Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 1/2017

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leserzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zu dieser Ausgabe

Alle Beiträge auf- oder zuklappen
Ross und Reiter nennen

Wer ist denn "die Politik"? Beispiele Seite 12: "Warum tut die Politik so wenig ..."; Seite 17: "Nicht auf die Politik warten"; Seite 19: "Die Politik hat das Recht ...". Um die Leser zu informieren, sollte das Kind auch beim Namen genannt werden. Nicht "die Politik", sondern bestimmte zur Zeit regierende Politiker schonen lieber die Industrie und die Kapitalbesitzer als Umwelt und Natur. Selbst in der CDU, in CSU und SPD gibt es Politiker, die sich für Umwelt und Naturschutz engagieren. Ich erinnere nur an den verstorbenen Hermann Scheer, der, obwohl seine Partei ihm bis heute nicht folgen will, die Energiewende maßgeblich aus der Taufe gehoben hat. Die Grünen, die Linke und auch die ÖDP haben Umwelt- und Naturschutz an
vorderster Stelle in ihrem Programm. Sind diese Parteien auch "die Politik"?
Nur wenn der BUND Ross und Reiter beim Namen nennt, können sich die Wähler eine neue Meinung bilden und damit eine neue Mehrheit für eine umweltgerechte Politik schaffen.
Reinhard Muth, Althütte

Zum Schwerpunkt Energiewende

Der Ökonom Uwe Leprich vom Bundesumweltamt sagt: "Klar, Preise müssen die Wahrheit sagen." Tun sie das? NEIN. Warum nicht? Weil in Deutschland – wie überall – Energie subventioniert wird (weltweit mit über 500 Milliarden $ jährlich) und die Schadstoffkosten durch Abgase im Strompreis nicht erscheinen (externalisiert werden). Atomstrom aus Neuanlagen ist auch ohne ausreichenden Versicherungsschutz heute schon teurer als Wind- und Sonnenstrom in Mitteleuropa (Hinkley Point C). Wie teuer wäre erst Strom aus neuen Kohlekraftwerken – mit und ohne Subventionen und eingepreisten Schadstoffbeseitigungskosten?
Klaus Warzecha, Wiesbaden

Ich bin prinzipiell ein Befürworter der Energiegewinnung aus Windkraft und Atomkraftgegner. Die Art und Weise, wie man die Energiegewinnung aus Windkraft im Saarland umsetzt, ist jedoch unmöglich. Hier werden Windräder grundsätzlich nur im Wald errichtet. Allein im Bereich Köllertal werden jetzt zwei Windparks in den Wald gesetzt und dafür hektarweise Bäume gerodet. Es handelt sich um den "Windpark Schwalbach" und den "Windpark Bous". Das Verwerfliche ist, dass die Bürger und selbst die betroffenen Stadt- und Gemeinderäte von keinem der involvierten Akteure – Windparkbetreiber (Dunoair) und Behörden (Landesumweltministerium, Saarforst) – vorab informiert wurden. Hinzu kommt, dass beide Windparks an windschwachen Standorten errichtet werden.
Ich bin überzeugt, dass diese Art der Energiegewinnung nicht nur keine "grüne" Energieform darstellt, sondern im Gegenteil höchst umweltschädlich ist. Es kann nicht sein, dass pro Windrad mind. 1 Hektar Wald gerodet werden muss!
Was mich auch entsetzt, ist, dass der "Saarforst" mit den Windparks ordentlich Profit macht: Er erhält nicht nur hohe Pachteinnahmen vom Windparkbetreiber, sondern kann noch die gefällten Bäume für gutes Geld verscherbeln. Deshalb werden hier die Windräder nicht auf Feldern und Wiesen, sondern ausschließlich im Wald errichtet.
Die Bilder im "BUNDmagazin" gaukeln den Lesern vor, dass Windkraftanlagen an Orten errichtet werden, wo sowieso kein Baum und Strauch steht. Im Saarland ist das Gegenteil der Fall, wertvolle Natur wird flächendeckend "plattgemacht". Wenn der BUND nur ein Mindestmaß an Objektivität für sich beansprucht, muss er über diese katastrophalen Folgen für Umwelt und Natur durch Windkraft berichten.
Axel Denzer, Püttlingen

