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Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 4/2019

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leser*innenzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zu dieser Ausgabe

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Weiter so

Gestern ist das neue Heft bei uns angekommen! Ich möchte Sie wissen lassen, dass ich das Magazin – wie immer – von Anfang bis Ende mit großem Gewinn lese. Besonders leserfreundlich finde ich, dass Sie die Beiträge von der Länge her überschaubar halten und ich in den Beiträgen nicht nur journalistisch aufbereitetes Material finde, sondern vielen Fachleuten direkt begegne. Besonders schön finde ich, dass Sie dem Herrn Söder ein Denkmal setzen ließen! Also: Weiter so!
Franz Eberhardinger, Stuttgart

Klimaschutz im Alltag

Gerade habe ich das neue BUNDmagazin durchgelesen und möchte, neu motiviert für das Bemühen um den Klimaschutz, eine Idee einbringen: Für manche Dinge ist das Auto immer noch die erste Wahl. Doch ich habe die Möglichkeit, es umweltbewusst einzusetzen. Mit 80 km/h komme ich überall hin und verbrauche 20 Prozent weniger Benzin als vom Hersteller angegeben, habe wahrscheinlich auch ein Fünftel weniger Abgase erzeugt, ein Klimazwischenziel also heute schon erreicht. Das kann jede/jeder (ohne Autoverzicht) machen. Sofort. Ohne anderes zu fordern und darauf zu warten. Um dem nachfolgenden Verkehr zu signalisieren, dass ich hellwach und sehr bewusst fahre, zeichnete ich ein Schild für die Heckscheibe: "Mit 80 zum Klimaziel". 
Berthold Märkle-Huß, Reichenau

Ich lebe im Ortsteil Alt-Wulfen der Stadt Dorsten. Als ich 1977 hierherzog, gab es jede Menge Einzelhandelsgeschäfte: Schuhe, Textilien, Haushaltswaren, Schreib- und Spielwaren, eine Post, Elektrowaren, ein Fahrradgeschäft, das auch repariert hat. Alles verschwunden. Heute gibt es hier Lidl, Rewe und Netto, im benachbarten Ortsteil Barkenberg: KiK, Tedi, Aldi und Edeka. Wenn man was braucht, muss man nach Dorsten hineinfahren oder im Internet kaufen. Der nächste Bioladen ist 12 Kilometer entfernt.
Wer nicht mehr mobil ist, braucht jemanden, der ihn fährt. Ohne Auto kommst du nicht zum Arzt oder Tierarzt, zum Baumarkt usw. – ein Problem, das dringend zu lösen ist. Ich will euch nicht anjaulen, nur die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis aufzeigen.
Susanne Wegner, Dorsten

Das Europaparlament hat am 28. November den Klimanotstand ausgerufen. Ein deutliches, wenn auch nur symbolisches Ausrufezeichen. Ich verstehe darunter, dass jeder Einzelne, jede Firma, jeder Politiker bei seinen Entscheidungen und Handlungen überprüfen soll, ob diese klimaschädlich sind. Definitiv klimaschädlich ist zum Beispiel die Praxis großer Filialen, im Winter mit offenen Türen Kunden ins Innere zu locken, wobei warme Luft in gigantischen Mengen nach draußen strömt. Ich möchte alle verantwortlichen Politiker aufrufen, Regelungen zu erlassen, damit dieses ignorante Verhalten verhindert wird.
Alfred Büssgen, Kreuzau

Es wird immer nur vom Ausbau der Wind- und Sonnenenergie gesprochen. Beide sind freilich nicht immer zu haben, und wenn, dann meist zu viel (und dann allzu billig quasi als Absolution wirkend abzugeben). Zweitens vermisse ich überall und immer wieder in allen Medien deutliche Hinweise aufs Energiesparen; selbst bei Fridays for Future hört man da nichts. Fazit: Nicht Windräder um jeden Preis, sondern viel mehr deutliche Appelle (und Rat) zum Energiesparen.
Else Zekl, Korbach

Auch unter den BUND-Mitgliedern gibt es vereinzelt noch solche, die die menschengemachte Erderhitzung leugnen und dem BUND "Klima-" oder "CO2-Hysterie" vorwerfen. Dies gerne mit Verweis auf das "Europäische Institut für Klima & Energie". Darum sei hier klargestellt: EIKE ist kein wissenschaftliches Institut, sondern im Gegenteil ein Verein, der die einhelligen Befunde der weltweiten Klimaforschung ablehnt und gezielt Desinformation betreibt. Die verantwortlichen Personen sind und waren nicht in der Klimaforschung tätig.

