Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 4/2020

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leser*innenzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe

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Wird unser Wasser knapp?

Ein großer Teil unseres Grundwasserverbrauchs fließt direkt oder indirekt über Toilette und Waschmaschine in die Kanalisation. Ohne großen Aufwand kann dieser Teil im Grundwasser bleiben, wenn wir den Bedarf über Regenwasser-Zisternen decken. Das tun wir seit vielen Jahren und sparen dabei viel Geld. Zisternen können übrigens in der kommunalen Bauordnung vorgeschrieben und gefördert werden. Wir haben Zisterne und Anlehngewächshaus kombiniert. Dabei wird im Sommer wie auch im Winter ein Temperaturausgleich erreicht: Frostfreiheit im Winter und gemäßigte Wärme im Sommer.
Hartmut Sippel, Bad Hersfeld

In Ihrem 9-Punkte-Programm fehlt meines Erachtens die Forderung, dass jeder Bauherr eines Neubaus dazu verpflichtet sein sollte, eine Zisterne einzubauen.
Das dabei gesammelte Regenwasser kann für die Spülung der Toiletten, die Waschmaschine und die Bewässerung des Gartens verwendet werden und entlastet dadurch die Trinkwasserversorgung.
Dieter Merz, Fernwald

Ich bin seit fast 30 Jahren Förster. Unstrittig verfolgen die meisten Waldbesitzer – auch die öffentlichen – immer noch ökonomische Ziele. Dieses erfahre auch ich im beruflichen Umfeld (Niedersächsische Landesforsten). Die riesige Chance, große Kalamitätsflächen nach Stürmen und Borkenkäfer jetzt mit standortsgerechten, heimischen Laubbäumen aufzuforsten und in Zukunft die noch verbliebenen Nadelholzforsten wenigstens in Laubmischwälder umzubauen, wird offensichtlich vertan. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass Buchenwälder 40 Prozent mehr Niederschlagswasser im Grundwasser speichern als Nadelholzforste. 
Hauptgründe dafür sind die laubfreien Monate bei Laubbäumen und die Interzeption [das Abfangen] des Niederschlagswassers bei Nadelhölzern. Wir brauchen eine deutlich stärkere Abkehr von Douglasie, Weiß- und Küstentanne sowie Japan- und Europäischer Lärche.
Ralf Sepan, Moringen-Fredelsloh

Eine Grundlage unserer "Wassernot" ist das extrem ausgebaute Straßenverkehr mit über sechs Prozent der Gesamtfläche Deutschlands. 358.000 Kilometer sind im Interesse des Automobilverkehrs dem natürlichen Boden entzogen. Bitte setzen Sie sich dafür ein, den Lkw-Verkehr auf die Bahn zu verlegen, um die sechsspurigen Autobahnen auf vier Spuren zu reduzieren (die jeweils dritte Spur ist fast ausschließlich Lkws vorbehalten). Dies käme der natürlichen Wassergewinnung im Boden zugute. Und die CO2-Belastung würde um eine Vielfaches gesenkt.
Wolfgang Reinecker, Schorndorf

Silvester

Mit großem Interesse und Begeisterung habe ich Ihren Ratgeber "Silvester mal ohne?" gelesen. Genau das, was Sie vorschlagen, werden wir dieses Jahr zusammen mit der Stadt Heidenheim in Angriff nehmen. Wir gehen noch einen Schritt weiter und versuchen die Bürger*innen anzusprechen, freiwillig kein privates Feuerwerk zu kaufen und den freiwerdenden Betrag für das große, zentrale Feuerwerk zu spenden. Diese Aktion ist auch nicht als "One-hit-wonder" angedacht, sondern soll sich als wiederkehrendes Event in Heidenheim etablieren. Wir hoffen, dass jedes Jahr mehr und mehr Bürger in Heidenheim bereit sind, sich der Aktion anzuschließen – um Müll, Unfälle und Schäden durch Feuerwerkskörper zu vermeiden und den Stress für Anwohner und Tiere deutlich zu senken.
Wir hoffen dadurch auch die ein oder andere Kommune zu animieren, uns nachzueifern.
Felix Antoniuk, Heidenheim

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich versuche seit 2019 ein zentrales Feuerwerk für die Stadt Burgwedel zu etablieren – kein leichtes Unterfangen. Voraussichtlich 2021 wollen wir nun in einem Ortsteil von Burgwedel ein Pilotprojekt versuchen. Bleiben Sie dran an diesem Thema!
Michael Krelle, Burgwedel

Atommüll

Der BUND schließt sich offensichtlich der amtlichen Sprachregelung "Endlager" nicht an und spricht lieber von einem Langzeitdepot. Das erscheint dem derzeitigen Kenntnisstand der Wissenschaft angemessen. Was halten Sie von einem Lager, aus dem die Abfälle rückholbar sind? Und ist Ihnen eine Technik bekannt, mit welcher der geologische Zustand der Lagerstätte fernüberwacht werden könnte?
Frank Nagel, Wiesbaden

Gesetzlich ist vorgesehen, dass die Abfälle während des Betriebs des "Endlagers" rückholbar und bis zu 500 Jahre nach Verschluss bergbar seien müssen. Grundsätzlich ist dies zu begrüßen, auch aufgrund der Fehler bei bisherigen "Endlager"-Versuchen. Die Überwachung und eine mögliche Bergung der Abfälle nach Verschluss des Atommülllagers ist jedoch immer mit Risiken verbunden. Aus Sicht des BUND muss die Sicherheit immer oberstes Gebot sein: Die Möglichkeit der Rückholung oder Bergung radioaktiver Abfälle darf nicht zulasten der Langzeitsicherheit gehen. Untersuchungen eines verschlossenen Bergwerks etwa mit Sonden können jedoch diese Sicherheit gefährden. Daher muss je nach Konzept, Wirtsgestein und möglicher (künftiger) technischer Lösungen beurteilt werden, inwieweit eine Überwachung umgesetzt werden kann oder sollte. Es gibt hier noch viele weitere Herausforderungen – der BUND setzt sich für die größtmögliche Sicherheit ein.

