“Die Bundesregierung muss die Beschlüsse aus Jerewan jetzt umsetzen und das Weltnaturabkommen ernst nehmen. Dazu gehört, klima- und umweltschädliche Subventionen abzubauen: etwa die Energiesteuerbefreiung für Kerosin mit knapp 7 Milliarden Euro, die Dieselsteuervergünstigung mit rund 6,5 Milliarden Euro, den befristeten Tankrabatt sowie Agrarsubventionen ohne wirksame Umweltanforderungen. Die Bundesregierung muss den politischen Rahmen so setzen, dass der Verbrauch von Energie, Ressourcen und Fläche auf ein für Natur und Klima verträgliches Maß sinkt. Naturschädigende Wirtschaftsweisen müssen gestoppt werden; Raubbau an der Natur darf sich nicht mehr lohnen. Deutschland darf sich nicht weiter an der Naturzerstörung weltweit beteiligen.”
Hintergrund:
Die 17. UN-Biodiversitätskonferenz in Jerewan, Armenien, dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 31. Oktober. Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen haben sich die Delegierten doch noch auf gemeinsame Beschlüsse zu wichtigen Themen einigen können: Die erste weltweite Überprüfung der Umsetzung des Weltnaturabkommens, die Finanzierung des globalen Biodiversitätsschutzes, die Stärkung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sowie die bessere Verzahnung von Biodiversitäts- und Klimaschutz.
Die 17. UN-Biodiversitätskonferenz diente der ersten globalen Überprüfung des vor vier Jahren in Kunming-Montreal vereinbarten Weltnaturabkommens. Die Bestandsaufnahme zur Halbzeitbilanz zeigte deutlich, dass die bisherigen Fortschritte bei Weitem nicht genügen, um die 23 vereinbarten Ziele des Weltnaturabkommens bis 2030 zu erreichen. Auch in Deutschland fehlen für die meisten Ziele noch immer konkrete Maßnahmen.
Mehr Informationen:
- Positionspapier der Umweltorganisationen zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz
- BUND-Naturschutzklage: BUND reicht Verfassungsbeschwerde ein
Kontakt:
- Nicola Uhde, BUND-Expertin für globale Biodiversitätspolitik, Tel.: +49 30-275 86 498, E-Mail: Nicola.Uhde(at)bund.net
- BUND-Pressestelle: Daniel Jahn | Clara Billen | Lara Dalbudak | Sigrid Wolff (derzeit abwesend), Tel.: +49 30 27586-531 | -464 | -425 | 497