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COP 23: Demo-Netzwerk "Klima schützen – Kohle stoppen" protestiert in Neurath. CO2-Ballons vor rauchenden Schloten

03. November 2017 | Klimawandel, Kohle, Bundestagswahl

Berlin/Neurath: Vor dem Kohlekraftwerk Neurath haben am Freitag knapp 100 Aktive des Demo-Bündnisses "Klima schützen – Kohle stoppen!" mit etwa zwei Meter großen CO2-Ballons protestiert. Kurz vor Beginn der 23. Weltklimakonferenz (COP23) fordert das Bündnis von der künftigen Bundesregierung einen schnellen, sozialverträglichen Kohleausstieg und die konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Die Aktion heute spannt den Bogen von Europas größtem Braunkohlerevier über die große Klimaschutz-Demonstration bis hin zum Tagungsort, wo die Repräsentanten der Vertragsstaaten vom 6.–17. November beraten.

Für das Demo-Bündnis entscheidet sich die Glaubwürdigkeit der Klimaschutzmaßnahmen hierzulande am Kohleausstieg. Die deutsche Bundesregierung gibt sich als Vorreiter beim Klimaschutz – doch die eigenen Klimaschutzziele wird sie deutlich verfehlen. Das Bündnis fordert daher ein Sofortprogramm für den Klimaschutz und die Abschaltung der Hälfte der deutschen Kohlekraftwerke innerhalb weniger Jahre. Nur so könnte Deutschland seine mit dem Pariser Klimavertrag beschlossenen Verpflichtungen noch einhalten.

Dazu sagte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des nordrhein-westfälischen Landesverbandes im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Glaubwürdige Klimapolitik fängt vor der eigenen Haustür an. Im Rheinischen Braunkohlenrevier wird sich entscheiden, ob Deutschland seine Verpflichtungen zum Klimaschutz erfüllen kann. Das geht nur mit dem schnellen Ende für die klimaschädliche Kohle. Auch als Ausrichter der UN-Klimakonferenz in Bonn muss Deutschland endlich seiner globalen Verpflichtung zur Klimagerechtigkeit nachkommen."

Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, sagte: "Energiewende heißt für uns beides: Die Zukunft mit Sonne und Wind anschalten. Und die Vergangenheit, die Kohle, abschalten. Wenn wir das Klimaziel für 2020 erreichen wollen, dann müssen wir bis dahin die Hälfte der installierten Leistung der Kohlekraftwerke vom Netz nehmen. Nur dann werden wir andere Staaten überzeugen, dass Energiewende und Klimaschutz Hand in Hand gehen."

Die Ballons wurden in einem symbolischen Kraftwerksschlot befüllt, um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid sichtbar zu machen. Die Emissionen aus Kohlekraftwerken tragen maßgeblich zum Klimawandel bei. Um die Menge CO2 darzustellen, die das Kraftwerk Neurath an einem Tag ausstößt (pro Jahr 31 Millionen Tonnen CO2 – nur ein Kraftwerk in Europa, Belchatow in Polen, stößt mehr aus), müssten fast 20 Millionen solcher Ballons befüllt werden.

Die CO2-Ballons werden heute noch von Neurath nach Bonn gebracht und sind Teil der großen Demonstration am Samstag durch die Bonner Innenstadt. Start und Auftaktkundgebung der Demonstration "Klima schützen – Kohle stoppen!" ist am 4.11.2017 um 12 Uhr auf dem Münsterplatz in Bonn. Die Abschlusskundgebung findet in der Genscherallee ab 14:30 Uhr statt.

Mehr Informationen

Im Trägerkreis der Demonstration "Klima schützen – Kohle stoppen!" wirken mit: Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, Klima-Allianz Deutschland, Misereor, Naturfreunde Deutschlands, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Oxfam Deutschland, Umweltinstitut München, WWF Deutschland

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