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Arme Sau statt Glücksschwein – Tierschutz in der Tierhaltung

Obwohl Tierschutz in Deutschland seit 2002 im Grundgesetz verankert ist, wird die Realität zunehmend von Tierfabriken bestimmt. Die laschen Tierschutzgesetze und durchlässige Kontrollen führen zudem dazu, dass viele Missstände in der Tierhaltung gar nicht geahndet werden.

Glückliches Schwein; Foto: © Lilifox - Fotolia.com Die Fleischindustrie wirbt mit Bildern von glücklichen Tieren. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.  (Lilifox / Fotolia.com)

Jährlich werden in Deutschland über 700 Millionen Tiere gemästet, größtenteils in intensiv wirtschaftenden Tierhaltungsbetrieben. Etwa 27,1 Millionen Schweine vegetieren oft auf harten Spaltenböden vor sich hin. Dort werden sie aus Kostengründen auf engstem Raum gehalten.

Schwänzchen abgekniffen, Schnäbel gekürzt

Die Tiere können in diesen Anlagen ihre artgemäßen Verhaltensweisen nicht ausleben. Sie werden gestresst, beißen oder picken sich gegenseitig. Anstatt solche Verhaltensstörungen durch bessere Haltungsbedingungen zu beheben, werden an den Tieren oft Amputationen vorgenommen. Ferkeln wird in der Regel der Ringelschwanz bis auf einen Stummel abgekniffen. Den Hühnern und Puten werden meist die Schnabelspitzen entfernt. Zudem werden männliche Ferkel kastriert – meistens ohne Betäubung.

Auf Masse gezüchtet

Konventionelle Masttiere sind so gezüchtet, dass sie möglichst schnell möglichst viel Masse ansetzen. Bei Masthühnern und Puten ist das Wachstum so schnell, dass ihr Skelett nicht mithalten kann. Die Beingelenke der Tiere sind häufig verformt, an den Fußballen entwickeln sich Geschwüre. Der Brustbereich ist so schwer, dass die Tiere sich kaum noch normal fortbewegen können. Oftmals liegen sie auf der Brust in der Einstreu, die im Normalfall bis zum Ende der Mast nicht erneuert wird und von Fäkalien durchfeuchtet ist. Dadurch bekommen die Tiere an der Brust Verätzungen.

Unbetäubt geschlachtet

Auch die Schlachtung der Tiere ist mit Qualen verbunden. In den Schlachthöfen arbeiten die Beschäftigten unter massivem Zeitdruck. Dementsprechend hoch ist der Anteil der Tiere, die ohne ausreichende Betäubung geschlachtet werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass Schlachtschweine in wachem Zustand in die Brühanlage transportiert werden.

Der BUND fordert

Die Tierschutzgesetze in Deutschland sind sehr lasch, die Kontrollen noch durchlässiger. Viele Missstände in der Tierhaltung werden daher gar nicht geahndet. Der BUND setzt sich dafür ein, dass das Tierschutzgesetz für Tiere in der Landwirtschaft massiv verbessert wird und bestehende Gesetze endlich umgesetzt und streng kontrolliert werden. Für alle Nutztiere müssen verbindliche und strenge Vorgaben in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festgeschrieben werden – beispielsweise fehlt es noch an Regelungen für Milchkühe oder für Puten.

Die Fleischindustrie wirbt mit Bildern von glücklichen Tieren auf "Wiesenhöfen". Markennamen wie "Bauernglück" wecken die Assoziation eines idyllischen ländlichen Bauernlebens. In der Realität stammt jedoch nur rund ein Prozent des Marktanteils bei Fleisch tatsächlich aus tiergerechten Haltungen. Und auch bei der Milch wird getäuscht: Milchverpackungen werden mit Bildern von grasenden, glücklichen Kühen vermarktet, während der Inhalt tatsächlich von sogenannten "Hochleistungskühen" stammt. 

Der BUND fordert ein Verbot dieser irreführenden Werbung und eine verbindliche staatliche Haltungskennzeichnung: Verbraucher*innen müssen Fleisch aus Massentierhaltung genauso leicht erkennen können wie heute schon das Ei mit der 3 aus Käfighaltung. Daher fordert der BUND eine verbindliche staatliche Kennzeichnung. Nur so können Verbraucher*innen mit ihrer Kaufentscheidung beeinflussen, unter welchen Bedingungen Lebensmittel in Deutschland produziert werden.

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