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26. April 1986: Atomkatastrophe im AKW Tschernobyl

Vor über 30 Jahren – am 26. April 1986 – zerstörten zwei Explosionen Dach und Kern von Reaktor 4 im Atomkraftwerk Tschernobyl. Die Folgen der Katastrophe halten bis heute an.

Geisterstadt Prypjat mit dem havarierten AKW Tschernobyl im Hintergrund; Foto: Amort1939 / CC0 / pixabay.de Blick auf das havarierte AKW Tschernobyl

Das Kraftwerk befindet sich in der heutigen Ukraine an der Grenze zu Weißrussland. 190.000 Kilo hochradioaktives Material befand sich zu dem Zeitpunkt der Katastrophe im Reaktor. Die Strahlungskraft, die durch die Explosion freigesetzt wurde, war nach Angaben der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) 200 Mal so stark wie die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki zusammen. 

Der Wind verbreitete die radioaktive Wolke von Tschernobyl aus über weite Teile der Sowjetunion sowie Europas. Bereits 36 Stunden nach der Explosion wurden in Deutschland erhöhte Strahlendosen gemessen.

Die Folgen für Mensch und Umwelt waren gewaltig. 400.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. 8,3 Millionen Menschen lebten plötzlich in kontaminierten Gebieten. 830.000 Menschen wurden für die Eindämmung der Katastrophe als so genannte Liquidatoren eingesetzt. Dabei riskierten sie hohe Strahlendosen.

Die Todesrate unter den Liquidatoren stieg in den nächsten Jahren um das Fünffache. Wenige Jahre nach der Katastrophe stieg ebenfalls die Zahl an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kindern stark an. Auch andere Krebserkrankungen aber auch Nichtkrebserkrankungen nahmen in der verstrahlten Region zu.

Nicht nur die Bevölkerung, die am Katastrophenort lebte, war betroffen. Auch in Europa stieg die Zahl an erkrankten Menschen stark an. Etwa 600 Millionen Menschen außerhalb der Katastrophenregion wurden geringen Strahlendosen ausgesetzt. Bis heute sind die Auswirkungen der Katastrophe auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt nachweisbar.

Impressionen aus der verlassenen Stadt Pripyat nahe des havarierten AKW Tschernobyl

Impressionen aus der verlassenen Stadt Pripyat nahe des havarierten AKW Tschernobyl

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Juliane Dickel

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