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Friends of the Earth International

Gruppenfoto FoE in Malaysia, 2010 Gruppenfoto in Malaysia  (Friends of the Earth International)

1971 gründeten Umweltorganisationen aus Frankreich, Schweden, England und den USA "Friends of the Earth International" (FoEI).

Heute ist FoEI das weltweit größte Umweltnetzwerk. 76 nationale Umweltorganisationen gehören ihm an. In rund 5.000 lokalen Gruppen engagieren sich zwei Millionen Mitglieder für den Natur- und Umweltschutz. Im November 2012 wurde Jagoda Munic in El Salvador zur neuen Vorsitzenden von Friends of the Earth International gewählt und in Sri Lanka 2014 erneut bestätigt. Deutscher Partner von FoEI ist der BUND.

FoEI will

  • die Erde vor der weiteren Zerstörung bewahren,
  • die ökologische, kulturelle und ethnische Vielfalt der Erde erhalten,
  • Partizipationsmöglichkeiten und demokratische Entscheidungsprozesse stärken, die von grundlegender Bedeutung für den Umweltschutz und ein vernünftiges Ressourcenmanagement sind,
  • soziale, ökonomische und politische Gerechtigkeit,
  • Chancengleichheit von Männern und Frauen und
  • einen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Weltweit aktiv...

...ist unser Netzwerk Friends of the Earth (FoE). Doch wie ist es konkret aufgestellt? Was sind die drängend­sten kontinentalen Probleme? Der BUND stellt die Umweltarbeit in den verschiedenen Weltregionen vor.

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Friends of the Earth in Asien und dem Pazifikraum

Die asiatisch-pazifische Region gehört zu den politisch, sprachlich, kulturell, religiös, geographisch und biologisch vielfältigsten der Welt. Das zeigt sich auch in der Zusammensetzung der Friends of the Earth Asia Pacific (FoE APAC).

Bedrohte Vielfalt

Die dreizehn Mitglieder von FoE APAC verteilen sich von Palästina im Mittleren Osten bis zu Neuseeland im Süd-Pazifik. Reiche Länder wie Australien, Japan und Südkorea gehören genauso dazu wie Osttimor, das zu den ärmsten Staaten der Welt zählt. Föderative Bündnisse aus Umwelt- und Menschenrechtsgruppen wie "Walhi" (Indonesien) mit 483 Untergliederungen und über einer Million Mitglieder sind ebenso Teil des Netzwerks wie der klassische Mitgliederverband "Korean Federation of Environmental Movement" mit 85.000 Mitgliedern und 47 lokalen Gruppen. Der britische Auswanderer Graham Searle gründete FoE Neuseeland bereits 1975, während FoE Südkorea erst seit 1993 besteht.

Die Partner aus Bangladesch, Nepal, Sri Lanka, Malaysia, den Philippinen und Papua-Neuguinea arbeiten vor allem als juristische Berater für lokale Gemeinschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen, die mit Umweltstraftaten konfrontiert sind.

Für Wälder und Wasser

Um dem illegalen Holzeinschlag wirkungsvoll zu begegnen, haben die Freunde der Erde Australiens, Indonesiens, Japans, Malaysias und Papua-Neuguineas die Ursachen der Rodungen analysiert – Holznutzung, Palmöl- und Jatrophaplantagen – und wollen nun über schlagkräftige Gegenstrategien beraten.

"Pengon" (Palästina) setzt sich speziell mit dem Problem der großen Wasserknappheit und -verschmutzung in der Region auseinander. "Sahabath Alam Malaysia", "Centre for Environmental Justic" (Sri Lanka) und "Walhi" wehren sich gegen konkrete Absichten, die Wasserversorgung zu privatisieren.

Als Reaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima in Japan startete FoE APAC auf seiner Mitgliederversammlung im Juni 2011 die gemeinsame Kampagne "Nuclear free Asia, Nuclear free world".

Schwieriges Umfeld

Obschon die meisten Gruppen in einem demokratischen Umfeld agieren, ist ihre politische Situation nicht immer einfach. Osttimor ist eine noch junge, von Unruhen geschüttelte Demokratie. Die Arbeit in Palästina wird durch die israelische Besetzung des Westjordanlandes erschwert. In vielen Ländern werden Umweltaktivisten unterdrückt und müssen um ihre Menschenrechte fürchten, vor allem auf den Philippinen, in Indonesien und Papua-Neuguinea. Dennoch lassen sich unsere Verbündeten der asiatisch-pazifischen Region nicht davon abhalten, für den Schutz der Natur und einer lebensfreundlichen Umwelt zu kämpfen und sich für die Rechte indigener und lokaler Gemeinschaften einzusetzen.

Friends of the Earth in Afrika

Die Partner des BUND in Afrika sind mit großen Umweltproblemen konfrontiert. Im Kampf gegen die Ausbeutung durch Großkonzerne können Europas "Friends of the Earth" wichtige Schützenhilfe leisten.

Bündnis für Umweltgerechtigkeit

Zwei Schwerpunkte bestimmen die Arbeit der BUND-Partner von Friends of the Earth Afrika. Sie kämpfen gegen den zerstörerischen Abbau von Boden­schätzen wie Öl und Edelmetalle. Und sie wehren sich dagegen, dass immer mehr Land illegal beschlagnahmt wird, um Nutzpflanzen für Agrosprit oder Export­lebens mittel anzubauen. "Unsere Bodenschätze und Ressourcen werden oft ohne Rücksicht auf Umwelt und Mensch ausgebeutet. Während große Konzerne und korrupte Regierungen profitieren, hat der Ausverkauf für die Bürger, für Landschaft und Klima gravierende Folgen", so der Nigerianer Nnimmo Bassey, seit vier Jahren Vorsitzender von FoE International.

Kooperation erschwert

Oft sind es die Ärmsten und politisch Machtlosen, die am schwersten von Umweltzerstörung und Katastrophen betroffen sind. "Umweltgerechtigkeit" ist deshalb ein zentrales Motiv in der Arbeit der afrikanischen Freunde. Ihre Kampagnen bestreiten sie vor allem mit Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. So bietet "Ground Work" (FoE Südafrika) regelmäßig Kolloquien an, um Menschen fortzubilden. Die "National Association of Professional Environmentalists" (FoE Uganda) veranstaltet sogar wöchentlich eine Schule der Nachhaltigkeit für ihre Aktiven.

Der Großteil der Umweltarbeit kann auch in Afrika nur erledigt werden, weil es viele Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Erschwerend wirken sich die oft unzuverlässige Stromversorgung und instabile Kommunikationsnetze aus. Beeinträchtigt wird die Abstimmung auch deshalb, weil die Reisekosten zwischen den Ländern zum Teil sehr hoch sind. Und da es mit Englisch, Französisch und Portugiesisch drei offizielle Sprachen gibt, müssen bei vielen Treffen teure Dolmetscher anwesend sein. Um Kosten zu sparen, gibt es seit Neuestem mehr Treffen innerhalb der Sprachblöcke – und seltener Treffen, zu denen alle anreisen, von Tunesien über Nigeria bis Südafrika.

Auf Partner angewiesen

Unser Bündnis Friends of the Earth International spielt für die Partner des afrikanischen Kontinents eine wichtige Rolle. "Indem wir Argumente austauschen, Aktivitäten abstim­men und uns alle besser vernetzen, erreichen wir langfristige Lösungen auf allen Ebenen. Kritisieren wir in Europa ein Unternehmen, welches in Afrika die Umwelt zerstört, entfalten wir mehr Kraft, als wenn wir die gleiche Sauerei in Afrika anprangern. Oft gelingt es uns noch nicht einmal, an Informationen zu gelangen. Fragt aber ein Kollege aus dem Heimatland des Konzerns an, gibt es sofort eine Antwort", sagt Nnimmo Bassey. "Deshalb sind wir auf die Kollegen in Europa und Nordamerika angewiesen."

