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Für eine lebendige Werra und Weser – ohne Kaliabwässer

Seit mehr als 100 Jahren werden Kalisalze inzwischen industriell an Weser und Werra abgebaut. Die Flüsse gehören deshalb zu den am stärksten mit Salz belasteten Flüssen Europas. Der BUND fordert: Diese Wasserverschmutzung muss endlich aufhören!

Das Problem: massive Umweltbelastung bei der Entsorgung

"Kaliberg": Die Abraumhalde bei Heringen an der Werra; Foto: iStock.com / Teka77 "Kaliberg": Die Abraumhalde bei Heringen an der Werra.  (Teka77 / iStock.com)

Leicht lösliche Kalisalze gehören weltweit zu den Grundstoffen der Düngemittelindustrie. Doch die Produktion hat schwerwiegende Umweltfolgen: Über 70 Prozent der abgebauten Salze gelten als Abfall.

Sie werden beim Kalibergbau durch den Konzern K+S an Weser und Werra vor allem auf drei problematische Arten entsorgt:

  • Die gelösten Abfallsalze werden in die Werra eingeleitet.
  • Die Feststoffe werden auf Abraumhalden von bis zu 200 Metern Höhe gestapelt.
  • Salzabwässer werden in den tiefen Untergrund verpresst.

Die Folgen: versalztes Trinkwasser und verheerendes Artensterben

Salz wird in Wasser gelöst, aber nicht biologischen abgebaut. Dadurch belastet es die Ökosysteme in der Kaliregion von Weser und Werra. Der Kalibergbau gefährdet durch seine Abwässer die Trinkwassergewinnung. Die Grundwasserverschmutzung steigt täglich. Der Grenzwert für Chlorid-Ionen übersteigt beispielsweise am Pegel Gerstungen in Thüringen den Grenzwert der Trinkwasserverordnung um das Zehnfache. Eine grundlegende ökologische Besserung ist nicht in Sicht, denn das in den tiefen Untergrund verpresste Salzwasser steigt wieder auf.

Die Salzmengen zerstören zudem das fragile Süßwasserökosystem der Flüsse. Fische reagieren auf hohe Salzkonzentrationen vermehrt mit Krankheiten, etliche Arten sind bereits ausgestorben. Auch die Wirbellosenfauna der Werra ging stark zurück und wird heute vor allem von drei salztoleranten Arten dominiert. Seit Jahrzehnten ähnelt die Werra somit mehr einem Salzwasser- als einem Süßwasserfluss. 

Der BUND will die Werra wieder zu einem Süßwasserfluss machen

Das Werratal; Foto: iStock.com / heckepics Zur Schönheit des Werratals gehört auch ein sauberer Fluss.  (heckepics / iStock.com)

Der BUND setzt sich dafür ein, dass Weser und Werra wieder zu artenreichen Süßwasserökosystemen werden und die Grundwasserverschmutzung aufhört. Eine nachhaltige Kaligewinnung muss die Wiederherstellung des "günstigen ökologischen Zustands" nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie ermöglichen. Der BUND fordert deshalb:

  • Verpressung von Salzabwässern in den Untergrund umgehend stoppen!
  • Bestehende Halden zurückbauen und keine Erweiterung genehmigen!
  • Einleitung von Salzabwässern reduzieren!

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Ihre Ansprechpartnerin

Laura von Vittorelli

Leiterin Gewässerpolitik
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