Der Überschrift des Kommentars "Energiewende zum Erfolg führen!" ist zuzustimmen. Jedoch sollte auch der Kommentar eines Vorsitzenden einer Naturschutzorganisation auf die aktuell zu Recht diskutierten Probleme rund um die Windkraftanlagen eingehen – oder diese zumindest ansprechen. Die Forderung "... benötigen wir noch viele ... Windkraftanlagen" muss differenzierter dargestellt werden. Besonders ärgerlich ist, dass die Folgeseite des BUNDmagazins eine Werbeanzeige der Naturstrom AG zeigt.
Ein Verdacht, dass solche Vorgehensweisen abgesprochen worden sind, sollte nicht aufkommen. Ein sehr unschönes Zusammenwirken von Kommentar und Werbeanzeige.
Bernd Brehm, Hildesheim

Mit der Energiewende beschäftige ich mich seit Wackersdorf, damals war ich eine Zeitlang in der Bundesjugendleitung der BUNDjugend. Später habe ich mein "Hobby" zum Beruf gemacht und arbeite mit voller Überzeugung in der Solarthermiebranche.
Nun war ich sehr froh, dass das neueste Magazin mit dem Titelthema die "Energiewende retten!" will. Die einzelnen Artikel sind als solche auch gut geschrieben und nachvollziehbar – allerdings ohne dass die Energiewende im Wärmebereich überhaupt angesprochen wurde. Interessiert den BUND nicht, dass die Solarthermiebranche zwischen Dumpingpreisen für PV-Module aus China und Dumpingpreisen für Erdöl massiv in die Klemme geraten ist?
Währenddessen propagiert die Wärmepumpenbranche unverfroren die Elektroheizung als Lösung für die Klimaschutzpolitik. Nebenbei bemerkt, auch ich sehe Wärmepumpen für bestimmte Anwendungen als sinnvoll an. Aber diese Technik kann unmöglich als 100%-Lösung zur Dekarbonisierung des Wärmesektors funktionieren. Aktuell ist sie jedenfalls in den entscheidenden Wochen des Jahres auf Strom aus Kohlekraftwerken angewiesen. Und ein kompletter Umbau dieser Stromerzeugung auf Windenergie wäre letztlich doch ein Overkill, was die Naturschutzproblematik betrifft.
Kurz: Ich würde mich freuen, wenn in der nächsten Ausgabe auch die nicht-elektrischen Erneuerbaren Energien, mit denen die Stromnetze entlastet werden können, eine breitere Darstellung erhalten, allen voran die klassische Solarwärme.
Axel Horn, Sauerlach

Beim Ausbau der Stromnetze habe ich den dringenden Verdacht, die Stromkonzerne lassen sich diese neuen Trassen vom Steuerzahler ausbauen. Anschließend reißen sie ihre alten maroden Netze nieder. Sie sparen das Geld für den Ausbau und die Erneuerung.
Aber sind die neuen Stromtrassen überhaupt erforderlich? Würden alle Haushalte und alle Straßenlaternen auf LED umgestellt, wären einige MWh eingespart. Klar kostet die Umrüstung Millionen, die aber sehr gut angelegt wären, da auf Dauer Energie eingespart würde. Ich selbst habe in meinem Haus alles auf LED umgestellt. Vorher mit den alten Lampen lag der Gesamtbeleuchtungsstrom bei über 400 Watt, mit den LED sind es gerade noch 50 Watt; eine Einsparung von 350 Watt. Gerechnet auf eine Million Haushalte kommt einiges zusammen. Würde meine Gemeinde ihre 2000 Straßenleuchten umrüsten, käme ca. 1 Mwh zusammen. Dabei ist es eine relativ kleine Gemeinde. Es ist aber nicht nur die absolute Energieeinsparung, die zählt. Es sind die allabendlichen Stromspitzen, die durch solche Einsparungen abgebaut werden. Denn die Stromspitzen kosten in den Kraftwerken sehr viel unnütze Energie.
Die Bundesregierung könnte Anreize schaffen für diese Umrüstung, indem sie z.B. die Mehrwertsteuer erstattet usw. Das Geld wäre hier besser ausgegeben, als wenn es in die paar Elektroautos gesteckt wird.
Klaus Eyssel, Bad Dürrheim

