Foto: Markus Mainka / fotolia.com Zahnbürste mit Zahnpasta  (Markus Mainka / Fotolia.com)

Ende 2014 konnte der BUND eine ganze Kategorie aus seinem Mikroplastik-Einkaufsratgeber löschen: Zahnpasta war in Deutschland mikroplastikfrei, denn die Zahnpastaindustrie hatte auf den Protest reagiert.

Allerdings ist seit Dezember 2017 wieder ein Produkt im Handel, das noch Mikroplastik enthält: Beovita Parodont Zahnfleischpflege-Gel. Außerdem sind momentan zwei Haftcremes der Marke "Kukident" bekannt, die Polyethylen (PE) enthalten. 

Dass nach drei Jahren Pause wieder Zahnpflegeprodukte, die Polyethylen (PE) enthalten, auf dem Markt sind, bestärkt den BUND darin, ein Verbot sämtlicher synthetischer Polymere in Kosmetikprodukten zu fordern. Auf freiwillige Vereinbarungen sollten wir uns nicht verlassen. 

Unternehmen, die auf Mikroplastik verzichten woll(t)en – und was daraus wurde

Hier finden Sie die Versprechen von Unternehmen, die diese gegenüber dem BUND im Jahr 2014 abgaben – und was daraus wurde.

(Stand: August 2018)

Beiersdorf

Versprechen von 2014: "Wir denken, dass wir zum Schutz der Umwelt beitragen können, indem wir eine Alternative zu Kunststoffpartikeln in unseren Hautpflegeprodukten finden. Deshalb hat sich Beiersdorf präventiv entschieden, in Zukunft keine Polyethylen-Partikel in Pflegeprodukten mehr einzusetzen. Aktuell verändern wir unsere Formeln entsprechend und werden bis Ende 2015 die Polyethylen-Partikel in allen relevanten Produkten ersetzen." Zu Beiersdorf gehören unter anderem die Marken Nivea, Eucerin und Florena.

Stand August 2018: Das Versprechen auf Polyethylen-Partikel zu verzichten hat Beiersdorf eingehalten. Jedoch befinden sich zurzeit noch 75 Beiersdorf-Produkte in unserem Einkaufsratgeber, die andere synthetische Polymere enthalten. 

Body Shop

Versprechen von 2014: "Als Teil unseres Engagements zur Rettung unseres Planeten beizutragen, werden wir in all unseren Produkten bis 2015 auf Microbeads verzichten“ (As part of our commitment to help save the planet, we’ll be phasing out microbeads from all of our products by 2015, April 2013)." 

Stand August 2018: Im Einkaufsratgeber sind noch 19 Produkte von The Body Shop vorhanden, die synthetische Polymere enthalten, drei davon Polyethylen. 

Colgate Palmolive

Versprechen von 2014: Der Konzern "Colgate Palmolive" hat den Auszug bereits vollzogen. "Wir verstehen das Anliegen und haben daher bereits in 2012 entschieden, nicht länger Mikroplastik zu verwenden und so bald wie möglich alternative Inhaltstoffe für unsere Produkte zu finden." Zu Colgate Palmolive gehören unter anderem die Marken Colgate, Dentamark und Palmolive.

Stand August 2018: Nach aktuellem Kenntnisstand des BUND befinden sich in Produkten von Colgate Palmolive keine festen, unlöslichen Mikroplastikpartikel mehr. Jedoch sind noch zehn Produkte im Einkaufsratgeber vorhanden, die andere synthetische Polymere enthalten. 

dm

Stand 2014: Die dm-Drogeriemarkt-Kette hat Anfang 2014 in ihren Eigenprodukten Mikroplastikkügelchen durch Alternativen ersetzt. dm verwendet aber noch flüssigen Kunststoff in einigen seiner Produkte. 

Stand August 2018: Dem BUND sind tatsächlich keine Eigenprodukte von dm mehr bekannt, die noch Mikroplastikkügelchen enthalten. Jedoch sind im Einkaufsratgeber insgesamt 38 Eigenprodukte von dm gelistet, die andere synthetische Polymere enthalten. 

Dr. Liebe

Versprechen von 2014: Der Zahnpastenhersteller verkündete im September 2014: "Seit September diesen Jahres ist nun die neue Pearls & Dents in ihrer verbesserten Formulierung auf dem Markt: mikroplastik-frei, (...)."

Stand August 2018: Die Zahnpasta Pearls & Dents ist noch immer frei von Mikroplastik. 

