Kommentar zum Nobelpreis: "Genschere" bedeutet Verantwortung – Ohne Risikoprüfung keine CRISPR-Pflanzen auf den Acker und CRISPR-Tiere im Stall

07. Oktober 2020

Daniela Wannemacher, Gentechnik-Expertin des BUND, kommentiert die Vergabe des Nobelpreises an Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier für die Entdeckung der CRISPR/Cas-Technologie (Genschere):

BUND-Gentechnik-Expertin Daniela Wannemacher  (Simone Neumann)

"CRISPR/Cas ermöglicht umfassende Manipulationen am Genom, das zeigt die heutige Nobelpreis-Verleihung einmal mehr. Umso wichtiger ist es, dass mit Blick auf die Anwendungen das Vorsorgeprinzip und ein verantwortungsvoller Umgang mit der mächtigen Technologie gesichert sind. Entsprechend hat auch der EuGH 2018 gefordert, dass Verfahren wie CRISPR/Cas dem europäischen Gentechnikrecht unterstellt bleiben. 

Deshalb: Ohne Risikoprüfung, Zulassung und Kennzeichnung nach EU-Gentechnik-Freisetzungsrichtlinie dürfen keine CRISPR-Pflanzen auf den Acker und keine CRISPR-Tiere in den Stall. Und es darf keine Freisetzung von neuen Anwendungen wie Gene Drives geben, die das Potential haben, ganze Ökosysteme empfindlich zu stören."

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  • Kontakt: Daniela Wannemacher, BUND-Expertin für Agro-Gentechnik, Tel. (030) 2 75 86-567, Mobil: 0 15 90 / 1 34 02 27, daniela.wannemacher(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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