Kirschlorbeer: Diese sieben ökologischen Alternativen gibt es

17. September 2025 | Naturschutz, Wildbienen, Schmetterlinge, Lebensräume

Der Kirschlorbeer steht in vielen Gärten und öffentlichen Grünanlagen als Hecke oder Sichtschutz. Doch die immergrüne Pflanze gilt als potentiell invasiv und ist ökologisch alles andere als wertvoll. Wir erklären warum und zeigen Ihnen sieben Alternativen zum Kirschlorbeer.

Kirschlorbeer Kirschlorbeer ist in Deutschland als potentiell invasiv gelistet. Eine gute Alternative ist der heimische Liguster, der Blüten für Insekten und Früchte für Vögel bietet.  (Bild: Thomas Stockhausen via canva.com)

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine immergrüne Zierpflanze, die schnell wächst, trockene Sommer gut verträgt und ursprünglich aus Kleinasien stammt. Trotz seiner Beliebtheit bringt der Kirschlorbeer erhebliche ökologische Risiken mit sich und ist deshalb auf der nationalen Liste der potentiell invasiven Pflanzen aufgeführt. In der Schweiz ist der Verkauf von Kirschlorbeer bereits verboten.

Das sind die ökologischen Risiken des Kirschlorbeers:

1. Verdrängung heimischer Arten:

Der Kirschlorbeer ist sehr konkurrenzstark. Da er giftig ist, scheuen viele Tiere davor, ihn zu fressen, so dass er sich immer weiter ausbreiten kann. Besonders im Wald ist das ein Problem. Häufig wird der Kirschlorbeer-Grünschnitt dort entsorgt und kann sich ungehindert ausbreiten und heimische Sträucher und Krautpflanzen verdrängen.

2. Geringer ökologischer Nutzen:

Einige Insekten – meist Generalisten wie die Honigbiene – saugen den Nektar der Blüten oder schlecken den Zuckersaft, der sich an den Blättern oder am Stamm bildet. Jedoch ist keine Art bekannt, die den Pollen sammelt. Die Verfügbarkeit von Pollen ist jedoch wichtig für das Überleben von spezialisierten Wildbienenarten. Nur mit Pollen wird die Brut gefüttert. Wildbienen steht in der Regel viel Nektar zur Verfügung – beim Pollen sieht es aber oft düster aus. 

Auch beim Schmetterling zeigt sich ein ähnliches Bild: Es gibt keine Art, deren Raupen an den Blättern fressen. Für das Überleben von Schmetterlings- und Käferarten sind in erster Linie Futterpflanzen wichtig.

Der Kirschlorbeer bietet zwar Versteckmöglichkeit für Vögel. Das trifft aber auch auf heimische Gehölzarten zu. Besonders dornenbewährte Sträucher wie Schlehe oder Weißdorn bieten ebenfalls einen hohen Schutz.

Heimische Gehölze sind daher für das Ökosystem deutlich wertvoller als der Kirschlorbeer. 

3. Giftigkeit:

Alle Pflanzenteile des Kirschlorbeers enthalten giftige cyanogene Glykoside (Blausäure). Bei der Gartenarbeit ist Vorsicht geboten, da das Schneiden reizende Stoffe freisetzen kann. Vögel, die die Beeren verzehren, könnten unter Vergiftungserscheinungen leiden. Im Kompost ist Kirschlobeer auch schwer zu Humus abbaubar.

4. Aufwändige Entsorgung:

Der Kirschlorbeer verrottet sehr schlecht. Wegen der Blausäure ist das Schnittgut nicht für den Kompost zu empfehlen. Der Kirschlorbeer-Schnitt sollte deswegen in kommunalen Wertstoffhöfen entsorgt werden.

Leider haben fast alle Gartenmärkte den Kirschlorbeer noch im Sortiment, ohne auf die Risiken hinzuweisen. Dabei gibt es heimische und ökologisch wertvolle Alternativen zum Kirschlorbeer.

Sieben Alternativen zum Kirschlorbeer:

  • Liguster (Ligustrum vulgare): Halbimmergrün (Abwurf der Blätter je nach Wintertemperaturen), mit Blüten für Insekten und Beeren für Vögel. Robuste, vielseitige Heckenpflanze.
  • Hainbuche (Carpinus betulus): Als dichte, schnittverträgliche Heckenpflanze ideal für Sichtschutz. Bietet Lebensraum für viele Vogel- und Insektenarten.
  • Berberitze (Berberis vulgaris): Anspruchsloser, dornenbewehrter, heimischer Strauch mit schönem Herbstlaub. Bietet Schutz und Nistplatz für Vögel und Lebensraum für zahlreiche Insekten.
  • Weißdorn (Crataegus monogyna): Pflegeleichter, dornenbewehrter Strauch, gute Bienenweide. Nektar- und Pollenlieferant und Raupenfutter für zahlreiche Schmetterlingsarten. Perfekt für Vögel.
  • Feldahorn (Acer campestre): Gut schnittverträglich. Bietet Nahrung für Insekten und Deckung für Kleintiere.
  • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea): Mit schönen roten Zweigen, weißen Blüten und dunklen Beeren ein echter Hingucker und ökologisch wertvoll.
  • Kornelkirsche (Cornus mas): Blüht früh im Jahr, ist robust und die Früchte können von Tieren und Menschen gegessen werden.

Der Kirschlorbeer mag auf den ersten Blick als pflegeleichte und immergrüne Pflanze attraktiv erscheinen, doch seine negativen ökologischen Auswirkungen überwiegen. Wenn Sie einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten möchten, können Sie bei Gartenhecken auf heimische Gehölze, Wildstauden und Pflanzen setzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch einen echten Nutzen für Insekten, Tiere und unser Ökosystem bieten.

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