Kommentar zum Erdüberlastungstag 2022 – Ressourcengier endlich stoppen

03. Mai 2022

Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt zum morgigen deutschen Erdüberlastungstag:

Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin beim BUND  (Foto: Simone Neumann)

"Unsere Erde ächzt und stöhnt. In nur vier Monaten haben wir alle Ressourcen aufgebraucht, die uns eigentlich für das ganze Jahr reichen müssten. Damit schlagen wir absolut über die Stränge. Würden alle Menschen so mit der Erde umgehen wie wir in Deutschland, bräuchten wir drei Erden, um die Bedürfnisse aller Menschen zu stillen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt dieser Tage noch einmal besonders, wie begrenzt unsere Rohstoffe sind. Um unseren Ressourcenverbrauch zu drosseln, muss die Bundesregierung endlich gesetzlich für den Schutz unserer Ressourcen sorgen. Dazu braucht es ein Ressourcenschutzgesetz, in dem sowohl allgemeine Ziele als auch ganz spezifische Unterziele für einzelne Stoffgruppen wie für Plastik oder Metalle gesetzlich festlegt sind.

Wir alle tragen mit unserer Art zu leben, zu arbeiten, zu konsumieren, zu essen, zu bauen oder zu reisen, dazu bei, den Planeten auszuplündern. Wir leben auf Pump und auf Kosten der Menschen im globalen Süden. Es geht jetzt darum, das Ruder rum zu reißen, die planetaren Grenzen einzuhalten. Das geht nur mit Energiesparen. Die Bundesregierung muss das geplante Effizienzgesetz mit verbindlichen Zielen ausstatten. Für die einzelnen Sektoren müssen wirksame Vorgaben zur Energieeinsparung festgelegt werden. Einfach umzusetzende und sofort wirksame Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sollten schnell eingeführt werden. Für die rasche energetische Modernisierung von Gebäuden sind gesetzliche Vorgaben notwendig. In der Landwirtschaft muss der energieintensive Düngemitteleinsatz verringert werden."

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