Alpensalamander: Lurch des Jahres 2026

29. Dezember 2025 | Lebensräume, Naturschutz

Der Alpensalamander lebt ausschließlich in hohen Gebirgslagen. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde hat ihn zum Lurch des Jahres 2026 gekürt.

Alpensalamander Der Alpensalamander ist Lurch des Jahres 2026.  (Bild: Svenja Böhme)

Aussehen des Alpensalamanders 

Salamander sind Vertreter der Schwanzlurche ohne erkennbare Flossensäume. Sie haben einen lang gestreckten Körper und einen Schwanz. Alpensalamander (Salamandra atra) werden bis zu 15 Zentimeter groß. Die Tiere sind lack- oder braunschwarz gefärbt. Auffällig sind ihre großen Ohrdrüsen. Beiderseits der Rückenmitte und entlang der Körperseiten liegen Reihen von halbkugelförmigen, mit kleinen Drüsenöffnungen versehenen Wärzchen. Männchen und Weibchen lassen sich nur schwer unterscheiden. Die Männchen haben eine etwas stärker hervor gewölbte Kloake und sind meist etwas kleiner als die Weibchen.

Verbreitung des Alpensalamanders

Alpensalamander kommen in Deutschland nur im südlichsten Bayern vor sowie im äußersten Südosten Baden-Württembergs. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf höhere Gebirgslagen.

Lebensraum des Alpensalamanders

Gebirgslagen von 420 bis 2.450 Meter über Normalhöhennull sind der Lebensraum von Alpensalamandern. In unteren Lagen bevorzugen die Tiere lichte Buchen und Mischwälder, oberhalb der Waldgrenze sind es Zwergstrauchheiden und Alpenweiden. Alpensalamander sind auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Im Gegensatz zu allen anderen heimischen Lurcharten brauchen sie zur Fortpflanzung keine Gewässer. 

Anpassungskünstler

Die Tiere sind an die extremen Umweltbedingungen in Hochgebirgslagen bestens angepasst. Während der langen Kälteperioden kommen sie bis zu sieben Monate im Jahr nicht an die Oberfläche. Auch während der Sommermonate leben die Tiere sehr zurückgezogen. Alpensalamander haben einen hohen Feuchtigkeitsbedarf und sind sehr windempfindlich. Aus diesem Grund verlassen sie meist nur zwischen drei und acht Uhr morgens ihre Unterschlüpfe. Die restliche Zeit des Tages leben sie unterirdisch, unter Steinhaufen und ähnlichen Strukturen.

Nahrung des Alpensalamanders

Der Alpensalamander ernährt sich von Käfern und deren Larven und Spinnentiere. Aber auch Springschwänze, Eintagsfliegen, Schmetterlinge, Ameisen, Asseln, Regenwürmer und Schnecken werden vertilgt. 

Fortpflanzung des Alpensalamanders

Im Unterschied zu allen anderen heimischen Lurcharten sind die Alpensalamander lebend gebärend. Das Weibchen bringt, unabhängig von Gewässern, zwei voll entwickelte, lungenatmende Jungtiere zur Welt. Die Entwicklungsdauer ist dabei von der Höhenlage abhängig. In Lagen über 1700 m kann die Entwicklung wahrscheinlich bis zu vier Jahren dauern, in tieferen Lagen zwei bis drei Jahre. Die kleinen Salamander sind bei ihrer Geburt etwa vier bis fünf Zentimeter lang. Die Art der Fortpflanzung wird als Anpassung an die Extrembedingungen in zu kalten Hochgebirgsgewässern gedeutet. 

Gefährdung des Alpensalamanders

Im Freiland werden Alpensalamander zwischen 15 und 20 Jahre alt. Sie sind auf der Roten Liste von 2020 als "ungefährdet" eingestuft. Da sie jedoch eine hochspezialisierte und klimasensible Art sind, droht dem Alpensalamander im Zuge des Klimawandels durch schrumpfende Verbreitungsgebiete Gefahr. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde nennt als weitere Risiken schwindende Lebensräume durch Biotopzerschneidung und Intensivierung der Almwirtschaft, Skipisten und der häufige Verkehrstod auf alpinen Straßen. Zudem gäbe es eine akute Gefahr durch den gefährlichen Salamander-Chytridpilz (Bsal). Dieser neuartige Krankheitserreger, der beim Feuersalamander meist tödlich wirkt, wurde beim verwandten Alpensalamander bislang noch nicht im Freiland nachgewiesen. Im Labor aber erwies sich auch diese Art als anfällig für Infektionen, und Nachweise des Pilzes gelangen bereits in Molchbeständen in nächster Nähe zu Vorkommen des Alpensalamanders.

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