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Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 3/2017

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leserzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zu dieser Ausgabe

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Bundestagswahl

Neben meiner großen Dankbarkeit für all die unermüdliche Arbeit im BUND, die Bündelung naturliebender und ökologisches Gleichgewicht verteidigender Kräfte, die informative und ansprechende Heftgestaltung … möchte ich doch meinen Unmut über die Schwerpunktsetzung ausdrücken, wie sie sich in Ihrem Leitartikel widerspiegelt: Das gefährlichste, belastendste Feuerspiel der Menschheit, die Atomwirtschaft, scheint irgendwie ganz aus dem Blick gefallen zu sein. Ist der Atommüll schon gebändigt? Jegliche GAU-Möglichkeit bereits gebannt? Deutschland schon ausgestiegen?
Kohle gehört frühestens an zweite, wenn nicht dritte Stelle, denn auch die Schäden durch exzessivere Viehwirtschaft sind doch wohl bereits weltweit katastrophaler und noch in unkontrolliertem Wachstum begriffen – aber halt nicht gern angeschaut, weil der Bauch, die eigene Prägung, da noch nicht verzicht- und hinschaubereit ist. Das ist derzeit leider bei etlichen Umweltverbänden noch so – ein kollektiver blinder Fleck.
Ich vermisse in diesen Fragen die sachlich korrekten Darstellungen und Schwerpunktsetzungen. Dieses Einschwören auf Kohle als Feind Nr. 1 (die perfekten Filtertechniken als Bemühen dort werden nie erwähnt) ist ebenso wie bei der Dieselauto-Hetze (Ankurbelung von Neukauf? / trifft nun vor allem finanzschwächere Gebrauchtwagenhalter!) eine Meinungsmache, auf die der BUND nicht einsteigen sollte. Die Anklage der Gift-Branche ist indes mindestens so wichtig, wie auch im Heft deutlich wird.
Erst die Atomwirtschaft abschaffen, dann Fleischkonsum und Folgen hinterfragen, dann Gifte, Kohle, Verkehr... Das wäre aus meiner Sicht die "Schlimmheitsfolge" und für den Abfragekatalog an Politiker und Parteien so anzusetzen.
Ich hoffe, mit meinem Beitrag Überdenken anregen zu dürfen und wünsche uns allen Erfolg im Einsatz für Güte, für Weltverantwortung, für dringlichkeitsgerechte Schwerpunktsetzung.
Carola Neukirchen, Bollschweil

Zum Schutz vor riskanten Stoffen und Technologien: Leider hat man aus der Chlorchemie nicht die entsprechenden Lehren gezogen und eine Fluorchemie mit geschätzten fast tausend weitgehend persistenten Vertretern geschaffen (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Inzwischen ersetzt man offenbar mehr und mehr langkettige PFAS durch kurzkettige, ohne hinreichend zu berücksichtigen, dass die kurzkettigen Vertreter wasserlöslicher sind.
Hubertus Brunn, Mücke

Vielen Dank für Ihre Hinweise zum Einsatz der für Umwelt und Gesundheit riskanten Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Dass problematische Stoffe immer wieder durch andere, weniger untersuchte, aber letztlich genauso oder noch mehr risikobehaftete ersetzt werden, ist ein generelles Problem, das vom Gesetzgeber bislang weitgehend ignoriert wurde. Wir fordern seit langem, bei der Regulierung ganze Chemikaliengruppen zu berücksichtigen. Nur so lässt sich das Ausweichen der Hersteller auf Substitute mit ähnlich problematischen Eigenschaften verhindern. Den Ersatz von langkettigen PFAS durch kurzkettige sehen wir ähnlich problematisch (wie übrigens auch das Umweltbundesamt).
(Manuel Fernández, BUND-Team "Stoffe und Technologien")

