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Nachhaltigkeitsstrategie: Umsetzung muss ambitioniert und verbindlich sein

15. September 2016 | Nachhaltigkeit

Mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie will die Bundesregierung die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) umsetzen – aktuell überarbeitet sie den vorliegenden Entwurf, der Kabinettsbeschluss steht für den Herbst an. Bisher wird der Entwurf dem Anspruch der SDG nicht gerecht. Warum es eine verbindliche und inhaltlich ambitionierte Strategie mit nachvollziehbaren Schritten zum Ausstieg aus der Kohle braucht sowie wirksame Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Reduktion von Flächen- und Materialverbrauch, erläutert BUND-Nachhaltigkeitsexpertin Christine Wenzl.

Planet sucht Schutz: Die neuen UN-Ziele wollen die Erde lebenswert erhalten

Im Mai 2016 hat die Bundesregierung den Entwurf ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt. Ziel ist es, die globalen Nachhaltigkeitsziele umzusetzen.

Entlang dieser 17 Ziele hat die Bundesregierung die neue Strategie auch gegliedert. Sie benennt Prioritäten, Indikatoren und geplante Maßnahmen – Ziele bis 2030 fehlen jedoch weitestgehend. Der Ansatz der neuen Strategie geht zwar in die richtige Richtung, wird aber dem umfassenden Anspruch der SDG nicht gerecht, Hunger und Armut zu beenden, Zugang zu bezahlbarer, moderner und nachhaltiger Energie für alle Menschen auf der Welt zu schaffen, nachhaltigen Konsum sicherzustellen – und vieles mehr.

Die Bundesregierung muss ihre Ziele daher im Hinblick auf 2030 deutlich schärfen sowie mit verbindlichen Zwischenschritten und wirksamen Maßnahmen unterlegen. Dafür sind eine profunde Analyse des bisher nicht Erreichten und konsequente Nachbesserungen erforderlich.

Nachhaltigkeit heißt: Wachstum muss Grenzen haben

Grundsätzlich gilt: Die langfristige Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen weltweit muss zur Basis für unsere soziale und wirtschaftliche Entwicklung werden. Auf lange Sicht werden wir insbesondere die Ziele, Hunger und Armut zu beenden, nur erreichen, wenn wir der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen oberste Priorität einräumen. In diesem Sinne muss die neue Nachhaltigkeitsstrategie den Grenzen des Wachstums durchgängig Rechnung tragen. Eine Politik, die sich für die Industrieländer weiterhin am Ziel des Wirtschaftswachstums orientiert, steht im Widerspruch zu den planetaren Grenzen, die in vielen Bereichen bereits überschritten sind.

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, die folgenden Ziele in die Nachhaltigkeitsstrategie aufzunehmen, um der Dringlichkeit einer ökologischen und sozialen nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden:

  1. Fahrplan für den sozialverträglichen Ausstieg aus Kohle und fossilen Energien
  2. Verkehrswende umsetzen: Minus 40 Prozent CO2 im Verkehrssektor bis 2030 erreichen
  3. Täglichen Flächenverbrauch auf netto Null bis 2030 senken
  4. Agrarpolitik ökologisch und gerecht gestalten: 20 Prozent Ökolandbau bis 2030 erreichen
  5. Strategie für biologische Vielfalt ressortübergreifend umsetzen
  6. Ressourcenverbrauch pro Kopf ermitteln und absolut reduzieren
  7. Suffizienz als Leitmotiv in die Nachhaltigkeitsstrategie aufnehmen
  8. Unternehmensverantwortung verbindlich machen
  9. Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell und systematisch verankern

Mehr Informationen

Informationen und Rückfragen bei:
Christine Wenzl
BUND-Nachhaltigkeitsexpertin
Kaiserin-Augusta-Allee 5,
10553 Berlin 
Tel. (030) 2 75 86-462
christine.wenzl(at)bund.net

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