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Volkswagen-Hauptsammlung: Ende des Dieselskandals nicht in Sicht und Fehler bei der Modellpolitik

14. Mai 2019 | Energiewende, Klimawandel, Mobilität, Ressourcen & Technik, Suffizienz

Wolfsburg/Berlin. Über 30 Milliarden Euro hat der Diesel-Abgasskandal den Konzern nach eigenen Angaben bislang gekostet. Darunter Entschädigungen und Kosten für technische Umrüstungen – vor allem Bußgelder wie zuletzt im dreistelligen Millionenbereich gegen Porsche. Der Abgasskandal ist zwar nur eins der Themen, die der Verkehrsexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Jens Hilgenberg, in seiner Rede im Rahmen der Volkswagen-Hauptversammlung ansprach, bleibt aber weiter aktuell. Denn "Dieselgate" ist für den Konzern noch lange nicht ausgestanden, was aktuell rund 60.000 laufende Verfahren allein in Deutschland zeigen.

"Leider leugnet der Konzern noch immer seine Verantwortung für Schäden und Wertverluste für Kundinnen und Kunden und für die Gesundheitsbelastungen der Menschen an vielbefahrenen Straßen. Und offenbar hat der Konzern auch nach Bekanntwerden des Abgasskandals vor über drei Jahren keine ausreichenden, internen Konsequenzen gezogen. Ein großer Teil der Strafen und Rückrufe des letzten Geschäftsjahres bezogen sich auf Euro-6-Diesel, auch auf solche, die noch 2018 vom Konzern als Neuwagen verkauft wurden", so Hilgenberg. Als Beispiel dafür kann der 2018 ausgesprochene Verkaufsstopp von Porsche-Neufahrzeugen mit Dieselmotor durch das Kraftfahrt-Bundesamt angesehen werden. Dieser wurde im Nachgang vom Konzern als "vorläufige Angebotseinschränkung" tituliert, sorgte aber dafür, dass bis heute keine Diesel-Neuwagen der Marke Porsche verkauft werden.

Für den BUND stehen Vorstand und Aufsichtsrat der Volkswagen AG in der Pflicht, die durch den anhaltenden Abgasskandal nach wie vor entstehenden Schäden für Mensch und Natur schnellstens zu minimieren und die zukünftige Modell- und Konzernpolitik deutlich stärker an den nationalen und internationalen Klimazielen auszurichten.

"Es ist eine mehr als zweifelhafte Strategie, die Herausforderungen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit immer größeren Fahrzeugen meistern zu wollen, auch wenn diese zukünftig elektrisch oder zumindest teilweise elektrisch fahren sollen. Vor allem Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Technologie sind dabei in vielen Fällen aber lediglich eine Scheinlösung. Volkswagen sollte tunlichst vermeiden, diese Fahrzeuge grüner zu rechnen als sie es sind", so Hilgenberg weiter.

Je nach Fahrprofil läge der tatsächliche Kraftstoffverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß der Plug-in-Fahrzeuge massiv höher als die offiziellen Angaben des Konzerns. Letztendlich könne sogar mehr CO2 ausgestoßen werden als von Verbrennervarianten des gleichen Modells.
Hilgenberg sagte abschließend: "Statt sich auf die Konzern-DNA zu konzentrieren und echte VOLKSwagen, also Fahrzeuge für alle Bedürfnisse und Geldbeutel zu bauen, konzentriert sich der Konzern mehr und mehr auf den Bau hochpreisiger Pkw. Das günstigste E-Auto soll zwar unter 30.000 Euro zu haben sein, aber Modelle wie dem up! oder dem Polo werden keine elektrischen Zukunftschancen eingeräumt, während zukünftig weiter Modelle im Bereich von Audi Q7 und VW Touareg gebaut werden: Ein fatales Zeichen für die Zukunft."

Mehr Informationen

  • Die Rede von Jens Hilgenberg
  • Pressekontakt: BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg steht auf der Aktionärsversammlung für Interviews zur Verfügung, Mobiltelefon: 0151 / 56 31 33 02 bzw. Sigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin, Tel. (030) 2 75 86-425, presse(at)bund.net

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