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Unser Tipp im April: Der fischende Otter

01. April 2016 | Naturschutz

Er ist sowohl an Wasser, als auch das Landleben angepasst.  ( hellinger14 / pixabay.com )

Haben Sie schon einmal einen Otter gesehen? Das sind diese niedlichen Tiere, die auf dem Rücken schwimmend ihre Nahrung verspeisen können, indem sie sie in ihren Pfoten halten. Unser heimischer Eurasischer Fischotter (Lutra lutra) wurde in Deutschland fast ausgerottet, da er als Bedrohung des Fischbestands an­­ge­sehen wurde; doch der Otter kehrt zurück.

Der Fischotter stammt aus der Familie der Marder und ist sowohl an Wasser als auch das Landleben angepasst. Sein langgezogener Körper und stromlinienförmiger Schädel sowie die Schwimmhäute an seinen Pfoten machen ihn zu einem wendigen und schnellen Schwimmer. Beim Tauchen verschließt der Otter seine kleinen Ohren und die Nasenlöcher und kann bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben. Der rundliche und muskulöse Schwanz wird bis zu 40 Zentimeter lang und dient als Steuer- und Stabilisierungsorgan.

Inklusive des Schwanzes kann der Otter bis zu 1,5 Meter Länge erreichen und ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm. Das braune Fell des Otters ist sehr dicht und schützt ihn vor Kälte und Feuchtigkeit. Kein Wunder: Haben Otter doch rund 50.000 Haare pro Quadrat­zentimeter. Zum Vergleich: Wir Menschen bringen es ungefähr nur auf kümmerliche 120 im Vergleich. Die Haare des Otters sind außerdem, wie bei einem Reißverschluss, mit mikroskopisch kleinen Rillen miteinander verzahnt. Dieses Pelzgeflecht hält isolierende Luftblasen fest.

Der Fischotter hat seinen Namen von seiner Hauptnahrungsquelle bekommen

Doch er lässt auch Frösche, Muscheln, Krebse oder Mäuse nicht verkümmern. Bis zu einem Kilogramm Nahrung täglich benötigt das Tier, um satt zu werden. Dieser Fischfang und sein begehrtes Fell waren es, die den Otter zum Ziel einer Ausrottungskampagne machten; dabei wurde unter den Teppich gekehrt, dass der Otter überwiegend kleine, langsame und geschwächte Tiere erbeutet und somit zur Gesunderhaltung der Fischbestände beiträgt.

Der Fischotter gräbt seinen Bau am Ufer, wobei der Eingang unter der Wasseroberfläche liegt. Die Wohnkammer selbst ist über der Hochwassergrenze und mit einem Luftschacht mit der Außenwelt verbunden. Der Otter lebt als Einzelgänger – außer zur Paarung. Nach ungefähr zwei Monaten Schwangerschaft bringen die Weibchen ein bis drei Junge zur Welt. Die Jungtiere lernen das Jagen von der Mutter und bleiben noch bis zu einem Jahr bei ihr, bevor sie sich ihr eigenes Revier suchen. Zur Verständigung haben Fischotter ein ganz eigenes musikalisches Repertoire aus Knurren, Quieken, Pfeifen, Trillern und Kreischen.

Der Otter braucht weitläufige Landschaften mit natürlich verlaufenden Flüssen, Seen und Feuchtwiesen zum Überleben. Doch diese Landschaften gibt es nur noch selten und so sind die Tiere vor allem von der Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht. Fischotter meiden zudem Brücken und schwimmen nicht unter ihnen hindurch, sondern klettern an Land, überqueren die Straße und kehren dann ins Wasser zurück. So werden sie oftmals Opfer unseres Straßenverkehrs. Der Fischotter ist auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere verzeichnet.

Beobachtungstipp

Fischotter kommen sowohl im Salz- als auch im Süßwasser vor und bevorzugen saubere und unverbaute Gewässer mit ausreichend Nahrung sowie guten Versteckmöglichkeiten im Uferbereich. Wo man einen Ausstieg am Ufer (einen "Otterpfad"), Kot oder Beutereste findet, stehen die Chancen gut, dass man auch ihren Verursacher, den Otter, zu Gesicht bekommen kann. Besonders auf schlammigem Untergrund verrät sich das Tier durch seine Trittspuren und die Schleifspur des Schwanzes. Mit etwas Glück kann man den Fischotter in der Morgendämmerung bei der Nahrungssuche erblicken. U-förmige Wasserstrudel sind dabei ein deutlicher Hinweis auf den Schwanz eines schwimmenden Fischotters!

Aktionstipps

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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