Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

BUND-Jahresversammlung: Neue Regierung muss 2018 glaubhaft zum Klimaschutzjahr machen

19. November 2017 | Atomkraft, BUND, Bundestagswahl, Chemie, Energiewende, Flüsse & Gewässer, Grünes Band, Klimawandel, Kohle, Landwirtschaft, Lebensräume, Massentierhaltung, Meere, Mobilität, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Ressourcen & Technik, Schmetterlinge, Suffizienz, TTIP / CETA, Umweltgifte, Wälder, Wildbienen, Wildkatze

Berlin: Rund 150 Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben bei ihrer dreitägigen Bundesdelegiertenversammlung in Berlin den Rahmen für die Arbeit des BUND im Jahr 2018 festgelegt. Neben der Positionierung zu einer möglichen Jamaika-Koalition ging es bei dem Verbandstreffen unter anderem um Atompolitik, EU-Umweltpolitik sowie die soziale und ökologische Bedeutung von Stadtnaturschutz. Als roter Faden zog sich die Diskussion über Klimaschutz und notwendige Treibhausgas-Minderungsmaßnahmen in den Bereichen Energiepolitik, Verkehr und Landwirtschaft durch die gesamten Debatten. Die künftige Regierung müsse Klimaschutz höchste Priorität einräumen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger: "2018 muss die neue Regierung glaubhaft zum Klimaschutzjahr machen."

Bereits am Samstagabend beschlossen die BUND-Delegierten einen Appell an die verhandelnden Jamaika-Parteien, den Weg zu einer nachhaltigen Republik zu beschreiten und unter anderem bis 2030 den Kohleausstieg zu vollziehen. "Um die deutschen Klimaziele und das Weltklimaabkommen von Paris einzuhalten, müssen alle Kohlekraftwerke, die vor 1990 gebaut wurden, in den nächsten drei Jahren vom Netz", sagte Weiger. Ebenfalls dringend geboten sei sofortiges Handeln in den Bereichen Verkehr und Landwirtschaft.

Auch die künftige Atompolitik der Bundesregierung wurde bei der BUND-Versammlung ausführlich diskutiert. "Die Sicherheit für Mensch und Umwelt und der Strahlenschutz bei der Atommülllagerung haben für uns absolute Priorität. Eine breite öffentliche Debatte, die Probleme und Risiken gerade auch der Zwischenlagerung klar benennt, ist längst überfällig. Die betroffene Bevölkerung muss beteiligt werden", sagte Weiger. Ziel des BUND ist es, eine möglichst risikoarme Atommülllagerung zu erreichen und schlechte Alternativen wie die dauerhafte Zwischenlagerung und Atommüllexporte zu verhindern. Der BUND will sich außerdem weiterhin in Deutschland und verstärkt auf europäischer Ebene für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und -anlagen einsetzen, für das Ende des Euratom-Abkommens und für die Wende hin zu hundert Prozent erneuerbaren Energien.

Der BUND will zudem deutlicher auf die klimaschädlichen Auswirkungen der Ernährungsproduktion hinweisen und darauf, wie diese verringert werden können. Weitere BUND-Beschlüsse behandeln die Notwendigkeit von Naturschutzausgleichsmaßnahmen bei Bauprojekten, die aus BUND-Sicht zu verhindernde Nutzung von Zementwerken als Müllverbrennungsanlagen sowie Solidarität mit dem Widerstand zum Erhalt des Białowieża-Waldes in Polen. Bezüglich der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie will der BUND die verbandliche Arbeit intensivieren, um massive Rückschritte beim Evaluierungsprozess im Jahr 2018 oder gar die drohende Aufhebung dieses Kernelements der EU-Umweltgesetzgebung zu verhindern.

Die Delegierten verständigten sich auch auf einen Ausbau der Arbeit des BUND zum Stadtnaturschutz. "Die Stärkung der biologischen Vielfalt in der Stadt, das Schaffen und Erhalten naturnaher Grünflächen und die Reduktion des Ressourcenverbrauchs in Städten sind Kernaufgaben für den BUND, die in dem Verband eine lange Tradition haben. In den letzten Jahren haben sich  leider die Probleme des städtischen Naturschutzes verschärft", sagte der BUND-Vorsitzende. Zugleich hätten sich zahlreiche Initiativen wie Urban Gardening, Transition Town, Projekte für mehr Stadtgrün, Tauschringe, Repaircafés und nachhaltige Wohnprojekte gebildet, mit denen sich die Menschen ihre Städte zurückerobern.

Aktuell wird der BUND von rund 585.000 Menschen unterstützt. Als einer der größten föderal strukturierten deutschen Umweltverbände hat er 16 Landesverbände und rund 2000 Kreis- und Ortsgruppen. Der BUND ist Mitglied des internationalen Netzwerks Friends of the Earth International (FoEI) und hat Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.

Mehr Informationen

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb