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Artenschutz in Europa in Gefahr. BUND fordert Sofortprogramm für Artenvielfalt

20. Mai 2015 | Naturschutz, Wildbienen

Berlin: Anlässlich des heute von der EU-Kommission veröffentlichten Berichts zur Lage der Natur in Europa und der Veröffentlichung des Artenschutzreports des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, die Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa zu intensivieren. "Um Lebensqualität, natürliche Ressourcen und Artenvielfalt wirksam zu sichern, braucht es in Deutschland und in ganz Europa ein Sofortprogramm, das bis 2020 konkrete Artenschutzerfolge bewirkt", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

"Der Artenschutzbericht zeigt einmal mehr, dass die Politik die Prioritäten richtig setzen muss, um positive Veränderungen zu erreichen", so Weiger. "Kernelement des Artenschutzes müssen Reformen in der Landwirtschaft sein. Die industrielle Landwirtschaft verursacht zurzeit die größten Schäden an Natur und Umwelt", sagte der BUND-Vorsitzende. In Deutschland ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von über 50 Prozent der größte Flächennutzer. Zudem werden täglich 74 Hektar Land durch Straßen- und Siedlungsbau versiegelt.

Der europäische Bericht zur Lage der Natur und der deutsche Artenschutzreport weisen in die gleiche Richtung: Trotz einzelner Erfolge beim Schutz des europäischen Naturerbes und der stabilen Rechtsgrundlage, die das europäische Naturschutzrecht bietet, reichen die bisherigen Natur- und Artenschutzmaßnahmen nicht aus. Besonders stark geschädigt seien die Bestände von Brutvögeln wie Rebhühnern, von Feldhamstern und Wildbienen.

"Anstatt wie geplant die europäische Naturschutz-Gesetzgebung zu ändern, muss die Kommission von den Mitgliedsstaaten die bessere Durchsetzung der bestehenden Naturschutzrichtlinien und -verordnungen fordern und auf eine ausreichende Finanzierung dafür dringen. Man muss nichts reparieren, was nicht zuvor beschädigt worden ist", sagte der BUND-Vorsitzende. "Wir brauchen ein Umdenken in der Landwirtschaft und keine Debatte um die Rechtsgrundlagen des Naturschutzes in der EU", so Weiger.

Unter dem Motto "Nature Alert" ruft der BUND gemeinsam mit anderen Umweltschutzverbänden die EU-Bürgerinnen und -Bürger auf, sich für den Schutz der Natur in Europa einzusetzen. Bis zum 24. Juli 2015 kann jede/r der EU-Kommission unmissverständlich mitteilen, dass sie das Fundament des europäischen Naturschutzrahmens nicht beschädigen darf.

Pressekontakt

  • Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte, Tel. (0 30) 2 75 86-543, Mobil: 01 60/93 72 18 30, bzw. Annika Natus, BUND-Pressereferentin, Tel. (0 30) 2 75 86-464/-425, presse(at)bund.net

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