Friends of the Earth in Lateinamerika und der Karibik

Von Mexiko und Zentralamerika über  Kolum­bien bis Argentinien sowie auf Haiti, Curaçao und Grenada in der Karibik kämpfen "Amigos de la Tierra América Latina y el Caribe" (ATALC), unsere Partner von "Friends of the Earth", mit ihren 16 Mitgliedsgruppen für eine intakte Lebensumwelt. Besondere Gefahr droht durch große Infrastrukturprojekte wie Staudämme, die Massenproduktion von Agrosprit – oft mittels gentechnisch veränderten Saatguts und auf Kosten intakter Wälder – sowie durch den Abbau von Bodenschätzen wie Gold, Öl oder Eisenerz.

Eine Frage sozialer Gerechtigkeit

Bewohner illegaler Siedlungen, Besitzlose, sozial Schwache und schlecht Ausgebildete können sich nur schlecht gegen Landnahme oder Luft- und Wasserverschmutzung wehren. Deshalb arbeiten die meisten unserer lateinamerikanischen Freunde eng mit diesen Bevölkerungsgruppen zusammen. Umweltschutz in der Region ist immer auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit.

Gravierende Umweltschäden

Umweltstandards sind oft weniger streng als in Europa, und weder Unternehmen noch Behörden nehmen es immer genau mit den Vorschriften. Für betroffene Anwohner kann das gravierende Folgen haben. So erzählt Afectada Velásquez Turcios aus El Pedernal in Honduras mit Blick auf die nahe gelegene Goldmine: "Sicher ist: Früher waren wir arm, aber gesund, nun sind wir arm und krank." Die Mine der kanadischen Firma Goldcorp wäscht im Siria-Tal das Gold mit Chemikalien aus dem Gestein, die ins Grundwasser gelangen. Die Anwohner leiden an Hautkrankheiten, Haarausfall und einer steigenden Zahl von Fehlgeburten. Blutuntersuchungen bei Kindern aus der Region ergaben einen gefährlich hohen Bleianteil.

Daher ist die Arbeit von ATALC für betroffene Ge­meinden oft existenziell. Wer sich um das tägliche Einkommen und um die Grundversor­gung kümmern muss, hat kaum Zeit, an komplizierten Beteiligungs- oder Einspruchs­verfahren teilzunehmen. Durch Aufklärung und Mobilisierung, durch juristische und moralische Unterstützung und nicht zuletzt durch das Sammeln von Beweisen befähigt Friends of the Earth Menschen, sich zu wehren und ihre Rechte wahrzunehmen.

Solidarität wichtig

Doch der Kräfteunterschied zwischen Umweltaktivisten auf der einen und Konzernen oder dem Staat auf der anderen Seite ist krass – und viel extremer als bei uns. Immer wieder erreichen uns Meldungen, dass Kollegen, die öffentlich Widerspruch anmelden, bedroht und angegriffen, ja sogar verschleppt werden und ihr Engagement mit dem Leben bezahlen.

Unsere Solidarität ist für die Partner von Friends of the Earth eine wichtige Unterstützung. Durch Kritik an Agrosprit und Futtermittelimporten und durch Engagement bei den UN-Gipfeln zum Schutz von Klima und biologischer Vielfalt helfen wir Druck aufzubauen. Auch jedeR einzelne kann also zu mehr Umwelt- und Naturschutz in Lateinamerika und der Karibik beitragen.

Friends of the Earth in Nordamerika

Der nach Asien und Afrika drittgrößte Kontinent der Welt – Nordamerika – umfasst für Friends of the Earth nur zwei Länder: die USA und Kanada. In beiden ist unser internationales Netzwerk vertreten.

