Wie Streusalz unsere Bäume schädigt

06. Februar 2026 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Mobilität, Nachhaltigkeit

Schnee, Eisregen, Temperaturen unter Null – in vielen Regionen Deutschlands herrschte wochenlang Winterwetter. In vielen Städten und Kommunen kam deswegen vermehrt Streusalz zum Einsatz. Mit verheerenden Folgen für unsere Bäume.

Ahornblätter mit rostroten Blatträndern Ahornblätter mit rostroten Blatträndern: Typischer Schaden durch Streusalz.  (Bild: BUND Berlin)

Das Streusalz löst sich im Schmelzwasser, versickert im Boden und reichert sich dort über Jahre an. Besonders bei Stadtbäumen, die in kleinen Baumscheiben wachsen, gelangt das Salz direkt in den Wurzelraum. Das Streusalz (Natriumchlorid) verdichtet die Bodenstruktur und verändert den ohnehin geringen Nährstoffgehalt von Straßenstandorten noch zum Negativen. Außerhalb der Siedlungen sind auch Alleebäume davon betroffen.

Schäden an Wurzeln, Rinde und Blättern

Die hohe Salzkonzentration schädigt die Feinwurzeln, über die Bäume Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Gleichzeitig kann Salz die Rinde verätzen. Sichtbare Schäden treten häufig erst im Frühjahr auf: fingerbreite, rostrote Blattränder. 

Trockenes Frühjahr verschärft Streusalzwirkung

Im Frühjahr brauchen Bäume sehr viel Wasser, da sie im Herbst Blätter in den Knospen angelegt haben, um sie im Frühjahr auszutreiben. Ist es im Frühjahr sehr trocken, so wie es in den letzten Jahren häufig war, nehmen die Bäume viel von dem Salz aus dem Boden auf. Gleichzeitig kann der Baum weniger Wasser aufnehmen, weil das Salz auch die Wasseraufnahme verschlechtert. So entstehen irreversible Schäden an den Bäumen. Nährstoff- und Wassermangel macht die Bäume wiederum anfällig für Infektionen und Pilze und Bakterien. Besonders empfindlich darauf reagieren Linde, Ahorn und Rosskastanie, doch auch weniger salzempfindliche Baumarten wie Eichen und Feldahorn werden vom Salz geschädigt und können absterben.

Schwierige Bedingungen für Stadtbäume 

Stadtbäume wachsen unter extremen Bedingungen: wenig Wurzelraum, Kabelschächte im Boden und im Sommer zusätzliche Hitze durch Häuser, die Wärme abgeben. 

Was Kommunen tun können

Um Salzeinträge abzumildern, reicht einfaches Ausspülen mit viel Gießen nicht aus: Dafür wären große Wassermengen nötig, die zugleich wichtige Nährstoffe aus dem Boden schwemmen. Sinnvoller ist es, Straßenbäume gezielt vor dem Laubaustrieb im Frühjahr zu gießen und zu düngen. So nehmen die Bäume nicht ausschließlich Natriumchlorid auf und bekommen einen guten Start in ihr neues Jahr. Idealerweise passiert das jedes Jahr, nicht nur nach einem Winter mit viel Streusalz. Generell muss die Nutzung von Streusalz so weit möglich reduziert werden. 

Winterdienst besser aufstellen

Langfristig braucht es einen Winterdienst, der Verkehrssicherheit gewährleistet, ohne Stadt- und Straßenbäume zu schädigen. Gerade im Sommer profitieren wir von gesunden Bäumen, die Schatten spenden und Hitze abmildern. Auch wenn sie aufwändiger ist: Die klassische Schnee- und Eisbeseitigung mit Schaufel, Besen und Eiskratzer wirkt zuverlässig gegen Glätte und schont Bäume, Böden und Tierpfoten.

Gurkenwasser und Ameisensäure keine Alternativen 

Vermeintliche Alternativen zu Tausalzen wie Ameisensäure oder Gurkenwasser sind leider auch nur bedingt umweltfreundlich. Ameisensäure ist zwar biologisch abbaubar, verbraucht beim Abbau aber sehr viel Sauerstoff in den Gewässern, der dann den Wasserlebewesen fehlt. In der Folge können die Gewässer umkippen. Gurkenwasser wird oft als nachhaltige Alternative angepriesen, wirkt aber auch nur über das darin gelöste Kochsalz, das sich dann auch über die Jahre im Boden ansammelt.  

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