Power-to-X oder Elektromobil?

Natürlich ist "Power to X" kein Allheilmittel des CO2-Problems, aber zu wichtig, um es mit falschen Fakten abzutun. Sie behaupten allen Ernstes, ein mit PtX-Produkten betriebenes Auto würde fast zehnmal so viel Energie verbrauchen wie ein Batterie-Auto. In einer vom BUND initiierten Studie lese ich jedoch, dass der Energieinhalt von PtX-Produkten 45 bis 70 Prozent des Strominputs beträgt. Wo bleibt da der Faktor 10? Für den unbefangenen Leser wird dadurch eine wichtige Technologie disqualifiziert, die neben der nur begrenzt einsetzbaren Batterietechnik einen Ausweg aus dem Energiedilemma aufzeigt.
Werner Hautsch, Radolfzell 

Zwischen dem Energiegehalt von PtX-Produkten und der Wirkungseffizienz von Antrieben besteht ein großer Unterschied. Ein batterieelektrisches Auto hat durch den Elektroantrieb einen wesentlich besseren energetischen Wirkungsgrad als ein Verbrennungsmotor. Gepaart mit den Umwandlungsverlusten hat man also einen akkumuliert niedrigeren Gesamtwirkungsgrad. Es gibt verschiedene Berechnungen zu den genauen Wirkungsgraden, wie haben uns auf eine Studie des Netzwerks DECHEMA bezogen – der Faktor 10 ist ein Mittelwert der verschiedenen PtX-Kraftstoffe.

Man muss schon in die Niederlande fahren, um einen Firmenparkplatz mit vielen Elektroautos an Ladestationen zu finden. Wahrscheinlich findet man in Deutschland kaum mehrere solcher Beispiele. Macht man sich in den Chefetagen deutscher Unternehmen keine Gedanken um die Zukunft der eigenen Kinder und Enkelkinder? Angesichts der Tatsache, dass die Rohstoffe dieser Erde begrenzt sind, müssen wir so sparsam wie eben möglich mit den Rohstoffen umgehen – und alles nur Erdenkliche tun, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Unternehmen müssen die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz ganz oben auf ihre Agenda setzen.
Willi Hennebrüder, Lemgo

Wölfe für den Wald?

Eine der unübersehbaren Folgen des Klimawandels ist das Sterben nicht nur naturferner Fichtenforste, sondern auch das von Buche und Eiche in unseren Laubwäldern. Neben grundlegenden Forderungen zum ökologischen Umbau der Wälder nennt Hubert Weiger auch die Durchsetzung des Grundsatzes "Wald vor Jagd". Er führt aus: "Die Jagd muss den Wildbestand so begrenzen, dass sich der Wald natürlich verjüngen kann." Wie wäre es mit dem Wolf als regulatorischem Mitspieler? Langjährige Untersuchungen über das Beuteverhalten des Wolfes und seine Bevorzugung von Schalenwild gibt es zum Beispiel aus der Lausitz. Müsste nicht gerade den Jägern empfohlen werden, den Wolf als Partner in ihr Abschussmanagement integrieren? Es wäre spannend, wenn sich der BUND mit diesem Komplex befassen würde. Nicht umsonst heißt ein altes deutsches Sprichwort: "Wo der Wolf geht, wächst der Wald."
Annette Brandenfels, Sendenhorst-Albersloh

 

Artenreiche Allee

Neben dem Klimawandel wird das Artensterben als zweite jetzt ablaufende Katastrophe viel zu wenig wahrgenommen. Weniger werden vor allem die Nektarsauger: Schmetterlinge, Solitärbienen, Hummeln, Schwebfliegen … Die Hauptursache liegt in der Landschaftsausräumung und der Giftanwendung in der Landwirtschaft. Leider wird sich daran in den nächsten Jahren wohl nichts Gravierendes ändern. Deshalb müssen wir jede Gelegenheit nutzen, um ein großes Nektar- und Pollenangebot über einen möglichst langen Zeitraum an möglichst vielen Stellen zu fördern. Die meisten Alleen bestehen aus nur einer Baumart, die nie oder nur 2 Wochen im Jahr Nektar und Pollen bereithält. Für die Wahl zur Allee des Jahres sollten nicht ästhetische Gründe, sondern der Nutzen für die natürliche Vielfalt den Ausschlag geben. Könnten die Schmetterlinge und Bienen mit abstimmen, sie würden keine Monokultur wählen. Geben wir ihnen eine Stimme und wählen eine artenreiche Allee zur Allee des Jahres 2020!
Eckhard Woite, Seeheim-Malchen

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