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Unser Tipp im Mai: Ja, wo krabbeln sie denn?

02. Mai 2016 | Naturschutz

Ihren Namen verdankt sie einer hellen Linie entlang ihres Rückens.  ( Frank Vassen / Natterjack toad (Epidalea calamita), Schiermonnikoog, Netherlands / CC BY 2.0 / flickr.com )

Wenn unsereins an Kröten denkt, hat er entweder Geld oder warzige Tiere vor Augen, die nur eine Krötenmutter lieben könnte. Der Begriff "Kröten" als Synonym für Geld kommt übrigens aus dem Niederländischen, da dort Groschen "groten" heißen. Aber zurück zu den richtigen Kröten, beziehungsweise einer ganz bestimmten: der Kreuzkröte (Bufo calamita).

Die Kreuzkröte ist ein Froschlurch von vier bis acht Zentimetern Gröβe und tatsächlich nicht gerade mit Schönheit gesegnet. Ihr Körper ist gedrungen, die Haut ist warzig und auf hellem Grund grünlich-braun marmoriert mit einzelnen, rötlichen Flecken. Die grossen Warzen am Hinterkopf sind manchmal rötlich eingefärbt. Was man nirgendwo auf der Kreuzkröte entdecken kann, ist eine kreuzförmige Zeichnung.

Ihren Namen hat die Kröte vielmehr bekommen, weil sie entlang ihres Rückens, der ja auch umgangssprachlich als Kreuz bezeichnet wird, in der Regel eine helle Linie besitzt. Selbst für Krötenverhältnisse hat die Kreuzkröte extrem kurze Hinterbeine, so dass sie selten hüpft sondern sich stattdessen krabbelnd fortbewegt. Auf dem Speisezettel der Kröte stehen Spinnen, Insekten, Schnecken und Würmer.

Von April bis Mai ist Paarungszeit. Da die Kreuzkröte nicht einem Laichgewässer treu bleibt, sind die Männchen gefragt. Lautstark rufen diese die Weibchen zu sich und dem von ihnen auserwählten Gewässer. Die lauten Paarungsrufe erzeugt das Männchen mit Hilfe einer blau-gefärbten Schallblase in der Kehlgegend. Metallisch-rätschend erschallen ihre Rufe bis zu zwei Kilometer weit und erfreuen Kreuzkrötenweibchen und den geneigten Naturfreund.

Sie sind ausgesprochen genügsam in der Wahl der Laichge­wässer

Schon eine wasserreiche Regenpfütze kann zur Liebeslagune erwählt werden, in welche die Weibchen eine doppelte Laichschnur mit bis zu 4.000 Eiern legen. Solche temporären Gewässer bieten Vor- und Nachteile. Einerseits erwärmen sie sich schnell, so dass die Entwicklung der Kaulquappen beschleunigt wird, und sie sind so klein, dass Fressfeinde selten sind. Andererseits können sie austrocknen bevor die Kaulquappen entwickelt sind, was drei bis vier Wochen dauert.

Den Winter verbringt die Kreuzkröte in Winterstarre, eingegraben in frostsicherer Tiefe im Sandboden. Währenddessen verbrauchen die Tiere kaum Nährstoffe und müssen sich deshalb auch keine Fettschicht anfressen.

Beobachtungstipp

Wer gerne einmal einem Kreuzkrötenmännchen lauschen möchte, der muss nur bis in die Abend­stunden wachbleiben und auf ein Sommergewitter hoffen. Die Fortpfanzungsak­tivitäten der Kröte sind sehr oft mit Regenfällen verbunden. Die Rufe gehören zu den lautesten unserer heimischen Froschlurche. Aber aufgepasst: sie können mit denen des Ziegenmelkers verwechselt werden.

Die Kreuzkröte findet in Deutschland kaum noch ihren bevorzugten Lebensraum: Sandbänke und -dünen entlang unregulierter Flüsse. Als Ersatz­lebensräume dienen zumeist Kiesgruben, Truppenübungsplätze, sandige Ackerflächen oder auch Mülldeponien. Wo auch immer die Kröte trockenwarme, offene, locker-sandige Flächen mit geringer Vegetation finden kann, hat man eine Chance dem Liebeswerben beizuwohnen. Da die Kreuzkröten­bestände weiterhin abnehmen, zählt sie zu den stark gefährdeten Arten und darf nicht gefangen, verletzt, getötet oder in ihrem Lebensraum beunruhigt werden.

Aktionstipps

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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