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Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 4/2017

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leserzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zu dieser Ausgabe

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BUNDmagazin 4/17

Schon Ihr letztes Magazin zur Bundestagswahl war super recherchiert und geschrieben. Das gleich gilt für das aktuelle Heft! Ihren hartnäckigen Kampf für unsere Ziele, auch bei den Gerichten, möchte ich mit einer Extraspende in den nächsten Tagen unterstützen. Weiterhin viel Erfolg!
Gabriele Oberschelp, Wakendorf

Nichts gegen Kreisläufe!

Als langjähriges BUND-Mitglied und Mitglied im Cradle to Cradle e.V. kann ich ihren Ökotipp "Kleider für den Kompost" nicht unkommentiert lassen. Kompostierbare Bekleidung bedeutet zunächst, dass diese und deren Bestandteile (Fussel, Staub) in biologischer Umgebung nicht schädlich sind. Beim Produktdesign wird auf alle Inhaltsstoffe geachtet (z.B. keine schwermetallhaltigen Farben und schädliche Zusatzstoffe). Dies wirkt sich unmittelbar positiv auf die ArbeiterInnen der Textilproduktion aus. Das Tragen solch eines Kleidungsstücks ist in erster Linie für die Haut unschädlich. (Warum wohl soll man neue, konventionelle Kleidung vor dem Tragen am besten mehrfach waschen?) Hausstaub, den wir tagtäglich einatmen, besteht zu einem Teil aus Textilfasern – umso besser, wenn meine Lunge wenigstens biologisch unbedenkliche Stoffe resorbiert. (Stichwort: Allergene?) Fussel aus den Waschvorgängen landen in den Gewässern – gut, wenn diese ohne Freisetzung von Schadstoffen in biologische Stoffkreisläufe aufgehen können. Analog trägt der Abrieb von Synthetikfasern durch Waschvorgänge zu einem großen Teil des Mikroplastiks in unseren Gewässern bei.
Bekleidung mit Cradle to Cradle-Zertifikat ist aus den beschriebenen Gründen kompostierbar. Dies darf jedoch nicht mit der Aufforderung 'kaufen – 1mal tragen – kompostieren" verwechselt werden. Das Marketing von C&A war an der Stelle nicht dienlich.
Ich selbst besitze einige Cradle-Shirts eines anderen Herstellers, welche nach zehnmal Waschen immer noch sehr gut aussehen. Diese werden lange halten und am Ende der Tragezeit einem Recycling zugeführt. Das Anwendungsszenario der Kleidung ist nachhaltig, weil am Anfang europäische Biobaumwolle steht, welche nicht mit fragwürdigen Chemikalien belastet wird, Fussel biologisch abbaubaubar sind und am Ende der Gebrauchszeit kein Müll zurückbleiben wird.
Nach dem Thema Suffizienz im BUNDmagazin 4/17 wäre das Thema Konsistenz (Kreisläufe – kein Downcycling) ein wichtiges Thema für eines der Hefte 2018.
Thorsten Noll, Mainz

Zu Ihrem Ökotipp: Ich lese zu meinem großen Bedauern einen schlecht recherchierten Artikel über die "Fragwürdigkeit" eines kompostierbaren T-Shirts. Ein kurzer Blick unter https://fashionforgood.com/convening-change/good-fashion-guide/ oder 
https://www.c-and-a.com/de/de/corporate/company/nachhaltigkeit/c2c/ hätte zu einem anderen Inhalt des Beitrags führen können. Etwa zu dem Aspekt  "vollständige Wiederverwertbarkeit des Produkts". Stattdessen ist der Beitrag BUNDunwürdiges Ökobashing, der mich überdies rätseln lässt, ob die Redaktion den Ansatz von "Cradle to Cradle" verstanden hat. Bitte gebt Euch mehr Mühe bei der Recherche und stellt keine vorschnellen Behauptungen auf.
Michael Hüllenkrämer, Berlin

