Anpacken für Wildkatze, Gartenschläfer & Co.

21. November 2023 | Naturschutz, Wälder

Die Europäische Wildkatze kehrt langsam in ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zurück. Doch noch immer gilt die Wildkatze in Deutschland als gefährdet. Damit sich die Art weiter ausbreiten kann, gestaltet der BUND wildkatzengerechte Lebensräume und Korridore. Auch für den Gartenschläfer entstehen in diesem Herbst neue Habitate.

Schönes Wetter und frische Luft: So macht Gutes tun besonders viel Spaß.  (Felix Albertin)

Gemeinsam mit vielen Freiwilligen und lokalen Partner*innen pflanzen wir im Rahmen des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ in sieben Bundesländern heimische Bäume und Sträucher, schützen alte Bäume und schaffen mehr Totholz im Wald. Zusätzlich arbeiten wir daran, potenzielle Gefahrenquellen im Wald für die Wildkatze zu vermindern.

Deutschlandweite Aktionen

In Thüringen startete in enger Zusammenarbeit mit dem Forstamt Sonneberg der Umbau eines Waldes. In der durch mehrere Dürrejahre gereizten Waldfläche im Revier Hasenthal legten wir einen Teich an. Weiterhin planen wir die Pflanzung von 2250 Bäumen und Büschen. Der Wald wird so umgebaut, dass er der Wildkatze und anderen Arten zugutekommt. Die Maßnahmen machen die Wälder darüber hinaus robuster gegen die Klimakrise.

Im Saarland bauten wir gemeinsam mit dem SaarForst Landesbetrieb drei Wildkatzenburgen. Die aus Eichenholz zusammengestellten Haufen bieten langfristige Versteckmöglichkeiten für die Wildkatze. Sie kann sich darin tagsüber ausruhen und ihre Jungen zur Welt bringen. Die Burgen sind sogar sicher vor Wildschweinen.

In Brandenburg pflanzten wir in Philippsthal und Güterfelde (Potsdam-Mittelmark) rund 2300 heimische Bäume und Sträucher. Die Aktion dient zur Verbindung von Wald- und Wiesenlebensräumen für die Wildkatze.

Netz an Wildkatzenkorridoren wird erweitert 

In Sachsen stellte der BUND-Landesverband seinen ersten Wildkatzenkorridor in Zusammenarbeit mit der Familie von Carlowitz und der Gemeinde Lossatal fertig. Dabei kombinierten wir die Pflanzung des Wildkatzenkorridors mit einer Gewässerrenaturierung. Beim großen Pflanzfest entlang der Lossa bei Heyda halfen über 180 Freiwillige mit, den Korridor zu pflanzen. Prominente Unterstützung erhielten sie vom Schauspieler und Autor Benno Fürmann. Möglich machte dies die ELER-Förderung im Freistaat Sachsen.

…und neue Lebensräume für kleine Winterschläfer entstehen

Spaten und Arbeitshandschuhe sind beim BUND in diesen Wochen auch für den kleinen Gartenschläfer im Einsatz. So zum Beispiel im Harz, wo das Tier des Jahres 2023 sehr selten geworden ist: Im Siebertal im südlichen Harz haben wir gemeinsam mit Aktiven und den dortigen Förstern im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ rund 1400 Bäume und Büsche gepflanzt. Entstanden ist ein Waldrand, der zukünftig nicht nur den kleinen Winterschläfern, sondern auch Insekten, Vögeln und viele weitere Tierarten Nahrung und Versteckmöglichkeiten bietet. Gleichzeitig hängten die Aktiven in dem Gebiet auch noch spezielle Bilch-Nistkästen auf. Schließlich wird es etwas dauern, bis die angepflanzten Gehölze heranwachsen, Früchte tragen und Schutz bieten.

Weitere Infos

Der BUND setzt sich bundesweit mit seinen großen Naturschutzprojekten für die Artenvielfalt und den Schutz von Lebensräumen ein. Die „Wildkatzenwälder von morgen“ und die „Spurensuche Gartenschläfer“ des BUND werden im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitten des Bundesumweltministeriums gefördert.

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