Die Kernforderungen des BUND zur Bundestagswahl enthalten erfreulicherweise auch den wichtigen Hinweis, dass zum nachhaltigen Schutz des Lebens die Reduzierung von Funkstrahlung dringend erforderlich ist. Hierzu könnte der BUND einen wesentlichen Beitrag leisten, indem er sich der Hilfe für all jene Menschen zuwendet, die künftig gesetzlich dazu gezwungen werden sollen, in ihrer Wohnung eine Dauerbestrahlung durch mobilfunkgestützte Verbrauchsmessgeräte für Strom, Gas, Wasser, Heizung – sogenannte Smartmeter – hinzunehmen, obwohl auch kabelgebundene Messverfahren technisch möglich wären. Soweit darf es in einem freiheitlichen Land nicht kommen.
Wäre es für uns vorstellbar, dass man den Menschen vorschriebe, sich gegen ihren Willen Substanzen verabreichen lassen zu müssen, die den Stoffwechsel schädigen? Auch chronische Belastung durch Funkstrahlung kann solche Störungen bewirken. Wie bei Risikochemikalien liegen alarmierende Befunde über Gefahren z.B. für die Entwicklung von Kindern vor. Der BUND sollte sich offensiv in der ersten Reihe positionieren, wo es um glaubwürdiges Eintreten für den Schutz von Leben und Verteidigung der Freiheit geht. Es muss eine Wahlfreiheit geben, die es den Bürgern erlaubt selbst zu entscheiden, welche Technik für die Messung von Verbrauchswerten sie in ihrem Heim verwenden möchten. Die meisten Bürger wollen zu einer besseren Steuerung des Energie – und Wasserverbrauchs im Sinn des Umweltschutzes beitragen. Damit dabei ihr Anspruch auf Vorsorge für gesundheitliche Unversehrtheit nicht bürokratisch überrollt wird, brauchen sie den Beistand eines erfahrenen, fachkompetenten und starken Verbandes wie dem BUND, um sinnvolle und verantwortbare Lösungen politisch und rechtlich durchzusetzen.
Helmut Breunig, Osterode am Harz

Verkehr

Die durch den Abgasbetrug ausgelöste Debatte über schmutzige Autos zielt meiner Meinung nach eher auf einen Nebenschauplatz. Gegenstand sind nämlich dabei ausschließlich die Dieselfahrzeuge und die Forderungen nach Plaketten/Einfahrverboten etc. Richtig an diesen Argumenten ist, dass die bestehenden Grenzwerte selbstverständlich auch in der Praxis einzuhalten sind. Die Diskussion hat aber eine fatale Schieflage, denn sie bezieht die heute herumfahrenden Benziner überhaupt nicht ein. Kein Wort wird darüber verloren, dass kein Benziner (solange er mit der heute überwiegenden Einspritztechnik fährt) auch nur annähernd die Abgasprüfung für Dieselfahrzeuge bzgl. der Rußpartikelemissionen bestehen würde. Wie man einfach im Internet recherchieren kann, stoßen die Benziner bis zu 10000-mal mehr Feinstpartikel aus als Dieselfahrzeuge, die ja einen Filter besitzen. Diese Partikel sind besonders gefährlich für die Gesundheit, da an ihnen auch noch das krebserregende Benzpyren haftet.
Fakt ist: Es gibt gar keine Prüfung der Rußpartikel bei den Benzinern, denn die Vorschrift stammt offenbar noch aus den Vergaserzeiten. Der Zwang zur Spriteinsparung hat aber dort zur Einspritztechnik geführt, die für den massiven Ausstoß der Rußpartikel verantwortlich ist. Das ist der Skandal, der aber wohl ignoriert bzw. totgeschwiegen wird.
Im Vergleich zur Schädlichkeit dieser krebserregenden Partikel ist das Stickstoffdioxid eher ein Waisenknabe. Die Lebensdauer von Stickoxiden beträgt in Bodennähe etwa einen Tag (Wikipedia). Rußpartikel werden nicht abgebaut. Technisch gibt es für das Abgasproblem der Dieselfahrzeuge bezahlbare nachrüstbare Lösungen, die das Abgas weit unter den Grenzwert bringen. Von Filtern für Benziner, die die Feinstpartikel unschädlich machen, habe ich noch nichts gehört.
Daher nun die Gretchenfrage: Wann greift der BUND endlich dieses Problem auf, trägt es in die breite Öffentlichkeit und fordert Abhilfe? Wann hört der BUND endlich auf, die Benziner im Gegensatz zu den Dieseln als Saubermänner hinzustellen?
Steffen Raßmann, Frankfurt