Ich bin kein Freund von C&A oder sonstigen Mega-Unternehmen. Aber ich bin auch gegen plumpe unbelegte Meinungsmache. Sie schreiben auf Seite 8 sinngemäß: Langlebigkeit geht vor geschlossene Stoffkreisläufe, richtig? Diese Aussage könnte vermutlich gerade mal mit einer Dr.-Arbeit bewertet werden – Sie wollten das mit einem kleinen Artikel wagen?
Woher nehmen sie die Information, dass die kompostierbaren Kleider weniger lang halten als andere? Vielleicht ist damit nur gemeint, dass keine Gifte enthalten sind, die den Kompost unbrauchbar machten!?
Kleidung aus Rohöl (Synthetik oder Polyester) hält vermutlich ewig. Ist es deshalb besser als ein kompostierbares Öko-T-Shirt, das geschätzt nur vier Jahre hält?
Was ist mit der Konsumgruppe, die eh jedes Jahr meint neue Kleidung zu brauchen? Warum bezweifeln sie die Kompostierbarkeit von Baumwolle?
Berechnen wir doch mal, wie viel Energie es kostet, Rohöl aus der Erde zu holen und damit und mit fossiler Energie ein T-Shirt zu fertigen – und vergleichen dies mit einem Hemd aus Biobaumwolle. Ich weiß nicht, was die richtige Antwort ist, aber ich merke, wann ein Artikel nicht auf Fakten basiert, sondern Vermutungen und Vorurteilen.
Ich bin überzeugt, dass das Kreislaufprinzip auch Vorteile hat. Bitte liefern Sie künftig Quellen oder Beweise für wilde Behauptungen. An Ihrer Rückmeldung wäre ich interessiert!
Thomas Eichhorn, Darmstadt

Der BUND wendet sich nicht gegen saubere Produktionsmethoden und die Kreislaufwirtschaft – beides fordern wir seit Jahrzehnten: Bei Alltagsprodukten wie Kleidung, Möbel oder auch Verpackungen müssen die Prinzipien Wiederverwendung und hochwertige stoffliche Verwertung im Vordergrund stehen.
Eine biologische Verwertung ist nur bei Küchen- und Gartenabfällen sinnvoll, nicht aber bei technischen Produkten, deren Produktionsenergie dadurch komplett verloren ginge. Zukunftsfähige Produkte sind lange haltbar, können repariert und – am Ende der Nutzung – hochwertig recycelt werden. Nur mit diesem Kreislauf gehen wir das Problem unseres verschwenderischen Ressourcenverbrauchs grundsätzlich an.
Unsere Kritik richtete sich primär gegen die irreführende Aussage von C&A, nun "das nachhaltigste T-Shirt der Welt" zu vermarkten. Doch bei einem nur 7 Euro teuren, möglicherweise kompostierbaren T-Shirt von nachhaltigem Konsum zu sprechen, halten wir nach wie vor für irreführend. Ob zu diesem Preis ein T-Shirt aus Biobaumwolle unter vertretbaren sozialen Bedingungen herzustellen ist, darf bezweifelt werden.
Rolf Buschmann, BUND

Suffizienz

Ja, wir westlichen Wohlständler haben von allem zu viel: zu viel Kleidung, zu viele Autos, zu viel Essen – zu viele Dinge überhaupt (man spricht von 10.000 persönlichen Dingen, die man so anhäuft!). Doch wir haben zu wenig kritischen Verstand. Ihr Beitrag über Suffizienz ist aufklärend und hilfreich. Leider ist aber auch Ihr (temporäres) Urteil inmitten des Textes zutreffend (" … ernüchterndes Bild: All die gut gemeinten individuellen Ansätze …"). Alle jüngst veröffentlichten Zahlen über Ökobilanzen sprechen einem persönlichen Einsatz für die Umwelt Hohn, und man kommt sich vor wie in einer Donquichotterie – eine kleine Avantgarde von Öko-Aktivisten wird's nicht richten. Wohin soll man sich, fühlt man sich der zugehörig, flüchten? In den Zynismus, den Eskapismus, auf die Insel der Seligen? Wo ist die Ultima Ratio? Der tägliche kleine, persönliche Kampf? Oder doch aufgeben angesichts übermächtiger gesellschaftlicher Kräfte (Konsumismus, Kapitalismus)? Es muss etwas Grundsätzliches geschehen, mit unserem "ein Schritt vor, zwei zurück" wird's nicht gehen. Wir sollten dies endlich begreifen.
Thomas Kunze, Berlin

