Putzmittel ohne Chemie kaufen: Nachhaltig und gesund reinigen

18. Februar 2026 | Bundestagswahl, Chemie, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Klimawandel

Wer im Alltag zu herkömmlichen Reinigern greift, holt sich oft unbemerkt eine Vielzahl an chemischen Stoffen ins Haus. Diese können nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch die eigene Gesundheit gefährden. In diesem Artikel erfahren Sie, welche schädlichen Stoffe in klassischen Reinigern stecken, wie Sie nachhaltige Produkte durch Siegel und Zertifikate erkennen und worauf Sie beim Kauf achten sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einfachen Tipps Ihr Zuhause gründlich und gesundheitsschonend sauber halten – ganz ohne Chemie.

Putzmittel können gefährlich für Umwelt und Gesundheit sein.  (Svenja Böhme)

Was steckt in herkömmlichen Putzmitteln?

Besonders in Haushalten mit Kindern, älteren Menschen oder Haustieren ist eine regelmäßige Reinigung wichtig. Putzmittel sollen Schmutz, Fett und Keime entfernen. Sie tragen dazu bei, Oberflächen hygienisch sauber zu halten und die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Zu den wichtigsten Wirkstoffen zählen zum Beispiel:

  • Tenside
  • Säuren wie Zitronen- oder Essigsäure
  • Lösungsmittel wie Alkohol oder Glykol­ether
  • Basen wie das stark ätzende Natriumhydroxid
  • Enzyme, die Eiweiße, Stärke oder Fette abbauen
  • sowie Desinfektions- oder Bleichmittel, die Bakterien und Pilze reduzieren

Auch für die Reinigung unnötige Inhaltsstoffe finden sich in Putz- und Reinigungsmitteln, insbesondere Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe.

Schädliche Inhaltsstoffe vermeiden: Worauf sollte ich achten?

Viele Reinigungsmittel enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die sowohl der Umwelt als auch der Gesundheit schaden können. Verzichten Sie auf Produkte mit folgenden problematischen Bestandteilen:

  • Ammonia
  • Ammonium
  • Amyl Cinnamal
  • Benzalkoniumchlorid
  • Benzyl Benzoate
  • Benzylakohol
  • Coumarin
  • Eugenol
  • Galaxolid
  • Geraniol
  • Hexyl Cinnamaldehyde
  • Isothiazolinone
  • Isoeugenol
  • Limonene
  • Linalool
  • Methylheptincarbonat
  • Methylisothiazolinon
  • Natriumhypochlorit
  • Sodium Hypochlorite
  • Zimtaldehyd

Umweltfreundliche Alternativen: Welche Siegel helfen bei der Auswahl?

Für Bio-Reiniger existiert – anders als bei Lebensmitteln – keine gesetzliche Grundlage. Achten Sie beim Kauf von Reinigungsmitteln auf anerkannte Umweltzertifikate oder -siegel. Produkte mit dem „Blauen Engel“ oder dem EU-Umweltzeichen Ecolabel (Euroblume) wurden unabhängig geprüft. Diese Siegel belegen, dass die Produkte weniger schädliche Stoffe enthalten. Dennoch können vereinzelt problematische Inhaltsstoffe wie bestimmte Konservierungsmittel enthalten sein.

  • Blauer Engel: Produkte mit dem Blauen Engel dürfen keine gesundheits- und umweltschädlichen Konservierungsmittel und Duftstoffe enthalten. Die Tenside sollen vorwiegend pflanzlich sein.
  • Ecolabel/Euroblume: Mit dem Ecolabel ausgezeichnete Produkte dürfen nur wenig Chemikalien enthalten. Einige umweltbelastende Stoffe, wie biologisch nicht abbaubare Weichmacher, sind verboten. Außerdem setzt das Label eine gute Umweltbilanz in der Herstellung voraus.
  • Ecocert: Das Ecocert-Siegel hat besonders strenge Kriterien: 95 Prozent der Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein. Das Produkt darf keine Inhaltsstoffe aus Erdgas oder Erdöl enthalten. Künstliche Konservierungsmittel sind allerdings erlaubt, solange sie nicht über 5 Prozent der Inhaltsstoffe ausmachen.
  • DAAB: Produkte mit dem Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes schließen Inhaltsstoffe aus, die Allergien auslösen können. Das Siegel prüft allerdings nicht auf Umweltverträglichkeit.

Auch können Sie guten Gewissens zu Produkten greifen, die von Ökotest mit „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden.

Tipps für sparsamen und nachhaltigen Putzmitteleinsatz

Mit diesen einfachen Tipps reinigen Sie Ihr Zuhause umweltfreundlicher und schützen gleichzeitig Ihre Gesundheit:

  • Statt Reinigungsmittel zu versprühen, geben Sie diese direkt auf ein feuchtes Tuch. So atmen Sie keine gesundheitsschädliche Aerosole ein.
  • Verwenden Sie Putztücher mit strukturierter Oberfläche – sie sind besonders effektiv in der Schmutzaufnahme und, senken so den Putzmittelverbrauch.
  • Bevorzugen Sie Putztücher aus Naturmaterialien. Das spart fossile Ressourcen. Nachhaltig zertifizierte Textilien verzichten außerdem auf giftige Ewigkeitschemikalien (PFAS), mit denen manche Putztücher versehen sind, um schmutzabweisend zu sein.
  • Mit mechanischen Mitteln wie Drahtschwamm und Bürste lässt sich viel Chemie einsparen – solang die Oberfläche den Einsatz zulässt.  
  • Bevorzugen Sie außerdem feste Reinigungsprodukte wie Pulver oder Tabs. Diese enthalten meist weniger Konservierungsstoffe als flüssige Produkte. Zudem sparen sie durch geringeres Gewicht und Volumen beim Transport CO2 ein.
  • Beachten Sie die Dosierungsanleitung der Hersteller, um nicht zu viel Reinigungsmittel zu verwenden. Sie sollten Reinigungsmittel immer erst am Ende zugegeben, da ein Aufschäumen die Fettlösekraft vermindern kann. 

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