Ja – ganz sicher muss Individualverkehr neu gedacht werden und die Schadstoffbelastung muss signifikant sinken. Wir haben allerdings den Eindruck, dass die BUND-Gemeinde ausnahmslos aus fitten und (noch) nicht behinderten Menschen besteht, die alle fröhlich pfeifend Rad fahren!
Zuspitzung gehört bei der Diskussion dazu – Schwarz-Weiß-Malerei (die Guten und die Bösen) und einseitiges Eindreschen auf die bösen Autofahrer ist nur Populismus. Beispiel Carsharing: Nicht nur als Geschäftsmodell gut, vielmehr sollte Carsharing in der Familie anfangen – in unserer Nachbarschaft sind drei (!) und mehr Autos pro Haushalt eher die Regel denn die Ausnahme.
Viele Menschen sind aber auf Autos angewiesen, weil sie entweder vom ÖPNV abgehängt oder von Behinderung betroffen sind. Leser Baetke beklagt, dass Taxen die Motoren laufen lassen würden wegen der Klimaanlage. Ja – das tun wir auch, privat, im Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen und bei Krankenfahrten! Autos heizen sich bei starker Sonne durchaus auf Temperaturen von bis zu 60/70 Grad auf. Wir betreuen (und fahren) viele Menschen mit Multipler Sklerose, derart aufgeheizte Fahrzeuge führen bei MS zur Eintrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit (Uthoff-Syndrom), hier ist die laufende Klimatisierung lebensnotwendig. Auch für die FahrerInnen, denn hitzebedingte Konzentrationsstörungen stellen eine erhebliche Unfallgefahr dar. Bei Lkw gibt es inzwischen Standklimaanlagen, d.h. der Fahrzeugmotor muss nicht laufen. Auch bei Reisebussen kann es wichtig sein, dass Motor und Klimaanlage laufen, sorry.
Es nützt der Umwelt auch nichts, wenn mehrere Rettungswagen wegen Hitzeerschöpfung ausrücken müssen, denn auch die sind "böse" und haben Verbrennungsmotoren und lassen die Motoren aus vielen Gründen (viele Verbraucher, Klimaanlage, Startsicherheit) laufen. Ich wurde in 40 Jahren Einsatzdienst (Feuerwehr/Rettungsdienst) schon häufig deshalb von Gutmenschen angegriffen (verbal/körperlich) und sagen Ihnen: Mit meinem grünen Gewissen bin ich im Reinen. Dafür habe ich keinen Laubbläser, aber einen Handmäher und einen Naturgarten mit großer Artenvielfalt!
Peer Maßmann, Pattensen 

Fluchtursachen

Mit Interesse habe ich besonders Ihren Artikel "Fluchtursachen bekämpfen" gelesen. Es ist sehr wichtig, diese Dinge zu thematisieren und in die Öffentlichkeit zu bringen. Und gut ist es, dass Herr Töpfer mitmacht. Unsere Regierung und die meisten Regierungen der anderen europäischen Staaten (auch die 21 außerhalb der EU) reden nur davon. Getan wird nichts Wesentliches, weil es innerhalb des bestehenden Wirtschaftssystems nicht geht. Denn unser System und unser (relativer) Wohlstand gründet seit 500 Jahren auf der Ausbeutung anderer Länder – aus denen z.T. die Flüchtlinge gerade deshalb kommen. Auch die besten Initiativen (die immens wichtig sind) ändern leider am Grundproblem nichts und festigen oft ungewollt den Status quo.
Ulrich Straeter, Essen 

Urbane Gebiete

Die kritische Überschrift zum "Urbanen Gebiet" täuscht über ein fundamentales Versagen des BUND hinweg. Kernpunkt des Gesetzes ist die Bedienung der Profitinteressen der Immobilienwirtschaft durch zulässige extreme Verdichtung und Versiegelung. Ihr Text: "Gegen eine höhere Baudichte hat der BUND nichts" (angeblich flächensparend) und „der BUND fordert, ein Viertel der Grundstücksfläche unversiegelt zu lassen“. Die „höhere Baudichte“ ist mit 3-facher Geschossfläche der Grundstücksfläche 150 Prozent mehr als bisher in Wohn- und Mischgebieten zulässig. Bei Dichten von 400 Einwohnern/Hektar ist dieses Ja zur (Nach-)Verdichtung ein Bekenntnis zum inhumanen Städtebau des 19. Jahrhunderts. Der war in den 1920er und 1960er Jahren durch Städtebau-Reformen überwunden. Jetzt reicht der BUND für sozial und ökologisch fragwürdige Verdichtungsorgien per Gesetz seine Hand. So entstehen kinderfeindliche Wohnumgebungen und Problemgebiete von morgen. Für Stadtnaturfreunde inakzeptabel ist auch die Zustimmung zu 75 Prozent Versiegelung (d.h. Bebauung) in "Urbanen Gebieten" und die beschämende Behauptung, "wenigstens ein Minimum" von einem Viertel Grundstücks-Grün genüge für "Erholung, Artenvielfalt und Stadtklima". Will der BUND alle verraten, die sich für Grün- und Naturerhalt im Wohnumfeld gegen Baulobby und gefällige Verwaltungen engagieren? Die AG Stadtnaturschutz sollte ihre Positionen in Sachen hochverdichteter Städtebau gründlich überdenken.
Reinhard Nake, Berlin 

