Ein kleines Biotop am Straßenrand!
(BUND Berlin)
Warum eine bepflanzte Baumscheibe Straßenbäumen hilft
- Die Wurzeln der Begleitpflanzen lockern den Boden und verbessern seine Durchlüftung. Davon profitiert der Baum. So kann der Bodenbereich Wasser effizienter speichern und ermöglicht dem Baum einen besseren Zugang zu Nährstoffen.
- Die Pflanzen spenden Schatten und schützen die Erde vor dem Austrocknen.
- Der Stress für den Straßenbaum nimmt ab: Menschen behandeln bepflanzte Flächen achtsamer, Fahrräder, Autos und Müll werden seltener dort abgestellt.
Die richtige Fläche für Ihre Baumscheiben-Bepflanzung finden
Starten Sie nicht sofort, sondern informieren Sie sich zunächst beim Grünflächenamt oder Gemeindeamt Ihres Wohnortes. Nicht jede Fläche ist zum Bepflanzen geeignet. Besonders flachwurzelnde Bäume wie Buche oder Birke vertragen es nicht, wenn die Erde rund um ihren Stamm bearbeitet wird. Haben Sie eine Zusage erhalten, erwarten viele Ämter, dass Sie sich auch langfristig um die Pflege kümmern.
In vielen Städten und Gemeinden ermutigen die Grünflächenämter Bürger*innen dazu, sich aktiv für mehr Grün im Stadtbild einzusetzen. Dabei gelten bestimmte Vorgaben, die beachtet werden müssen.
Generell gilt: Die Wurzeln des Baumes dürfen nicht freiliegen. Junge Bäume, die noch durch Holzpfähle gestützt werden, sind besonders empfindlich – ihre feinen Wurzeln benötigen besonderen Schutz.
Schritt für Schritt: So bepflanzen und pflegen Sie eine Baumscheibe
- Boden vorbereiten
Lockern Sie die Erde vorsichtig etwa 10 Zentimeter tief und halten Sie dabei einen Abstand von 30 Zentimetern zum Baumstamm ein. Das Beet sollte leicht vertieft angelegt werden, damit Regenwasser vom Gehweg hineinfließen kann. Achten Sie darauf, dass das Beet mindestens 50 Zentimeter von der Straße entfernt ist. Zäune oder Einfassungen sind in der Regel nicht erwünscht, da sie Stolperfallen darstellen können. Bei sehr nährstoffarmen Böden unterstützt eine dünne Schicht frischer, torffreier Kompost die Pflanzen. Verwenden Sie jedoch nicht zu viel Erde, da dies zu Fäulnis führen kann. - Richtige Pflanzen wählen
Wählen Sie insektenfreundliche Frühjahrsblüher, Sommerblumen, Kräuter und flachwurzelnde Stauden passend zum sonnigen oder schattigen Standort aus. Achten Sie darauf, dass die Bepflanzung eine maximale Höhe von 50 cm nicht überschreitet, damit die Sicht für Kinder und andere Verkehrsteilnehmer*innen frei bleibt.
Für das Frühjahr eignen sich zum Beispiel Lungenkraut, Buschwindröschen, Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Tulpen und Narzissen. Im Sommer sorgen Margeriten, Wilder Majoran, Wiesenstorchschnabel, Ringelblume, Färber-Kamille, Schafgarbe und viele weitere Arten für Blütenpracht. Verwenden Sie bei Wildblumenmischungen möglichst regionales Saatgut. Ein kleines Schild mit den gepflanzten Arten macht auf die Vielfalt aufmerksam. - Gemeinschaftsprojekt starten
Sprechen Sie sich mit Ihren Nachbar*innen ab, wer wann gießt. Besonders in Trockenperioden oder während der Urlaubszeit kann es zu Engpässen kommen. Ausgewachsene Bäume benötigen bei Hitze etwa acht bis zehn Eimer Wasser pro Woche. Feuchten Sie die Erde zunächst leicht an – so kann sie das Wasser besser aufnehmen. Muss das Beet erhöht angelegt werden und gelangt wenig Regenwasser hinein, helfen Gießringe aus Erde, um das Wasser im Beet zu halten.
Oder organisieren Sie mit Freund*innen, Familie oder Nachbar*innen eine Pflanzaktion. Gemeinsam macht das Gärtnern mehr Freude und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. So bleibt die Pflege überschaubar und jede*r kann sich nach den eigenen Möglichkeiten engagieren!