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Wilde Kätzchen im Wald lassen

12. April 2016 | Wildkatze, Naturschutz, Lebensräume

Junge Wildkatzen sollten weder berührt oder vom Fundort entfernt werden.  (Thomas Stephan)

Immer wieder kommt es zu Verwechslungen: Spaziergänger finden im Wald ein kleines Kätzchen und nehmen es mit nach Hause. Dort zeigt sich, dass es sich nicht zähmen lässt. Der um Rat gefragte Tierarzt sieht oftmals sofort: Das kleine getigerte Tierchen ist keine ausgesetzte Hauskatze, sondern eine echte Wildkatze.

Diese ähneln allerdings häufig den gräulich-braunen Hauskatzen. Wenn sie jedoch älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze erkennbar.

Hauptwurfzeit sind die Monate März und April

Meist werden zwei bis vier Junge geboren, verborgen in Baumhöhlen oder im dichten Gebüsch verbringen die Kätzchen ihre ersten Lebenstage. Nach etwa acht Wochen verlassen sie ihr Versteck und erkunden neugierig die Umgebung. Bei der Jagd nach Mäusen lässt ihre Mutter sie manchmal mehrere Stunden allein. Der BUND warnt davor, die Kätzchen zu berühren oder vom Fundort zu entfernen. Aufpassen sollte man vor allem in ihren Hauptver­breitungsgebieten. Dazu gehören die Höhenzüge Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald, Taunus, Hessisches Bergland, Hainich und Harz.

Wildkatzen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht

Grund dafür ist die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und die Landwirtschaft. Voraussetzung für das Überleben der scheuen Katzen sind große Laub- und Mischwälder. Diese vernetzt der BUND mit Wanderkorridoren für wildlebende Tierarten. Da oftmals natürliche Wurf- und Ruheplätze fehlen, nutzen Wildkatzenmütter immer wieder auch Holzstapel, die sogenannten Holzpolter, als Versteck für ihre Jungen. Wenn diese dann in der Aufzuchtzeit der Wildkätzchen abgeräumt werden, kommt es immer wieder zu Tötungen. Daher fordert der BUND Förster und Waldbesitzer auf, die Beräumung der Holzpolter erst im September zu starten, um dieses Risiko für die gefährdete Wildkatze zu verringern.

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