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Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 2/2019

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leser*innenzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zu dieser Ausgabe

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Europa

Erst einmal vorweg: Ihr macht tolle Arbeit und das aktuelle Heft 2/19 ist wieder einmal sehr gelungen. Aber was ist im Schwerpunkt zur Europawahl (Der BUND fragt …") mit der Position der AfD geschehen?
Ihr schreibt, dass die Positionen der größten demokratischen deutschen Parteien abgefragt und einander gegenübergestellt werden. Die AfD wird an dieser Stelle totgeschwiegen. Wurde sie befragt oder hat sie nichts abgegeben? Oder wird sie, so lese ich dies, als „undemokratisch“ eingestuft? Für eine überparteiliche Organisation wie den BUND finde ich diese Bevormundung der Mitglieder schon sehr erstaunlich und Euer Verhalten sehr ängstlich. Als mündiges Mitglied hätte mich die (Nicht-)Position der AfD zu diesen Themen sehr interessiert und ich hätte selbst entscheiden wollen, wie ich die Antwort der AfD dann bewerte. Diese Chance habt ihr mir nicht gegeben, da der politische Diskurs mit der AfD anscheinend nicht gewollt ist. Genau deshalb ist die AfD mittlerweile in allen Landesparlamenten und im Bundestag: als das „Opfer“, mit dem man sich inhaltlich nicht auseinandersetzt.
Ein anderer Aspekt ist, wer sich das Recht herausnimmt zu urteilen, was demokratisch oder undemokratisch ist. Außer dem Bundesverfassungsgericht gibt es bei uns, Gott sei Dank, keine legitime Instanz dafür. Gerade dem BUND als gemeinnütziger überparteilicher Organisation steht es nicht zu, eine demokratisch gewählte Partei auszuschließen, auch wenn uns vielleicht deren politische Überzeugungen nicht passen. So macht man es sich sehr leicht, wird aber die AfD inhaltlich nicht stellen können. Machen wir es uns nicht zu einfach mit der Demokratie!
Ulf-D. Schwarz, Tauberbischofsheim

Mit Erstaunen habe ich gesehen, dass Sie bei der Befragung der größten demokratischen Parteien die derzeit größte Oppositionspartei im Bundestag – die AfD – nicht mit aufgeführt haben. Dies verwundert mich stark. Auch wenn die AfD in einigen wichtigen Umweltfragen wenig Übereinstimmung mit den Forderungen des BUND hat (leider, wie ich sagen muss), zeugt es für mich von mangelndem demokratischem Verständnis, die AfD nicht zu befragen.
Dierk Wagenschein, Müden/Aller

Die AfD in unserem Parteienvergleich nicht zu berücksichtigen, war ein Beschluss des BUND-Bundesvorstands und Verbandsrats. Diese Gremien entschieden, dass
1. "der BUND öffentlich Stellung bezieht gegen die AfD als rechtspopulistische Partei. Unsere Vorstellung einer freien, gerechten, weltanschaulich und religiös toleranten Gesellschaft ist mit rassistischen, fremdenfeindlichen und menschenrechtswidrigen Tendenzen in der AfD unvereinbar. Daher beteiligt sich der BUND auch an Bündnissen/Aktionen gegen eine erstarkende rechte Bewegung."
2. "der BUND sich inhaltlich mit zentralen AfD-Forderungen auseinandersetzt, die in Bezug zu BUND-Positionen stehen, wie bei Klimaschutz, EEG oder Atomausstieg. Politiker*innen der Partei werden jedoch nicht bei der BUND-Lobbyarbeit etc. berücksichtigt (z.B. Wahlprüfsteine, Podiumsdiskussionen oder ähnliche Veranstaltungen), um rechtspopulistischen Parolen keinen zusätzlichen Raum zu bieten."
Hier finden Sie eine detaillierte BUND-Analyse des AfD-Grundsatzprogramms (besonders in Hinblick auf die Umweltpolitik).
Wie der BUND künftig mit der AfD umgeht, wird verbandsintern weiter rege diskutiert. Die obige Kritik fließt in diesen Prozess mit ein!