Beharrlich für eine bessere Welt

David Brower gründete 1971 FoE United States – und initiierte im gleichen Jahr das internationale Netzwerk. Sieben Jahre später folgte die Gründung von FoE Kanada, die 1983 dem Netzwerk beitraten. In beiden Ländern waren die Bedingungen zur Gründung einer Umweltorganisation seinerzeit nicht gerade berauschend. Der US-Amerikaner Richard Sandbrook erinnert sich: "Täglich fragten wir uns, woher das Geld für unsere gemeinsame Arbeit kommen sollte, und ob es da draußen irgendjemanden gab, der überhaupt Notiz von uns nahm." Auch in Kanada waren zunächst alle Versuche gescheitert, den bestehenden Jagd-, Fischerei- und Naturschutzverbänden eine breiter ausgerichtete Umweltorganisation zur Seite zu stellen.

Doch in beiden Ländern hatte eine Gruppe von Menschen die Zeichen der Zeit erkannt. Galt es doch Wasser, Boden und Luft vor der wachsenden Gefährdung durch Verkehr, Industrie und Baumaßnahmen aller Art zu schützen. Lokal aktive Naturschützer waren damit überfordert. Die "Freunde der Erde" konzentrierten sich daher auf eine wissenschaftlich fundierte Lobbyarbeit auf Bundesebene – mit dem Ziel, eine nachhaltige Gesellschaft zu fördern.

Aus diesem Grund kommen beide Organisationen zusammen auf gerade einmal 20.000 individuelle Unterstützer. Als bundesstaatliche Lobbyorganisationen etablierten sie zunächst Büros in Washington und Ottawa und verstanden sich als Sprachrohr für regionale und lokale Untergliederungen. Für die Koordination konnten sie sich auf staatliche Hilfe verlassen.

Mit dem Siegeszug moderner Kommunikationsmittel wandten sich regionale Umweltgruppen vermehrt selbst an die Regierung und ihre Institutionen. Die Aufgaben und Rollen änderten sich, was zu einer Öffnung auch gegenüber individuellen Mitgliedern führte.

Ähnliche Anliegen

Die Anliegen beider Gruppen ähneln denen des BUND: ökologische Landwirtschaft, Trinkwasser- und Meeresschutz, Klimaschutz national und international sowie Schutz der Wälder. Kritische Aufklärung leisten die Nordamerikaner über die Folgen von Gentechnik und Agrokraftstoffen, über Atomkraft, Nanotechnologie und internationale Finanzinstitutionen. Ihre Aktivitäten reichen von wissenschaftlichen Studien und der Umweltbildung bis zu Demonstrationen und – weiterhin und mit hohem Stellenwert – der politischen Beratung und Lobbyarbeit.

Dauerhaft kooperieren BUND und FoE US seit vielen Jahren beim Thema Nanotechnologie. Man tauscht sich über neue Forschungsergebnisse und politische Entwicklungen aus. Sehr interessiert verfolgen die US-Amerikaner die Gesetzgebung der EU: Was sich bei uns bewährt, wird dort zum Argument für bessere Gesetze. Ein Gemeinschaftsprodukt zum Anfassen ist die Broschüre "Aus dem Labor auf den Teller – die Nutzung der Nanotechnologie im Lebensmittelsektor".

Wir verteidigen die Rechte der Umwelt

Proteste während der COP21 Proteste bei der COP21  (Luca Tomac / Friends of the Earth)

Zunehmend geraten weltweit Menschen, die sich für den Schutz der Umwelt und für die Erhaltung wertvoller Naturräume einsetzen, in Gefahr. Stellen sie sich mit ihrem Engagement Konzerninteressen in den Weg, etwa weil sie einen Tagebau oder die großflächige Abholzung von Wäldern verhindern wollen, riskieren sie mitunter ihr Leben.

Friends of the Earth International macht in seiner Publikation "We defend the Environment" auf die zunehmende Bedrohung von Umweltaktivisten weltweit aufmerksam.

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