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Der Umbau der Landwirtschaft hin zu mehr Tierwohl, Klimaschutz und Biodiversität muss jetzt beginnen

27. Juni 2018 | Landwirtschaft, Lebensräume, Umweltgifte

Berlin. Anlässlich des Deutschen Bauerntages kritisiert der Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, die mangelnde Reformbereitschaft des Deutschen Bauernverbandes. "Artensterben auf den Äckern, Nitrat im Grundwasser und der Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierwohl können nicht weiter ignoriert werden. Viele Bauern wissen, dass der Umbau der Nutztierhaltung und der Landwirtschaft jetzt beginnen muss. Daher können wir das Handeln des Bauernverbandes nicht nachvollziehen. Wir fordern ihn gerade auch im Interesse der Erhaltung bäuerlicher Betriebe auf, überfällige Gespräche zu führen und gemeinsam mit Politik und Umweltverbänden eine Landwirtschaft der Zukunft zu entwickeln, die Tieren nützt und ökologisch sinnvoll ist."

Ein zentrales Thema ist aktuell die Diskussion über die Zukunft der EU-Agrarpolitik (GAP). "Der Deutsche Bauernverband beharrt darauf, die pauschalen Flächenprämien zu erhalten, anstatt die Gelder aus Brüssel für den Umbau zu tiergerechten Ställen und umweltfreundlichem Ackerbau zu nutzen", sagt Weiger. "Das ist absolut nicht nachvollziehbar, schließlich handelt es sich um Steuermittel. Diese müssen der Gesellschaft zu Gute kommen, statt der Umwelt zu schaden. Der BUND fordert deshalb, umwelt- und klimapolitisch schädliche Subventionen Schritt für Schritt abzubauen. GAP-Mittel müssen die Landwirte fördern, die mehr für Tierwohl, Klimaschutz und die Biodiversität tun wollen."

Ein weiteres zentrales Thema ist der Einsatz von Pestiziden. "Anstatt weiter auf die Chemiekeule zu setzen und die Beschleunigung der Zulassungsverfahren zu fordern, sollte der Bauernverband mehr für alternative Anbaumethoden und Schädlings- und Beikrautbekämpfung werben sowie Bauern bei der Umsetzung beraten und unterstützen", fordert der BUND-Vorsitzende. "Auch eine Reform des Pestizidzulassungsverfahrens ist dringend notwendig. Davor darf der Bauernverband nicht länger die Augen verschließen." Das massive Insektensterben zeigt: Ein Weiter-So ist keine Option. Insekten sind für den Fortbestand unserer Ökosysteme ebenso unverzichtbar wie für die Sicherung unserer Ernährung. Zwei Drittel der Nahrungspflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Doch in einigen Regionen Deutschlands ist die Biomasse an Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Hubert Weiger: "Ein Grund für dieses dramatische Insektensterben sind die Tonnen von Pestiziden, die jedes Jahr auf den Äckern verspritzt werden. Die Agrochemie gefährdet unsere Umwelt und ebenso das Image der Landwirtschaft."

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