Glyphosat

Sie bringen als gute Nachricht, dass die Berliner Gehwege nicht mehr mit Glyphosat, sondern per Hand von störendem Grün befreit würden. Leider konnte ich bisher nirgendwo beobachten, dass die Unkrautbeseitigung per Hand erfolgen würde. Vielmehr wird das Unkraut üblicherweise unter erheblicher Lärm- und Abgasbelastung für Anwohner und Passanten (und Arbeiter, diese tragen aber immerhin Gehörschutz) mit Hilfe von Motorsensen beseitigt.
Leider wird die Alternative, etwas wirklich von Hand zu machen, nur unzureichend gewürdigt. Es geht aber. Beispielweise sind auf dem Kirchhof der (katholischen) Hedwigskirche in der Liesenstraße im Herbst regelmäßig lautstarke und stinkende Laubpuster im Einsatz, während auf dem direkt danebenliegenden Kirchhof des (evangelischen) Berliner Doms das Laub per Harke beseitigt wird.
Markus Röhling, Berlin

Forschung

Sie informieren in Ihrem aktuellen Heft über die Auszeichnung von Forschungsarbeiten zum Thema "Nachhaltige Entwicklung". Als Verbundprojekt mit elf Partnerhochschulen zur Förderung der Nachhaltigkeit an Hochschulen sind wir besonders an solchen Themen interessiert und werden diesen Artikel gerne auf unserer Webseite bewerben. Die beiden mit einem Preis ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftler gehören jeweils einer unserer Partnerhochschulen an.
Johanna Boysen, Universität Hamburg

Sie stellen prämierte Forschungsarbeiten zum Thema "nachhaltige Entwicklung" vor. Ich war voll gespannt, was da für wichtige Neuigkeiten präsentiert würden, doch für die Ergebnisse braucht man keine aufwendige Forschung, da reichen Erfahrungen und gesunder Menschenverstand.
Dass an Hauptverkehrsstraßen überwiegend sozial benachteiligte Menschen wohnen und Gewerkschaften einen wachstumsorientierten Kurs mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung fahren, weiß jeder, der sich einigermaßen für gesellschaftspolitische Themen interessiert. Also bringt mal Ergebnisse, die nicht so alltäglich sind, damit wäre dem Thema Umwelt mehr gedient.
Winfried Scheideler, Wuppertal 

Wolf und Bär

Eine Leserbriefschreiberin im BUNDmagazin 3/2017 äußert die Sorge, ihre Kinder dort "spielen zu lassen, wo Wolf oder Bär leben". Das ist durchaus verständlich, aber ein Seitenblick auf die Größenordnungen wäre hierbei sehr hilfreich. Sicher wäre sie noch besorgter, wenn es in unserer Kulturlandschaft auch noch Drachen gäbe, wie wir sie aus Sagen und Märchen kennen, und die nicht selten mit Jungfrauen gefüttert werden wollen. Unsinn, werden Sie sagen, das gibt es doch nur in der Fantasie. Irrtum, das ist die gegenwärtige Realität! Der Drache ist der Straßenverkehr, dem 2016 allein in Deutschland 3200 Menschen geopfert wurden, während die Zahl der Verletzten bei 400000 liegt! Immerhin ist der Hunger des Molochs Verkehr kleiner geworden, denn noch 1970 hatten wir über 21.000 Verkehrstote zu beklagen, obwohl damals die Kfz-Dichte mehr als dreimal geringer war! Dieser "Erfolg" liegt nur zum Teil an verbesserter Sicherheitstechnik – nicht nur unsere Städte sind konsequent autogerecht gemacht worden, sondern auch wir, die Bürger! Die Menschen sind regelrecht abgerichtet worden auf den Autoverkehr. Kinder spielen nicht mehr wie früher auf der Straße, "wo Auto und Motorrad leben".
Nicht auszudenken, wenn jährlich 3200 Menschen durch den Wolf ums Leben kämen. Bisher war es aber kein einziger, trotzdem gibt es einen Sturm der Entrüstung, dem sich die Absenderin leider angeschlossen hat. Wann hat sie wohl ihren letzten Leserbrief geschrieben angesichts von 3200 Verkehrsopfern? Der Widerstand gegen diesen Drachen ist vergleichsweise Null, weil fast jeder von ihm profitiert; Regierung und Behörden schauen einfach weg, weil sie das Goldene Kalb und den Götzen des Wachstums nicht gefährden wollen. Ein Paradebeispiel erleben wir in unseren Tagen, indem mit der Abgasaffäre eine Lügenkampagne ohne Gleichen aufgedeckt wird, die bis in höchste Ämter reicht. Wann kehren Gesellschaft und Politik endlich zu einem menschlichen und naturverträglichen Maß zurück?
Wolfgang Rieger, Köngen