Was Olaf Brandt zum Atommüll schreibt, kann ich ganz gut nachvollziehen. Der Müll ist da, und ich denke auch, dass die Menschheit dafür verantwortlich ist, sich um die "Entsorgung" zu kümmern. Eine Frage möchte ich gerne einmal Fachleuten stellen: Auf der Erde ist radioaktive Strahlung auf unabsehbare Zeit gefährlich, aber was ist mit dem Weltall? Vielleicht ja Spinnerei, aber wenn jetzt schon Touristen ins Weltall gekarrt werden, könnte man nicht den Atommüll gezielt Richtung Sonne schicken? Da dürfte er doch wirklich kaum Schaden anrichten?
Stefan Althoff, Beetzendorf

Die Idee, den radioaktiven Müll im Weltraum zu entsorgen, scheint auf den ersten Blick sehr reizvoll. Der BUND lehnt jedoch eine Entsorgung im Weltall aufgrund der großen Nachteile und Gefahren ab. Dazu zählen neben hohen technischen Hürden und Kosten vor allem Sicherheitsfragen und inakzeptable Risiken für Mensch und Umwelt. So müssen weltweit etwa 350.000 Tonnen hochradioaktiver Abfall entsorgt werden. Dies würde Tausende Raketen und Raketenstarts erfordern. Die Wahrscheinlichkeit eines Raketenfehlstarts liegt bei ein bis zehn Prozent – eine Havarie würde zu gravierender Freisetzung von Radionukliden führen. Damit würden die Abschussstelle und je nach Höhe der Explosion und der Witterung sehr große Gebiete auf lange Zeit stark verstrahlt. Außerdem wäre eine umfassende Behandlung der Abfälle und zahlreiche lange Atommülltransporte notwendig: Die Abfälle müssten zu einem Weltraumbahnhof in Äquatornähe gebracht werden.
Schließlich verpflichtet der internationale Weltraumvertrag Deutschland, eine schädliche Kontamination zu vermeiden. Aus Sicht des BUND darf der Müll nicht exportiert, sondern muss sicher in Deutschland gelagert werden. 

Lob und Tadel

Ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön für alle Ermutigung und allen Zukunftsglauben, die Ihr Magazin in der jetzigen Zeit der Orientierungslosigkeit und Resignation vieler Menschen ausstrahlt. Ich erinnere mich an Zeiten, da auch die BUND-Zeitschrift dem Negativen nicht viel entgegenzusetzen hatte. Danke, dass es Sie gibt!
Uta Köhler, Hohenleuben

Ein wirklich klasse Titelbild: "Was mag da rauskommen? Ganz geheuer ist das nicht." Das Gesicht spricht Bände. Glückwunsch. Ich fände es gut, wenn noch mehr fachlich fundierte und gut verständliche Artikel wie die über die Wasserknappheit oder die Wälder bei Cappenberg erschienen.
Wolfgang Meyer-Hesemann, Achterwehr

Ihr aktuelles Magazin hat mir nicht nur Freude bereitet. Als recht neues Mitglied bin ich etwas schockiert, wie unfair zu Tieren einige Ihrer Positionen sind, wenn auch verbrämt hinter Euphemismen wie tierschutzgerechte Jagd und tiergerechte Landwirtschaft. Glauben Sie wirklich, Bolzenschussgerät und Jagdgewehr könnten gerecht sein, in irgendeiner Form? Es ist doch genau dieser Artegoismus nach dem Motto "Wir sind die Tollsten!", der Tiere und ihre Habitate letztlich immer zu Ressourcen erniedrigt und mit eben diesem Dünkel die Erde verheert.
Wer Leib und Leben der Tiere aus menschlichem Nutzungskalkül entlässt, wird am ehesten anerkennen: Der Hambi gehört vor allem den Bewohnern des Hambi, der Danni gehört den Bewohnern des Danni. Die Tiefsee gehört nicht etwa Rohstoffjägern (gruselig!), sondern den Bewohnern der Tiefsee, wem sonst?
Rasch noch ein Tipp zu Ihrer Aussage, Fischotter seien tolle Tiere, die ich unbedingt teile: "Im Spiel der hellen Wasser" von Gavin Maxwell (dt. 1962) und "Ingo" von Walter von Sanden (1939) sind herzerwärmende Bücher, die erlebte Freundschaft mit Fischottern schildern und ihnen aus dieser hautnahen Erfahrung heraus das zugestehen, was wir selbstverständlich auch für uns beanspruchen: Persönlichkeiten haben Rechte! Wo das nicht gilt, herrscht Willkür.
Ute Esselmann, Bielefeld

Dem neuen BUNDmagazin lag Werbung der Firmen Biber und Humanitas bei. Beide verkaufen Produkte aus Lammfell, Kaschmir und Leder. Wenn der BUND seinen Auftrag, alle Tiere und unsere Umwelt zu schützen, ernst nimmt, dürfen Sie solchen Firmen nicht weiter eine Plattform bieten. Ich möchte dies mit meinen Beiträgen nicht unterstützen.
Sonja Nolte, Gäufelden

Der BUND wendet sich nicht gegen jede Form z.B. der Tierhaltung oder Jagd. Wozu auch gehört, dass die Tiere oder ihre Produkte anschließend sinnvoll genutzt werden. Insofern wollen wir Werbung für tierische Produkte wie Leder oder Lammfelle im BUNDmagazin nicht ausschließen.

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