Drei neue Meeres-Schutzgebiete in der Ostsee

01. April 2026 | Lebensräume, Meere, Naturschutz

In den drei Gebiete vor Schleswig-Holstein,„Geltinger Bucht bis Schleimündung“, „Südliche Hohwachter Bucht“ und „Ostseefläche westlich Fehmarn“ darf ab sofort nicht mehr gefischt werden.

Scheinswal Schweinswale sind die einzigen Wale, die in Nord- und Ostsee regelmäßig vorkommen.  (Solvin Zankl)

Auch der Abbau von Rohstoffen oder Bauvorhaben ist in den neuen Meeresschutzgebieten verboten. Damit werden insgesamt 23.800 Hektar Meeresfläche zusätzlich gesichert – ein bedeutender Schritt zu einem besseren Schutz der geplagten Ostsee.

Ökologische Bedeutung der Schutzgebiete herausragend

Die drei Gebiete sind ökologisch von herausragender Bedeutung: In der südlichen Hohwachter Bucht finden sich lichtdurchflutete Seegraswiesen und Riffe mit hoher biologischer Produktivität. Das sind wichtige Lebensräume für Seevögel wie die Seetaucher. Die Geltinger Bucht bis zur Schleimündung beherbergt wertvolle Riffstrukturen und ist ein bedeutender Lebensraum für Schweinswale und Meeresenten. Westlich von Fehmarn liegt das größte zusammenhängende Flachwassergebiet der westlichen Ostsee mit artenreichen Muschelbänken und zentralen Überwinterungsgebieten für Seevögel.

Das gilt ab sofort in den Schutzgebieten

In den drei neuen Schutzgebieten hat die Natur jetzt Vorrang. Zerstörerische Nutzungen wie Fischerei, Rohstoffabbau oder Bauvorhaben sind verboten. Aktivitäten wie Baden oder Angeln vom Ufer bleiben erlaubt. Die Schifffahrt ist noch nicht eingeschränkt. Dazu muss erst noch eine Befahrensverordnung erarbeitet werden. Schweinswale und rastende Meeresenten können durch Schiffs- und Bootslärm erheblich gestört werden. Aus BUND-Sicht ist deswegen entscheidend, dass diese Störungen erheblich reduziert werden. Nur dann werden die Gebiete den Kriterien eines „strengen Schutzes“ gerecht.

Schutzgebiete sind Erfolg

Die schnelle Ausweisung der Gebiete ist gerade vor dem Hintergrund der kontroversen politischen Diskussionen ein Erfolg: Der in Schleswig-Holstein geplante Nationalpark Ostsee scheiterte vor zwei Jahren am Widerstand der CDU sowie an Protesten von Fischerei-, Wassersport-, und Tourismusverbänden. Umso wichtiger ist es, dass das Land Schleswig-Holstein nun vorangeht. 

Schutzgebiete in der gesamten Ostsee

Mit den neuen Schutzgebieten sind 7,56 Prozent der Ostsee unter Schutz gestellt. Mit einer entsprechenden Einschränkung von Schiffsverkehr potentiell sogar unter „strengen Schutz“. Das ist ein Fortschritt für die Erfüllung des Aktionsplans Osteeschutz, der 12,5 Prozent streng geschützte Meeresfläche bis 2030 zum Ziel hat. Die EU-Biodiversitätsstrategie fordert von Deutschland ebenfalls mindestens zehn Prozent streng geschützte Meeresflächen bis 2030.

Kaum geschützte Meeresflächen in anderen Bundesländern

In anderen Küstenbundesländern und den deutschen Offshore-Gebieten gibt es bislang kaum streng geschützte Meeresflächen. Der BUND fordert, mindestens die Hälfte aller Meeresschutzgebiete konsequent unter strengen Schutz zu stellen. Das ist angesichts des schlechten Zustands von Nord- und Ostsee dringend notwendig. Auch beim Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft in die Ostsee besteht dringender Handlungsbedarf: Die aktuellen freiwilligen Maßnahmen reichen nicht aus, um Algenblüten und sauerstofffreie Zonen wirksam zu verhindern.

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