Digitale Schreibwerkstatt

Die erste digitale BUND-Schreibwerkstatt ist gestartet! Über 50 engagierte Menschen haben zusammen mit unseren Schirmmenschen im September begonnen, sich gemeinsam Gedanken über das "Gute Leben für alle" in einer wachstumsunabhängigen Gesellschaft zu machen.

Die Arbeit der BUND-Schreibwerkstatt

Bis Ende Januar 2021 wollen die Teilnehmenden an der BUND-Schreibwerkstatt radikal-realpolitische Vorschläge für eine zukunftsfähige Wirtschaft entwickeln. Gemeinsam wollen wir weitreichende Vorschläge für die Transformation in die politische Diskussion einbringen. Die Gestaltung der Zukunft betrifft uns alle.

Gemeinsam mit den Moderatorinnen und unterstützt durch Schirmmenschen und Expert*innen aus dem Verband diskutieren die Teilnehmer*innen der digitalen Schreibwerkstatt die folgenden Themen:

Gerrit von Jorck

VÖW-Arbeitsgemeinschaft sozial-ökologische Arbeits- und Zeitforschung

Arbeit und Tätigsein

Klaus Dörre

Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie (Uni Jena)

Verteilungsfragen

Stephan Lessenich

Inhaber des Lehrstuhls für Soziale Entwicklungen und Strukturen (LMU)

Neue Demokratieformen

Im Fokus: Wachstumsunabhängig – warum?

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Unser auf Wachstum basierendes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat die globalen ökologischen Grenzen bereits massiv überschritten – Klimakrise und das rasante Aussterben von Arten bedrohen die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten. Zeitgleich führt uns die Corona-Pandemie vor Augen, wie verletzlich unsere Natur ist.

Die Corona-Pandemie ist eine Infektionskrankheit, die wahrscheinlich von Wildtieren auf den Menschen übertragen wurde. Der Ursprung der Corona-Pandemie liegt in unserem Umgang mit der Natur – wir Menschen verändern Lebensräume wie niemals zuvor. Der Zusammenhang ist klar: Bringen wir unsere Natur aus dem Gleichgewicht, so bringen wir uns auch als Menschen in Gefahr. Die Corona-Krise wirft zudem ein grelles Licht auf gesellschaftliche Ungleichheiten. Auch in sozialer Hinsicht gerät unser Wirtschaftssystem an seine Grenzen. Eine immer höhere Arbeitsbelastung, Überstunden, die Beschleunigung des Lebensalltags sowie die steigende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen auch in Deutschland sind dafür klare Anzeichen.

Nur ein gesellschaftlicher Aufbruch führt uns aus der Corona-Krise und zu einem erfolgreichen Umgang mit der Klimakrise und dem Artensterben. Dazu müssen wir grundlegende soziale und ökologische Fragen als Gesellschaft gemeinsam beantworten. Für einen sozial-ökologischen Umbau weg von einer Konkurrenz- und hin zu einer Gemeinwirtschaft müssen wir radikal mit den bestehenden Denkweisen brechen, auf denen unser aktuelles Wirtschaftssystem beruht.

Es gibt bereits einige Visionen einer Postwachstumswirtschaft und -gesellschaft, allerdings wenig konkrete Vorschläge, wie der Weg dahin gestaltet werden kann. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir wissenschaftlich basiert Wege der Transformation aufzeigen und konkrete Vorschläge formulieren:  Unser Ziel ist eine Postwachstumsgesellschaft, in der soziale Gerechtigkeit mit Umwelt- und Naturschutz Hand in Hand geht. Eine Gesellschaft, in der wir Wohlstand so verstehen, dass gemeinsames Wirtschaften an menschlichen Bedürfnissen orientiert wird. Dass wir füreinander und uns selbst Sorge tragen und die Natur als Teil unseres eigenen Lebens sehen. Um ein "Gutes Leben für alle" sicherzustellen, müssen wir auch bestehende Herrschafts- und Diskriminierungsformen kritisch reflektieren und überwinden.

Die enge weltwirtschaftliche Verflechtung macht es dabei notwendig, auch nach internationalen Antworten zu suchen. Die Lebens- und Produktionsweisen im globalen Norden, insbesondere auch das Wirtschaften der Europäischen Union, haben erhebliche Auswirkungen auf andere Teile der Welt. Wir in Europa sind deshalb besonders gefragt, diese Auswirkungen zu beenden und einen emanzipatorischen Weg hin zu einer transformierten Wirtschaft und Gesellschaft zu finden.

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