Einige Leserzuschriften im BUNDmagazin 3/2017 zum Thema: "Wildnis? Ja, aber" machen mir Hoffnung. Es gibt also doch noch einige im BUND, die die gegenwärtige Begeisterung für die Förderung von Beutegreifern in unsere Kulturlandschaft nicht teilen.
Man kann die Bedenken dagegen lange ausführen, aber der Bauer Ziegler hat eigentlich alles Nötige geschrieben. Die Gefahren für andere Tiere, die vor allem vom Wolf, aber auch anderen Beutegreifern ausgehen, sind allgemein bekannt. Viele Mitbürger leben (noch) von der Haltung dieser Tiere und haben es gegen Konkurrenz aus vielen Ecken nicht leicht. Wie kommen andere – oft in der Stadt gut von akademischen Berufen lebende – dazu, Stimmung für eine Entwicklung zu machen, die jenen auf lange Sicht unweigerlich unnötige Belastungen auferlegt, und sei es auch nur, sich mit Entschädigungsforderungen gegen irgendwelche Fonds durchsetzen zu müssen?
Wie steht es eigentlich mit der Tierschutz-Idee – greift sie nicht zugunsten von Herdentieren gegenüber vermeidbaren Gefährdungen? Schon an der Begeisterung über die Ausbreitung der Wildkatze dürfen Fragezeichen entgegengesetzt werden, aber das wäre ein weiteres Thema. Das Problem ist nur, dass inzwischen eine Menge Leute auf verschiedene Weise vom Hype um die (teilweise) Wiederherstellung von Wildnis in Mitteleuropa profitieren und sich in der Medienlandschaft gute Positionen gesichert haben.
Es wäre pervers, auf den Tag zu warten, an dem einmal ein Mensch, am ehesten ein Kind, durch einen der medial gehätschelten Beutegreifer zu Schaden kommt, bis der Hype durch distanziertes Nachdenken ersetzt wird.
Hans-Leo Weyers, Weilrod

Ökotipp

Der Artikel drängt die Frage auf: ist der Verfasser schon mal umgezogen? Und wenn ja, hatte er mehr als zwei Bücherkisten und einen Schlafsack dabei? Für den Umzug bereits eines Zwei-Personen-Haushaltes mit Mobiliar, Bekleidung, Geschirr, Büchern etc. sind eigentlich alle Vorschläge unbrauchbar. Besonders abwegig wird’s aber am Schluss. Ein E-Kombi, für eine größere Distanz in gebirgiger Gegend, bei trübem, kühlen Wetter (Fahrzeugheizung, Fahrlicht erforderlich) – wie lange soll so ein Umzug dauern? Geeignete Ladestationen sind hier dünn gesät, erfordern also Umwege und mehr oder weniger lange Ladezeiten.
Beim Umzugslaster die Abgaswerte zu klären setzt voraus, dass der Umzugsdienst bei Angebotserstellung bereits festlegen müsste, welcher Lkw am Umzugstag fährt. Das ist aber Wochen oder Monate im Voraus gar nicht möglich. Bei meinem letzten Umzug rückte der Umzugstrupp gar mit einem Miet-Lkw von SIXT an, welcher kurzfristig gechartert werden musste.
Fazit: Ein Ökotipp, der zwar theoretisch gut klingt, aber für die Praxis nicht verwertbar ist.
Martin Hartzendorf, Hohenstein-Ernstthal

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