Johnson & Johnson

Versprechen von 2014: "At the Johnson & Johnson Family of Consumer Companies, we are phasing out and will eliminate the use of polyethylene microbeads in our personal care products by the end of 2017. We have stopped developing new products containing polyethylene microbeads and have been conducting environmental safety assessments of other alternatives. (...) Our goal is to complete the first phase of reformulations by the end of 2015, which represents about half our products sold that contain microbeads." Zu Johnson & Johnson gehört zum Beispiel die Marke "Penaten". 

Stand August 2018: Dem BUND sind keine Produkte der Firma Johnson & Johnson mit Microbeads aus Polyethylen bekannt. Jedoch befinden sich noch 20 Produkte mit anderen synthetischen Polymeren im Einkaufsratgeber

L’Oréal

Versprechen von 2014: "L’Oréal is strongly committed to improve its environmental impact and has decided to no longer use microbeads of polyethylene in its scrubs by 2017. (...) The phasing out will be first achieved for Biotherm (2014) and The Body Shop (2015) before being extended to all the Group’s portfolio in 2017."

Stand August 2018: Im Einkaufsratgeber sind noch 16 Produkte von L’Oréal vorhanden, die synthetische Polymere enthalten, drei davon Polyethylen. 

P&G

Versprechen von 2014: P&G haben angekündigt, dass alle Produkte ab dem Jahr 2017 frei von Mikrokunststoffteilchen sein werden. Markenartikel von P&G sind weit verbreitet. Dazu gehören Oil of Olaz, blend-a-med und Herbal Essences. 

Stand August 2018: Dem BUND sind keine Produkte von P&G bekannt, die noch Mikroplastikteilchen enthalten. Zurzeit ist noch ein Produkt des Herstellers im Einkaufsratgeber gelistet, das den flüssigen Kunststoff Acrylates Crosspolymer enthält. 

Rossmann

Versprechen von 2014: "Die Firma Dirk Rossmann GmbH ist sich der Problematik von Mikroplastik in Kosmetikprodukten und seiner Auswirkung auf die Umwelt bewusst. Das Unternehmen hat sich daher entschlossen, künftig auf Peelingkörper ausschließlich natürlichen Ursprungs zu setzen und so die Umwelt nicht weiter zu beeinträchtigen. Das Ziel ist es, die betroffenen Artikel bis Ende 2014 zu optimieren. Bei neuen Produkten werden nur noch Peelingkörper natürlichen Ursprungs verwendet." Das beinhaltet insgesamt neun Produkte (die Marken Rival de Loop, Isana und Synergen), die noch Polyethylen enthalten.

Stand August 2018: Dem BUND sind keine Rossmann-Produkte bekannt, die noch Polyethylen enthalten. Jedoch sind insgesamt 18 Rossmann-Produkte im Einkaufsratgeber gelistet, die andere synthetische Polymere enthalten. 

Unilever

Versprechen von 2014: "Unilever hat beschlossen, die Verwendung von Plastik Peeling-Perlen in Pflege-Produkten einzustellen. (...) Wir denken, dass dieser Prozess bis 2015 abgeschlossen sein wird." ("Unilever has decided to phase out plastic scrub beads from personal care products").

Stand August 2018: Insgesamt sind noch 38 Produkte von Unilever im Einkaufsratgeber gelistet, die synthetische Polymere enthalten, zwei davon Polyethylen.

Yves Rocher

Vom BUND verfremdete Anzeige von Yves Rocher Vom BUND verfremdete Anzeige

Stand 2014: Yves Rocher wirbt mit dem Slogan "Die Nr. 1 in Pflanzen-Kosmetik". Unsere Aufforderung, kein Mikroplastik mehr in den Produkten zu verwenden, hatte Yves Rocher zunächst ignoriert. Nachdem mehr als 20.000 Menschen sich an Yves Rocher gewendet haben, lenkte Yves Rocher ein.

Yves Rocher hat angekündigt, in Zukunft auf Polyethylen in seinen Produkten zu verzichten. Das Unternehmen werde "mit Beginn des Jahres 2015 nur noch Produkte auf Basis natürlicher Peelingpartikel auf den Markt bringen. Produkte, die heute noch Mikroplastik in fester Form enthalten, werden wir ab März vom deutschen, dem österreichischen und dem Schweizer Markt nehmen. (...) Ab 2016 werden diese Produkte weltweit durch überarbeitete Produktformeln, die ausschließlich 100% natürliche Peelingpartikel enthalten, ersetzt."

Weiterhin bleibt aber offen, wie Yves Rocher mit solchen Kunststoffen in seinen Produkten verfährt, die in flüssiger Form verwendet werden. Der BUND wird bei diesem Thema weiter dran bleiben.

Stand August 2018: Im Einkaufsratgeber sind zehn Produkte von Yves Rocher gelistet, die synthetische Polymere enthalten, eines davon Polyethylen. 

Leitart des Monats: der Meersalat

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Nadja Ziebarth

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