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Power-to-X ist kein Allheilmittel – Kopernikus-Projekt zu synthetischen Kraftstoffen stellt Zwischenergebnis vor

31. August 2018 | Energiewende

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND und WWF

Berlin. In der Diskussion um die Energiewende gewinnen Technologien immer mehr an Bedeutung, die erneuerbaren Strom nutzen, um synthetische Kraft- und Brennstoffe oder chemische Grundstoffe herzustellen. Im Rahmen des Kopernikus-Projektes Power-to-X beteiligen sich auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der WWF an dem Forschungsprozess. Anlässlich der heute in einer Roadmap vorgestellten ersten Zwischenergebnisse kritisieren die beiden Umweltverbände allerdings, dass entscheidende Umweltbelange bislang zu wenig berücksichtigt wurden.

In den Kopernikus-Projekten arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an Lösungen für die Energie der Zukunft, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. BUND und WWF sind als Vertreter der Zivilgesellschaft daran beteiligt. "Aus unserer Sicht ist das volle Potenzial dieses interdisziplinären Forschungsprojekts bislang nicht genutzt worden", so die Umweltverbände. Die Roadmap zeige, dass die zivilgesellschaftliche Sicht und die sozio-ökonomische Forschung gegenüber der naturwissenschaftlich-ingenieurtechnischen Sicht deutlich unterrepräsentiert seien. "In der Weiterführung des Projektes ist es zentral, den interdisziplinären Charakter mit fachübergreifenden Debatten und Konsensbildungsprozessen zu stärken und die Sichtweisen aus Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gleichwertig darzustellen", so Caroline Gebauer, Energieexpertin beim BUND. Fragen danach, welchen Beitrag Power-to-X für die Energiewende leisten kann beziehungsweise für welche Anwendungen es tatsächlich benötigt wird, würden nicht ausreichend diskutiert.

Dabei dürften synthetische Kraft- und Brennstoffe nur in sehr begrenztem Umfang Einsatz finden, etwa in Prozessen, bei denen heute noch keine direkt elektrische Lösung zur Verfügung steht. Das könnte zum Beispiel für den Flugverkehr gelten. Eine umfangreiche Nutzung etwa im PKW-Bereich würde dem Klima schaden, anstatt es zu schützen. Außerdem basiert die jetzt veröffentlichte Roadmap auf der Annahme, dass Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts lediglich 80 Prozent an Treibhausgasen einspart. "Es ist völlig unverständlich, dass ein weitgehend mit Bundesmitteln finanziertes Projekt seine Szenarien nicht auf Basis der Klimaziele von Paris und des Klimaschutzplans der Bundesregierung formuliert. Wir werden uns im weiteren Projektverlauf dafür einsetzen, dass der Forschungsverbund auf Basis einer weitestgehenden Klimaneutralität Deutschlands bis 2050 – also einer Emissionsminderung um mindestens 95 Prozent – arbeitet", sagt Erika Bellmann vom WWF Deutschland.

Bis zur Veröffentlichung der finalen Ergebnisse in diesem Jahr müssen diese Mängel laut BUND und WWF behoben werden, damit die Roadmap ein echter Wegweiser wird.

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Kopernikus-Programm "Power-to-X"

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