Ich stimme Ihnen zu, wenn es darum geht, fossile Brennstoffe und AKW's aus unserer Welt zu entfernen. Doch bis jetzt können weder Windräder noch sonstige erneuerbaren Energieproduzenten Energie speichern. Nun sollen im südhessischen "Stillfüssel" Windkrafträder aufgestellt werden. Es handelt sich um ein FFH-Gebiet im UNESCO-Park mit Welterbestatus! Dort leben bis jetzt noch der menschenscheue Schwarzstorch, außerdem seltene Uhus, Waldohreulen, Rot- und Schwarzmilan und noch andere schützenswerte Tiere.
Der Darmstädter "Öko"-Stromanbieter ENTEGA – Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Partsch, zugleich Oberbürgermeister dieser Stadt – ignoriert alle diese Tatsachen. Er und seine Gutachter wollen keine Vögel und deren Horste gesehen haben, doch der NABU konnte im letzten Frühjahr über 50 Vogelhorste nachweisen. Das ist Korruption auf Kosten der Tiere. Diese können sich nicht wehren. Ich möchte Sie bitten, gegen diese Machenschaften aktiv vorzugehen und dem Schwarzstorch eine Chance zu geben. Das ist ein Hilferuf im Namen der Natur!
Ingrid Moderer, Eberbach

Diesel

Wenn man Dieselautos durch Elektroautos ersetzen will, muss man auch Dieselloks durch Elektroloks ersetzen. Dort, wo der meiste Windstrom anfällt, fahren noch immer Dieselloks, z.B. von Bremerhaven nach Cuxhaven und von Hamburg nach Sylt oder Itzehoe. Statt den Windstrom über teure und umweltschädliche Höchstspannungs-Freileitungen nach Süden zu transportieren, sollte man dringend alle Bahnlinien elektrifizieren. Kompetenzschwierigkeiten müssen dafür überwunden werden. Auch hier am Rand des Nordharzes fahren immer noch Dieselloks.
Wann hört man übrigens endlich auf, alle Dieselfahrzeuge undifferenziert zu verurteilen? Von Interesse ist doch, wer wie viel Feinstaub und Stickoxide erzeugt: Pkw mit und ohne Katalysator, Lkw verschiedenen Alters, Dieselloks, Fracht- und Passagierschiffe ... Wo sollte man mit der Sanierung beginnen?
Christian Frege, Bad Gandersheim 

Was ist Suffizienz?

Ihren Artikel und die Broschüre zur Suffizienz finde ich sehr gut. Darüber sollte noch mehr informiert werden. Entscheidend wird aber sein, dass dieses Wissen auch in der Politik und z.B. im Wahlkampf ankommt und sich etwas im Wahlverhalten tut. Eine Partei, die die Suffizienz seit Langem fordert und ein gutes Leben für alle durch einen Ausstieg aus der Wachstumswirtschaft und Einstieg in eine Gemeinwohl- bzw. Postwachstumsökonomie erreichen will, ist die ÖDP. Diese kleine Partei könnte viel bewirken, wenn sie mehr Unterstützung bei Wahlen bekommen würde.
Hermann Eckstein, Dischingen

Gender-Sternchen

Ihr BUNDmagazin 1/2017 war erneut inhaltlich interessant und spannend. Warum aber nun auch Sie dieser Gendersternmode auf den Leim gingen, will ich nicht verstehen. Wozu soll es gut sein, dass Sie sich selbst und uns Leser ständig daran erinnern zu müssen glauben, zwischen den beiden Polen menschlichen Sexualverhaltens seien fast beliebig viele, "natürlich" auch sozial bedingte Varianten möglich? Solche Sprachgängelei widerspricht nicht nur gutem journalistischem Stil, sondern auch deren eigentlicher Intention, denn die eher männliche Welthälfte wird von ihr willkürlich diskriminiert oder bevorzugt.
Beispielsweise war in dem Heft von unbesternten Politikern, Versorgern, Betreibern, Windkraftgegnern, Abnehmern, Kunden, Lehrern, Schülern, Bauern, Teilnehmern, Freunden (der Erde) und sogar Drogendealern die Rede. Sollen wir jetzt glauben, all diese Personalpronomina meinten de facto ausschließlich männliche Personen, diskriminierten diese also wahlweise positiv oder negativ (und weibliche dementsprechend umgekehrt)?
Vielleicht würden Sie darauf antworten: Na gut, dann besternen wir all diese Personenbezeichnungen eben auch noch! Das unvermeidliche Ergebnis wären vollkommen unlesbare Texte. In Texten, die gut lesbar sein sollen, führt an den sexuell als "männlich" imponierenden Flektionsformen, die doch nur die sprachgerechtesten Formen sind, also weiterhin kein Weg vorbei. Sie sind nach wie vor auch gendergerecht, wenn Sie und wir sie konsequent und inhaltsentsprechend überall verwenden.
Ihr Sprung auf den sprachzerstörerischen Genderstern unterstellt zudem, alle BUND-Mitglieder und -Sympathisanten, also ausdrücklich auch diejenigen, die nicht nur die natürliche, sondern auch die sprachliche Vielfalt für schützenswert halten, fänden dieses "Gender-Gaga" (Autorin: Birgit Kelle)  gut. Dieser Unterstellung sei hier heftig widersprochen.
Hermann Dieter, Blankensee

