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Umweltverbände fordern zukunftsfähige EU-Agrarpolitik und rufen zur Bürgerbeteiligung auf

05. April 2017 | Landwirtschaft, Massentierhaltung

Berlin: Die Verbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und WWF haben zur Teilnahme an der auf EU-Ebene laufenden Bürgerkonsultation zur künftigen europäischen Agrarpolitik aufgerufen. Ab sofort könnten sich Interessierte über ein Online-Tool der Umweltverbände am politischen Prozess zur Reform der EU-Landwirtschaftspolitik beteiligen und Vorschläge und Forderungen direkt an die EU-Kommission übermitteln.

Die derzeit offiziell laufende Befragung der EU-Bürger durch die EU-Kommission wird von den Umweltverbänden als Chance gesehen, einen Kurswechsel bei der Vergabe der Agrarsubventionen einzuleiten. Die Verbände kritisieren, dass ein Großteil der jährlich rund 60 Milliarden Euro der in die Landwirtschaft fließenden Fördergelder vor allem für pauschale flächenbezogene Prämien ausgegeben wird. Dies zwinge die Agrarbetriebe zur Intensivierung der Produktion, verursache erhebliche Schäden an Natur und Umwelt und führe dazu, dass eine große Zahl kleinerer und mittlerer Betriebe aufgebe. Die Verbände fordern deshalb die gezielte Förderung von Leistungen der Landwirte zum Beispiel beim Natur- und Gewässerschutz. Zusätzliche Förderungen müsse es außerdem beim Umbau der Tierhaltung geben. Auch beim Düngerecht, beim Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel und beim Pestizid-Einsatz gebe es dringenden Reformbedarf.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan, aber auch die deutsche Bundesregierung müssten dafür sorgen, dass es mit der 2020 anstehenden Agrarreform zu einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik komme. Ziel müsse eine ökologisch nachhaltige, faire, regional ausgerichtete und global verantwortungsvolle Landwirtschaft sein.

"Was wir dringend brauchen sind Reformen der EU-Agrarpolitik. Öffentliche Gelder dürfen künftig nur noch für gesellschaftliche Leistungen wie zum Beispiel im Umwelt-, Arten- und Klimaschutz fließen. Der Wachstumsdruck in der Landwirtschaft hat dazu geführt, dass allein in Deutschland in den letzten Jahren mehr als 100.000 Agrarbetriebe dicht machten. Wachsen oder weichen – dies verschärft auch das Artensterben in der Agrarlandschaft. Früher verbreitete Arten wie Rebhühner oder Feldhamster drohen ganz zu verschwinden, Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten finden in industriell geprägten Agrarregionen kaum noch Nahrung. Eine EU-Agrarreform, die diesen Namen verdient, muss das ändern", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

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