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Tricksen, tarnen und in Russland verscharren

23. Oktober 2019 | Atomkraft

Gestern wurde bekannt, dass die Exporte von Uran-Hexafluorid aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau nach Russland wiederaufgenommen wurden. Sie waren vor zehn Jahren aufgrund des gesellschaftlichen Drucks eingestellt worden. Der BUND fordert den sofortigen Stopp dieser Uran-Transporte nach Russland!

Aus der Urananreicherungsanlage in Gronau wird wieder Uran nach Russland exportiert.  (Dirk Jansen / BUND NRW)

Die Urananreicherungsanlage in Gronau wird von der Firma Urenco betrieben, die zu je einem Drittel Großbritannien, den Niederlanden sowie RWE und Eon gehört.

Von Mai bis September 2019 seien monatlich etwa 600 Tonnen Uran-Hexafluorid von Gronau nach Russland gebracht worden, berichtet die Taz unter Berufung auf die Antwort des Bundesumweltministeriums auf zwei kleine Anfragen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Laut dem Anreicherungsvertrag zwischen Urenco und der russischen Firma Tradewill sollen 12.000 Tonnen in den nächsten zwei Jahren zur Wiederanreicherung bereitgestellt werden.

Die Bundesregierung redet sich damit heraus, dass Uran-Hexafluorid nicht als Atommüll, sondern als Wertstoff gelte und die Ausfuhr demnach nicht genehmigt werden müsse. Anstatt den größtmöglichen Schutz vor Strahlung und Atomwaffen zu sichern, steht hier Gewinnmaximierung im Vordergrund – und die Bundesregierung sieht tatenlos zu, wie ein Teil des ungelösten Atommüllproblems doch wieder still und heimlich nach Russland entsorgt wird. Die deutsche Bevölkerung erfährt von all dem nichts, außer die Opposition stellt die richtigen Fragen. Mit den Abfällen muss sich dann eben die russische Bevölkerung herumschlagen.

Das ist ein nicht haltbarer Zustand. Der BUND fordert daher die Bundesregierung auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen! Außerdem muss endlich ein kompletter Atomausstieg vollzogen werden. Solange die Urananreicherungsanlage Gronau und die Brennelementefabrik Lingen unbefristet weiterlaufen dürfen, kann davon keine Rede sein. Dies fordern auch 70 Prozent der Bevölkerung, wie eine repräsentative Umfrage des BUND im September ergab.

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