ToxFox-Check zeigt: In vielen Kosmetikprodukten stecken Schadstoffe

23. September 2026 | Chemie, Flüsse & Gewässer

Wir haben zwölf Kosmetikprodukte bekannter Marken wie Balea Men, Dontodent, Fa, Garnier, Guhl, ISANA, Odol med3 und Palmolive stichprobenartig auf Schadstoffe untersucht – mit aufschlussreichen Ergebnissen. Erfahren Sie, welche problematischen Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten stecken können und wie Sie sich schützen können.

Körperpflegeprodukte wie Shampoo werden häufig verwendet. Schadstoffe gelangen über den Abfluss direkt in den Wasserkreislauf.  (rattanakun / via canva.com)

Was hat der ToxFox-Check herausgefunden?

In den getesteten Shampoos, Duschgelen und Mundspülungen fanden wir durchweg Stoffe, die Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser verschmutzen können. Ein Beispiel ist der Duftstoff Hexamethylindanopyran, der für Wasserorganismen sehr giftig ist. Er wurde in unserem Test sowohl im Adidas Duschgel als auch in einem Haarserum von Pantene Pro-V nachgewiesen. 

Alle Produkte und Ergebnise

Welche Stoffe sind für unser Wasser gefährlich?

Schadstoffe mit den Eigenschaften PMT und vPvM stellen grundsätzlich eine Gefahr für die Umwelt dar. Diese Gefahrenstoffklassen zeichnen sich durch die folgenden Eigenschaften aus:

  • P wie persistent: Diese Stoffe werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut.
  • M wie mobil: Aufgrund ihrer hohen Wasserlöslichkeit verbreiten sich diese Stoffe leicht über große Entfernungen.
  • T wie toxisch: Diese Stoffe wirken schädlich auf Lebewesen. Einige gelten als sehr giftig für Wasserorgansimen oder stehen im Verdacht das menschliche Hormonsystem zu beeinflussen.
  • v wie very: In der Gefahrenstoffklasse vPvM bedeutet dies, dass die Stoffe besonders persistent und besonders mobil sind.

Diese Chemikalien bauen sich praktisch nicht mehr ab und können sich besonders schnell und großräumig im Wasserkreislauf verbreiten. 

Wie verbreitet sind PMT und vPvM-Stoffe?

Kläranlagen können diese Stoffe nur unzureichend herausfiltern, sodass sie über das Abwasser in unsere Trinkwasserressourcen gelangen. Eine große Quelle sind Körperpflegeprodukte: Rund 6 Prozent der Kosmetikprodukte in der EU enthalten PMT- oder vPvM-Stoffe. Laut BUND-Recherche basierend auf der Einstufung vom Umweltbundesamt werden diese Stoffe häufig nachgewiesen:

  • Benzophenone-4
  • die Farbstoffe CI 6035 (Curry Red), CI 42051 (Acid blue 3) und CI 61565 (Solvent green 3)
  • Climbazole
  • Disiloxane
  • Glyceryl Rosinate
  • Hexamethylindanopyran
  • P-Aminophenol
  • T-Butyl Alcohol

ToxFox hilft im Inhaltsstoffe-Dschungel

Mit der ToxFox-App können Sie sich ganz einfach über Schadstoffe wie PMT- und vPvM in Kosmetikprodukten informieren – ohne mühsam die Inhaltsstofflisten zu durchsuchen. Scannen Sie einfach den Barcode des Produkts und erkennen Sie auf einen Blick, ob Schadstoffe enthalten sind. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, direkt über die App Druck auf die Hersteller der getesteten Produkte auszuüben und so Veränderungen anzustoßen.

Jetzt mitmachen!

Tipp: Der Griff zu zertifizierter Naturkosmetik schützt Umwelt und Gewässer. Pflanzliche Inhaltsstoffe sind in der Regel gut abbaubar.

BUND-Forderungen

  • Der BUND fordert eine Beschränkung von PMT- und vPvM-Stoffe in Kosmetik und eine verpflichtende Prüfung von Umweltaspekten bei der Zulassung von Kosmetikprodukten. 
  • Die Kosmetikindustrie muss an den Kosten der Verbesserung von Kläranlagen, der Wasseraufbereitung und Sanierung beteiligt werden.

Hintergründe erfahren Sie in dieser Pressemitteilung. 

Mehr Informationen

Zur Übersicht

So setzen Sie sich gegen Schadstoffe ein

Auch Sie können sich für einen giftfreien Alltag starkmachen – mit Ihrer Spende. Beispiele, wie Ihrer Spende hilft:

  • Mit 35 Euro finanzieren Sie unsere Produkttests sowie unabhängige Studien zur Chemieindustrie und Rechtsgutachten.
  • Mit 50 Euro unterstützen Sie uns dabei, unsere ToxFox-App weiterzuentwickeln, um noch mehr Menschen über Schadstoffe aufzuklären und sie vor ihnen zu schützen.
  • Mit 75 Euro stärken Sie uns, Druck auf die Politik und Wirtschaft auszuüben, um sie z. B. von einem PFAS-Verbot oder dem Umbau der Chemieindustrie zu überzeugen.

BUND-Newsletter abonnieren!

BUND-Bestellkorb