Verwundert stelle ich fest, dass Sie sich an dem Genderwahnsinn auch beteiligen.
Mir scheint, Sie wissen wirklich nicht, wer und was hinter dieser perfiden Bewegung steckt, die auch noch politisch mit unseren Steuergeldern unterstützt wird. Es geht nun wirklich nicht um das Deckmäntelchen "Gleichstellung der Geschlechter".
Ja, an manchen Universitäten sagt man schon: "Herr Professorin" um gendergerecht zu sein. Geht’s noch? Sind die Deutschen total bescheuert? Und dann beklagt man den Verfall der deutschen Sprache ...
Informieren Sie sich, setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein und pfeifen Sie künftig auf das Gendersternchen. Sollten Sie weiter "gendern", trete ich aus dem BUND aus – ohne weitere Erklärung!
Irmtraud Jung, Melsungen

Im neuen BUND-Magazin fangen auch Sie mit diesem albernen Gender-Unfug an. Bei jedem künftigen Sternchen, das meinen Lesefluss stört, werde ich mich fragen "Haben die nichts Besseres zu tun?" und wird sich meine Spendenbereitschaft verringern.
Anselm Rothe, Birkenau

Hundepest?

Ihr Autor outet sich als Hundehasser und drückt sich mit dem Begriff "Hundepest" dermaßen negativ und pauschal über morgendliche Hunde-Spaziergänger aus!
Gehören Hunde nicht zur Natur? Ich nehme an, dass Herr Zillich gar nicht die Hunde meint, sondern eigentlich die Hundebesitzer. Ihm scheint jedoch der Unterschied zwischen rücksichtsvollen und umsichtigen Hundebesitzern und solchen, die ihre Hunde sorg- und achtlos umherstreifen lassen, noch nie aufgefallen zu sein. Sonst hätte er sich reflektierter und differenzierter ausgedrückt. Deshalb an dieser Stelle meine Bitte: Schauen Sie genauer hin und werfen Sie nicht alle Hundebesitzer in einen Topf!
Ich bin seit über 35 Jahren Mitglied im BUND und spüre gelegentlich bei anderen Mitgliedern diese gewisse Feindseligkeit Hunden gegenüber (die für Konflikte am allerwenigsten verantwortlich sind!). Ich selbst habe immer Hunde von Tierschutz-Organisationen, die ich auch nur dann frei laufen lasse, wenn sie keinen Jagdtrieb haben (das gibt es!). Für mich gehören diese Tiere, die der Mensch vor Jahrtausenden domestiziert hat, die er jedoch teilweise schändlichst behandelt, ebenso zur Natur wie Reiherente, Kiebitz, Eisvogel usw. Es handelt sich um ein Lebewesen, dem wir ebenfalls ein möglichst artgerechtes Leben gewähren sollten –im Rahmen unserer Möglichkeiten in einem dicht besiedelten Land mit wenigen Naturschutz-Zonen.
Den Begriff "Hundepest" möchte ich bitte nie wieder in Ihrem Magazin lesen! Mit so einer Wortwahl disqualifiziert sich Ihr Autor selbst!
Doro Kammerer, Grafrath

Redaktionsanschrift

BUNDmagazin


Am Köllnischen Park 1 10179 Berlin E-Mail schreiben Tel.: (030) 2 75 86-457

BUND-Bestellkorb