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Kommentar: Bis zur Klimaneutralität der Luftfahrt in Deutschland ist es noch ein langer Weg

02. August 2019

Anlässlich der heutigen Erklärung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zu Klimaschutzmaßnahmen kommentiert Arne Fellermann, Experte für Verkehrspolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Arne Fellermann, Experte für Verkehrspolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  (Simone Neumann)

"Der Verkehrssektor in Deutschland muss bis 2035 klimaneutral werden, um die Pariser Klimaziele für die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad einzuhalten. Daher ist es zu begrüßen, dass auch der Luftverkehr seine Emissionen auf null senken möchte. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die reale Klimawirkung des Flugverkehrs durch andere, sogenannte Nicht-CO2-Faktoren wie beispielsweise Stickoxide und Wasserdampf, mindestens doppelt so hoch ist. Die Branche wächst international sehr stark, der Anteil des Flugverkehrs an den klimaschädlichen Emissionen wird also weiterhin zunehmen. Zudem ist der Energieverbrauch des Flugverkehrs immens: Alleine in Deutschland verbraucht der Flugverkehr 15,4 Prozent der im Verkehr verwendeten Energie.

Der BUND unterstützt, dass für den Flugverkehr synthetisches Kerosin hergestellt wird, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Allerdings müssen für die Herstellung von synthetischem Kerosin klare Nachhaltigkeitsanforderungen gelten, andernfalls können die Auswirkungen auf das Klima potentiell sogar negativ sein, statt Emissionen einzusparen.

Die bestehende Luftverkehrsabgabe soll nicht in ein klimapolitisches Instrument umgewandelt werden, sondern muss vielmehr um eine Klimakomponente erweitert werden. Diese muss die Klimaschädlichkeit abbilden. Die Abgabe müsste insbesondere für verlagerbare Kurzstrecken- und Inlandsflüge verhältnismäßig höher liegen. Die Deckelung der Luftverkehrsabgabe auf rund eine Milliarde Euro gehört abgeschafft. Die Einnahmen könnten zielgerichtet für klimafreundlichen Verkehr eingesetzt werden, ganz besonders auch für die Finanzierung klimafreundlicherer Alternativen, wie beispielsweise der Bahn.

Langfristig darf der Flugverkehr aber angesichts der hohen Emissionen nicht länger subventioniert werden. Dazu gehört, auf europäischer Ebene endlich eine Kerosinsteuer einzuführen, gegebenenfalls in Form einer europäischen Luftverkehrsabgabe in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten."

Mehr Informationen

  • Fachlicher Ansprechpartner:  Arne Fellermann, BUND-Verkehrsexperte, Tel.: (030) 2 75 86-484, arne.fellermann(at)bund.net
  • BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Judith Freund | Heye Jensen ,Tel. (030) 2 75 86-425 | -497 | -464 presse(at)bund.net

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