Gift aus dem Teller: EU stuft Melamin als besonders besorgniserregend ein

03. Februar 2023 | Chemie

Teller, Pfannenwender, Schüsseln: Fast jeder Haushalt hat Geschirr aus Melamin. Dabei gefährdet das Formaldehyd-Harz die Gesundheit: Melamin steht im Verdacht, Nierensteine und Nierenkrebs zu verursachen. Die EU hat Melamin jetzt als besonders besorgniserregend eingestuft.

Pfannenwender aus Plastik und weiteres Kochgeschirr. Melamin-Geschirr kann die Gesundheit gefährden.  (pixabay)

Studien zeigen schon länger, dass sich ungebundenes Melamin und Formaldehyd bei Benutzung aus dem Geschirr lösen können. Kommt Hitze oder Säure dazu, zersetzt sich der Kunststoff und Melamin gelangt in unser Essen. Viele Verbraucher*innen wissen aber gar nicht, welche Produkte aus Melamin sind. Das muss nämlich nicht auf dem Produkt ausgewiesen werden. Mit der jetzt gültigen Einstufung der EU haben Verbraucher*innen von nun an ein Recht auf Auskunft vom Hersteller. Das gilt immer dann, wenn ein Produkt zu über 0,1 Prozent aus Melamin besteht. Außerdem prüft die EU nun auch, ob diese Chemikalie verboten oder beschränkt werden muss. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat schon im Jahr 2011 davon abgeraten, Melamin-Geschirr zum Kochen und Braten zu verwenden. Der BUND setzt sich dafür ein, dass Melamin in Geschirr verboten wird. Langlebige, mobile und giftige Chemikalien müssen in der EU stärker reguliert werden.

ToxFox-App zeigt Melamin an

Mit der kostenlosen ToxFox-App des BUND können Verbraucher*innen leicht herausfinden, ob ein Produkt Melamin enthält. Einfach den Barcode auf der Verpackung scannen und die App versendet die Giftfrage an den Hersteller. Dieser hat 45 Tage Zeit um mitzuteilen, ob ein Produkt Melamin enthält.

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