Suffizienz ist erstrebenswert – aber auch realistisch? Über Suffizienz wird schon lange debattiert. Bedingt durch die scheinbar unausrottbare Eigenschaft "Gier" ist Suffizienz nicht mehrheitsfähig. Parteien, die sich Suffizienz als Ziel setzen, werden nicht gewählt (siehe das harmlose Ziel eines Veggie Days).
Bei aller Diskussion um erneuerbare Energien wurde die grundsätzliche Frage: Wie viel Energie brauchen wir wirklich? ausgeklammert. Das Ziel, Wälder (es sind in Deutschland alles Kulturwälder) für Wildniszonen anteilig nicht zu nutzen, missachtet die Notwendigkeit, unsere Importe von Holz, Zellulose, Spanplatten, Pellets usw. zu verringern. So bleibt unser Nutzungsverzicht global gesehen völlig wirkungslos. Holznutzung im Ausland unterliegt weit geringeren Standards als in Deutschland.
Georg-Ernst Weber, Schleiz

Verkehr

Zum x-ten Mal thematisieren Sie den Dieselskandal. Wäre es nicht zielführender, sich um die Ursache des Abgasproblems zu kümmern: zu große und zu viele Autos? Warum muss ein Auto, das meistens nur eine Person transportiert, 1800 Kilo oder mehr wiegen? Das kostet Ressourcen bei der Herstellung und viel Treibstoff beim Betrieb. Es gibt leichtere, genau so komfortable Autos, die weniger als die Hälfte wiegen und entsprechend weniger Treibstoff brauchen. Warum werden immer noch, für viele Milliarden Euro, Autobahnen von zwei auf drei oder drei auf vier Spuren erweitert? Das zieht den Verkehr doch geradezu an. Dieses Geld sollte besser in den Schienenverkehr investiert werden.
Es wäre gut, wenn Sie sich dafür mit der gleichen Vehemenz engagierten, wie Sie es gegen das Bahnprojekt S21 getan haben.
Jan Barthel, Stuttgart

Beim Lesen des neuen BUNDmagazins traute ich meinen Augen nicht, als ich ein Inserat der Deutschen Bahn entdeckte, in welchem sie sich als Vorreiter in Sachen Umwelt- und Artenschutz darstellt. Habt Ihr noch nie was von S21 gehört, und vom engagierten Kampf von Brigitte Dahlbender gegen dieses Irrsinnsprojekt, welches mehr Umwelt in Stuttgart kaputtmacht als alle Baumaßnahmen seit Ende des Krieges? Ich bin gespannt, wann im Magazin demnächst Inserate von Autofirmen erscheinen und der Dieselmotor als umweltfreundlich angepriesen wird oder sich Waffenfirmen für den Weltfrieden aussprechen. Ihr solltet hier wirklich nicht jede "Spende" in Form eines Inserats annehmen!
Dieter Baur, Stuttgart

Wolf

Angeregt durch einen Leserbrief möchte auch ich mein Missfallen über die veröffentlichte Wolfs-Euphorie ausdrücken. In nicht allem waren unsere Vorfahren Hinterwäldler. Sie wussten schon, warum sie den Wolf als Feind bekämpften. Bitte auch weiter Sachkundige anderer Meinung zu Wort kommen lassen!
Gustav Schuler, Ludwigsburg

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