Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

Zivilgesellschaft stärken, nationale Klimaziele verbessern

Ein neues internationales BUND-Projekt möchte dazu beitragen, ambitioniertere nationale Klimaschutzpläne in Kolumbien, Georgien und der Ukraine zu verabschieden. Ganz wichtig dabei: Die Bevölkerung muss gehört und einbezogen werden.

Windkraft-Graffiti an einer Häuserwand in Kiew Mehr Erneuerbare in der Ukraine? Windkraft-Graffiti an einer Häuserwand in Kiew.  (Franziska Sperfeld)

Mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015 bekannten sich 195 Staaten dazu, nationale Klimaziele zu formulieren – die sogenannten NDCs (Nationally Determined Contributions). Jedoch sind die Ziele der einzelnen Länder zu wenig ehrgeizig, um die Erderwärmung weltweit angemessen zu bremsen.

Vielmehr würde die mittlere Jahrestemperatur selbst bei der vollständigen Umsetzung der von den einzelnen Ländern formulierten NDCs bis zum Jahr 2100 global um mehr als drei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen. Deshalb müssen die nationalen Pläne der Länder unverzüglich nachgebessert werden.

Eine ganz wichtige Rolle dabei, die Klimaziele zu verbessern und den Druck auf die Regierungen zu erhöhen, spielt die Zivilgesellschaft. Zivilgesellschaftliche Organisationen sind ein Sprachrohr der Bevölkerung. Sie müssen gestärkt werden, um die Belange der Bevölkerung in die politische Diskussion einzubringen. Zudem geben die Erfahrungen und Erfolgsmodelle von lokalen Gruppen wichtige Anregungen, die dabei helfen können, nationale Klimapolitik ambitionierter zu gestalten, da sie den richtigen Weg bereits gehen.

Gesucht: ehrgeiziger Klimaschutz

Der BUND hat darum innerhalb seines Netzwerks Friends of the Earth ein internationales Projekt ins Leben gerufen: "Stärkung der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung nationaler Klimapolitik".

Gemeinsam mit Partnern vor Ort will der BUND in dem Projekt Barrieren aus dem Weg räumen, die die Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Akteure behindern. Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und wird vom Bundesumweltministerium (BMU) gefördert.

Durchgeführt wird das Projekt in Kolumbien, Georgien und der Ukraine, wo die beteiligten Projektpartner vor Ort ehrgeizigeren Klimaschutz und damit ambitioniertere nationale Klimaziele erkämpfen wollen. 

Diese Organisationen sind Teil des Projekts

Alle Beiträge auf- oder zuklappen
Kolumbien: Censat / Agua Viva

Censat kämpft für Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität, dabei artikuliert die Organisation die Belange der Opfer des Klimawandels. Im Rahmen des Projekts initiiert Censat Foren zum Austausch zivilgesellschaftlicher Akteure in Kolumbien. Dabei sollen besonders die lokalen und sub-nationalen Gruppen in den Diskurs eingebunden werden. Ergebnis soll sein, Klimaziele in Form eines Policy Papers vorzulegen, welches politischen Entscheidungsträger*innen nähergebracht wird. Deshalb will sich Censat auch auf nationaler Ebene an politischen Diskussionen beteiligen. 

Georgien: The Greens Movement of Georgia

Das Greens Movement of Georgia (GMG) geht aktiv gegen negative globale Veränderungen vor. Die Bewegung legt besonderen Wert auf die Einbindung der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse zur Wahrung von Menschenrechten und Rechten von Gemeinschaften. GMG organisiert und veranstaltet Arbeitsgruppen zivilgesellschaftlicher Akteure und analysiert die nationale Klimapolitik, um ein Papier zu erarbeiten, das nicht nur medial verbreitet, sondern auch in einer eigens organisierten klimapolitischen Konferenz erörtert wird. 

Ukraine: Ecoaction

Ecoaction ist eine junge Organisation, die sich für öffentliche Beteiligung stark macht und Gesetzgebung aktiv beeinflussen will, um erneuerbare Energien und Energieeffizienz in der Ukraine voranzutreiben. Im Rahmen des Projekts gründet Ecoaction eine Koalition für 100% erneuerbare Energien und zeigt in einem Papier, welche Anpassungen in den NDCs der Ukraine notwendig sind, um ambitionierter Klimapolitik gerecht zu werden. Die Ergebnisse werden nicht nur öffentlich wirksam bei Großveranstaltungen kommuniziert, sondern auch direkt in den klimapolitischen Diskurs eingebracht. Dafür initiiert Ecoaction nicht nur auf nationaler, sondern auch auf sub-nationaler Ebene Dialogformate, um die NDCs der Ukraine ambitionierter zu gestalten. 

Aus Erfahrungen lernen

Um besser verstehen zu lernen, wie die Zivilgesellschaft ihren Platz in der Klimapolitik einnehmen kann und wie Umweltorganisationen ihre Anliegen besser an den richtigen Stellen vorbringen können, greift der BUND auf eigene Erfahrungen in Beteiligungsverfahren in Deutschland zurück (etwa beim Klimaschutzplan 2050 oder gegenwärtig in der Kohle-Kommission).

Zusätzlich dokumentiert der BUND in dem Projekt gemeinsam mit dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU), wie es um die Lage der Zivilgesellschaft und deren Möglichkeit, sich an der nationalen Klimapolitik zu beteiligen, bestellt ist. Das UfU ist ein wissenschaftliches Institut und eine Bürgerorganisation mit besonderer Expertise im Bereich partizipativer Prozesse. 

Meldung zum Thema

Gefördert durch:

Logo Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Für Wald, Klima und Mensch

Appell abschicken!

Ihre Ansprechpartnerin

Ann-Kathrin Schneider

Ann-Kathrin Schneider

Leiterin Internationale Klimapolitik
E-Mail schreiben

BUND-Bestellkorb