Deutschland muss Ziele der Weltnaturschutzkonferenz umsetzen

15. Juni 2023 | Lebensräume, Flüsse & Gewässer, Meere, Naturschutz, Wälder

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt den Entwurf für eine neue Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Zum Auftakt des Dialogs über die neue Strategie zur Biologischen Vielfalt durch das Bundesumweltministerium erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND:

„Die Krise der biologischen Vielfalt betrifft uns alle. Der vorliegende Entwurf der neuen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt macht deutlich: Wir müssen alle anpacken, um Natur und Arten und damit auch die zahlreichen Leistungen der Natur für uns zu retten. Schutz vor Dürre, nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, Erholung und Gesundheit sind ohne eine intakte Natur unmöglich. Ich begrüße, dass es den Entwurf für eine erste neue Strategie seit 2007 nun gibt und vor allem die Möglichkeit zu einem breiten gesellschaftlichen Dialog darüber. 

Deutschland muss in der EU und daheim die Ziele der Weltnaturschutzkonferenz von Montreal umsetzen: mindestens 30 Prozent der weltweiten Landes- und Meeresfläche bis 2030 wirksam schützen, die Menge der für Mensch und Umwelt gefährlichen Chemikalien und Pestizide bis 2030 halbieren und umweltschädliche Subventionen abbauen. Wichtigste Aufgabe der neuen Strategie muss die Bekämpfung der Treiber der Naturzerstörung sein.

Am Ende muss eine Strategie der Bundesregierung mit konkreten Maßnahmen und Verpflichtungen für jedes einzelne Ressort stehen. Für einen Erfolg braucht es zudem konkrete Unterstützung der zahlreichen gesellschaftlichen Akteure in Bund, Ländern und Kommunen. Denn die Rettung der biologischen Vielfalt braucht uns alle."

Hintergrund: 

Die internationale Naturschutzkonferenz der Konvention zur Biologischen Vielfalt hat weitreichende Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt beschlossen. Deutschland ist jetzt als Vertragspartner in der Pflicht diese zu konkretisieren und umzusetzen. Die Umsetzung der bisherigen Nationalen Biodiversitätstrategie zeigt, dass die Ziele verfehlt wurden insbesondere durch fehlende konsequente Umsetzung. Viele deutsche Schutzgebiete sind durch jahrelanges Missmanagement in schlechtem Zustand. Die Meeresschutzgebiete werden durch nicht-nachhaltige Fischerei weiterhin ausgebeutet, die schädliche Intensivierung der konventionellen Landwirtschaft lässt ganze Landstriche ökologisch veröden. Die Populationen von Insekten und Singvögeln sind in Folge dessen dramatisch eingebrochen. Auch beim Waldschutz hinkt die Bundesregierung der Analyse des BUND zufolge hinterher. 

Mehr Informationen: 

Kontakt: 

  • Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte
    Tel.: 030-27586-543
    E-Mail: magnus.wessel(at)bund.net
  • BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Clara Billen | Lara Dalbudak 
    Tel. 030-27586-497 |-531 | -464 | -425 |
    E-Mail: presse(at)bund.net

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb