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Kommentar: Gewässer als Lebensgrundlage besonders schützen

09. Juli 2019

Anlässlich der Kleinen Anfrage der Grünen im Bundestag zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Flüsse und Gewässer kommentiert Laura von Vittorelli, Gewässerexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Laura von Vittorelli, Gewässerexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)  (Simone Neumann)

"Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen zeigt, wie sehr die Artenvielfalt in unseren Gewässern durch die Klimakrise bedroht ist. Deshalb muss die Regierung schnell und umfangreich Maßnahmen ergreifen, um die Klimakrise und das Artensterben zu stoppen. Die Zeiten des Herumlavierens und der halbherzigen Antworten sind vorbei.

Langfristig führt die Klimakrise zu gravierenden Veränderungen von Temperatur und Wasserständen und so zum unwiederbringlichen Verlust von Artenvielfalt – viele Pflanzen und Tiere sterben aus. Der Hitzesommer letztes Jahr war ein Vorgeschmack, mit fatalen Folgen: ganze Populationen an Muscheln, Fischen und Amphibien verschwanden durch austrocknende Gewässer, Blaualgen führten bundesweit zu Badeverboten, tote Fische, die an Sauerstoffmangel gestorben waren, mussten tonnenweise entsorgt werden. Dass gerade die Auen, die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und Hotspots der Artenvielfalt, vom Austrocknen durch die Klimakrise bedroht sind, muss zu einem entschiedenen Vorgehen der zuständigen Ministerien führen. 

Der Zustand unserer Gewässer ist jetzt bereits besorgniserregend – nur acht Prozent aller Gewässer erreichen den von der Europäischen Union für 2015 geforderten guten ökologischen Zustand. Durch Nitrat, Mikroplastik, Pestizide, Hormone und andere Schadstoffe sind unsere Gewässer jetzt schon stark belastet, dazu kommen noch Eingriffe in die Uferstruktur. Knapp 40 Prozent der europäischen Gewässer sind laut der Kleinen Anfrage durch multiple Stressoren belastet. 

Die Klimakrise wird die Nutzungskonflikte und das Artensterben noch verschlimmern. Der BUND fordert daher, dass die Wasserrahmenrichtlinie – das Schutzgesetz für alle unsere Gewässer – endlich rechtskonform umgesetzt wird. Es muss ein bundesweites Sofortmaßnahmenprogramm zum Schutz unserer Gewässer geben. Dazu gehört beispielsweise ein mindestens zehn Meter breiter Gewässerrandstreifen als Schutz vor den schädlichen Pestiziden und Gülle der Landwirtschaft.

Nur gesunde Gewässer sind ausreichend resilient, um mit den Veränderungen, die wir selbst bei einer Erwärmung unter 1,5 Grad beobachten können, umzugehen. Wasser als Grundlage allen Lebens muss besonders geschützt sein."

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