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Der letzte Stör? Vom dramatischen Rückgang der großen Süßwassertierarten

20. August 2019 | Flüsse & Gewässer, Naturschutz, Lebensräume

Eine neue Studie zeigt den dramatischen Rückgang von großen Süßwasserlebewesen, der sog. "Megafauna". Deshalb muss der Gewässerschutz umgehend intensiviert werden.

Auf Tauchstation: Die Bestände der Störe gehen dramatisch zurück.  (wrangel / iStock.com)

Weltweit sind die Bestände aller großen Süßwassertierarten, der sog. "Megafauna", von 1970 bis 2012 um 88 Prozent geschrumpft. Das zeigt eine neue Studie des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Die Giganten der Flüsse sind massiv bedroht

Besonders betroffen sind große Fischarten wie Störe, Lachsfische und Riesenwelse – hier liegt der Rückgang gar bei 94 Prozent. Zur Megafauna zählen alle Tierarten, die mindestens 30 Kilogramm erreichen. In unseren Gewässern sind das zum Beispiel Biber und Störe, in anderen Regionen auch Flussdelfine, Riesenschildkröten und Krokodile. 

Querbauwerke für Wasserkraft und Schifffahrt, welche die Wanderbewegungen zu den Laich- und Futterplätzen verhindern, Verschmutzung, intensive Fischerei bzw. Jagd und Zerstörung der Lebensräume gehören zu den Hauptgründen für den weltweiten Rückgang der Süßwassertierarten.

Flüsse sind Hotspots der Artenvielfalt

Diese Entwicklung ist absolut bedrohlich für die biologische Vielfalt. Denn obwohl Seen und Flüsse nur ungefähr ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, kommen darin ein Drittel aller Wirbeltierarten vor. Der Rückgang in den Binnengewässern ist doppelt so hoch wie bei auf dem Land oder im Meer lebenden Wirbeltierarten. Das Artensterben an Gewässern ist also massiv.  

Und es könnte weitergehen. Weltweit gibt allein schon die hohe Anzahl neuer Staudammprojekte Anlass zu großer Sorge:  3.700 große Staudammprojekte sind in Planung/im Bau, davon 800 in für die Süßwasser-Megafauna besonders wertvollen Regionen. 

Flüsse müssen schnell wieder einen "guten Zustand" erreichen

In Deutschland gibt es dagegen bei Biber und Stör leisen Grund zur Hoffnung. Nachdem in den 1960er Jahren der letzte Stör in der Oder gefangen wurde, gibt es nun ein Wiederansiedlungsprojekt. Dieses kann jedoch nur gelingen, wenn die Ausbaupläne an der Oder auf Eis gelegt werden. 

Der BUND fordert, dass nicht nur die Oder, sondern alle Flüsse wieder so hergestellt werden können, dass sich die Giganten wieder ansiedeln lassen. Wichtigstes Mittel dafür ist die fristgerechte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

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