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Unser Tipp im November: Das Hermelin

18. November 2017 | Naturschutz, BUND

Das Hermelin ist im Winter mit seinem weißen Fell gut getarnt.  (mlharing / iStock.com)

Der November ist da – und auch wenn er sich gewohnt grau und trist darstellen sollte, wartet er mit einem Lichtblick auf, im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Hermelin (Mustela erminea) tauscht sein braunes Sommerfell (mit weißem Bauch) nun in ein besser isolierendes, strahlend-weißes Winterfell. Nur die schwarze Schwanzspitze bleibt erhalten.

Sein weiches, dichtes Winterfell wurde ihm früher oft zum Verhängnis, wurden doch daraus Pelzmäntel für Könige genäht. Das weiße Winterkleid verhilft zu besserer Tarnung im Schnee, in Gebieten mit milden Wintern bleibt das Fell braun.

Das auch als Wiesel bekannte Hermelin besitzt einen schlanken Körper mit kurzen Beinen. Männchen sind größer und schwerer als die Weibchen und erreichen 40 Zentimeter Länge, Weibchen 30 Zentimeter. Der Schwanz misst weitere 12 Zentimeter.

Im Sommer jagen sie tagsüber, im Winter in den Nachtstunden

Hermeline sind Raubtiere und gehören zur Familie der Marder. Auf die Jagd gehen sie am Tag und in der Dämmerung, im Winter verschiebt sich ihre Aktivität in die Nachtstunden. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern bis Kaninchengröße. Neben Ratten, Mäusen oder Maulwürfen jagen sie auch Vögel und Eidechsen.

Oft suchen Wiesel auf der Jagd Deckung hinter Erdhügeln und Steinen und stellen sich immer wieder auf die Hinterbeine, um ihre Umgebung im Auge zu behalten. An ihre Beute schleichen sie sich von hinten an und töten sie mit einem gezielten Biss in den Nacken, um die Wirbelsäule zu durchtrennen. Manchmal kann man Hermeline vor einem Kaninchenbau regelrecht Purzelbäume schlagen sehen – eine Ablenkungstaktik, um interessiert zuschauende Kaninchen dann blitzschnell beißen zu können.

Verzehrt wird die Beute meist im Bau. Dies kann eine Felsspalte sein, ein hohler Baumstamm oder Holzhaufen, der mit trockenem Pflanzenmaterial, Federn oder Haaren ausgekleidet ist. Da Wiesel keinen Winterschlaf halten, müssen sie auch in der kalten Jahreszeit ein bis zwei Mäuse pro Tag erjagen, um ihren Energiebedarf zu decken. Doch können die Tiere selbst schnell zur Mahlzeit werden. Greifvögel, Eulen, Füchse und Dachse stellen ihnen nach. Fühlt es sich bedroht, setzt sich das Hermelin heftig zur Wehr, auch "frech wie ein Wiesel" gegen Menschen.

Im Sommer ist die Paarungszeit der Hermeline. Die befruchtete Eizelle nistet sich jedoch erst im März des folgenden Jahres ein, für eine Tragzeit von rund einem Monat. Ein Wurf besteht aus drei bis neun Jungen. Anfangs nackt und blind und lange Nesthocker, geht der Nachwuchs im Alter von acht Wochen erstmals mit auf die Jagd.

Vor der Ausbreitung der Hauskatze waren Hermeline auf Bauernhöfen als Mäusefänger beliebt. Auch als Haustier wurden sie gehalten. Wegen ihres reinweißen Winterfelles galten sie als Symbol von Reinheit und Unschuld. So wurde der neapolitanische Hermelin-Orden nach ihnen benannt und ihr Bildnis in Wappen genutzt.

Beobachtungstipp

Das Hermelin ist weit verbreitet in strukturreichen Landschaften anzutreffen – auf Wiesen und Feldern mit Hecken und Gehölzen, in Wäldern, aber auch in Garten- und Parkanlagen. Dabei bevorzugt es die Nähe von Gewässern. Hermeline kommen im Gebirge bis in eine Höhe von 3.000 Metern vor.

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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