Einerseits feiern Sie das erfolgreiche bayerische Volksbegehren Artenvielfalt. Doch dann stellen Sie nur die fünf gängigen Parteien vor, die Deutschland und Europa in die Situation gebracht haben, dass das Volksbegehren nötig wurde. Mal ehrlich: Wer die selbsternannte Alternative AfD schwächen oder verhindern möchte, sollte mutig genug sein, echte Alternativen und den stärksten Partner des Volksbegehrens beim Namen zu nennen – die ÖDP.
Diana Neudeck, Ruhstorf

Insektenschutz

Was kann eine kleine Kreisstadt zum Schutz der Insekten beitragen? Dank einer Kooperation mit dem Bauhof gelang es mir, die biologische Vielfalt in Künzelsau zu fördern. Auf einer Exkursion sensibilisierte ich deren Mitarbeiter, wie z.B. die Art und Häufigkeit der Mahd dem Blütenreichtum zugute kommt. Der Pflegetrupp des Bauhofs wird diese Grundsätze künftig beherzigen, ein Angestellter der Stadt koordiniert den Prozess.
Die Bauhöfe der Städte und Gemeinden haben einen meist gewaltig unterschätzten Einfluss auf den Schutz und die Vielfalt der Natur vor Ort. Man stelle sich vor, deren Mitarbeiter hätten überall freie Hand, das Grün im Sinne der natürlichen Vielfalt zu pflegen. Ich würde mich freuen, wenn das Künzelsauer Beispiel bundesweit Schule macht!
Helmut Schwab, Künzelsau

Plastikmüll

Zu Ihrem Beitrag zum Thema Plastikmüll: Alle noch so gut gemeinten Maßnahmen zu Beendigung der Vermüllung von Land und Meer gehen am eigentlichen Problem vorbei. Einerseits ist wohl eine Gesellschaft wie die heutige nicht ohne Plastikverpackungen etc. machbar, andererseits ist es die Verantwortungslosigkeit eben dieser Gesellschaft, das Problem nicht zielgerichtet und mit Nachdruck zu lösen. Die riesigen Mengen von Plastik in den Weltmeeren kommen zustande, weil Industriestaaten (allen voran Deutschland/Europa) ihren minderwertigen Plastikmüll in Entwicklungs-/Schwellenländer exportieren, da das Recyceln bei uns zu teuer ist. Und diese Länder lässt die “zivilisierte” Welt dann ohne Unterstützung mit dem Abfall leben. Da muss der Hebel angesetzt werden: Ausschließlich ein sofortiges, europaweites und streng kontrolliertes Exportverbot gebietet dieser Vermüllung Einhalt! Brüssel muss schnellstens Vorgaben machen, dass Plastikmüll nicht mehr exportiert werden darf – ohne Ausnahmegenehmigungen. Müssen die Plastikhersteller selbst für ein geordnetes Recycling sorgen, werden sicher schnell verträgliche Lösungen gefunden. Der BUND und seine Partner sollten für ein Ende des Müllexports kämpfen!
Volker Spannagel, Brackenheim

Gemeinnützigkeit

Ihren Artikel über die Gemeinnützigkeit von politischen Organisationen finde ich sehr interessant. Ich kann auch Ihren Standpunkt zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit demokratisch politischen Engagements grundsätzlich verstehen. Es birgt aber meiner Meinung nach ganz erhebliche Risiken! Man stelle sich vor, ein Chemiekonzern unterstütze eine "gemeinnützige" Organisation, deren Agenda es ist "transparent zu machen", wie gut Pflanzenschutzmittel für die Sicherung kostengünstiger Ernährung sind. Diese Organisation fordert dazu auf, Petitionen zu unterschreiben, organisiert Demonstrationen und hat ein mediales Echo. Macht diese Organisation politische Bildung, wäre somit gemeinnützig, oder ist sie eine Lobbyorganisation, die gezielt Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen möchte?
Wie würde der BUND reagieren, wenn eine Regierung es Unternehmen erlaubte, gezielt Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen und dabei noch Steuern zu sparen? Ich glaube, man kann der kritischen Prüfung des Bundesrechnungshofes auch etwas Gutes abgewinnen.
Alexander Staffel, Erfurt

Fischgenuss bedenkenlos?

Wieder einmal eine gelungene Ausgabe! Beim Ökotipp zum Thema "Fisch genießen" bin ich allerdings stutzig geworden. Unter anderem heißt es dort zum Karpfen, er sei "eine der wenigen Fischarten, die man bedenkenlos essen kann". Die Hinweise verdichten sich, dass Fische schmerzempfindliche Lebewesen sind. Daher stieß mir das Wort "bedenkenlos" hier etwas sauer auf. Als sei – abgesehen von den schlimmen ökologischen Folgen der Überfischung – bzgl. Fischverzehr alles in bester Ordnung. Gerade wir Naturliebhaber sollten uns darin nicht gegenseitig bestärken, zumindest sind starke Zweifel angebracht. Bitte kommunizieren Sie hier doch künftig die entsprechende wissenschaftliche Faktenlage.
Gregor Mitsch, Heppenheim

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