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Kommentar: Tierhaltung umbauen und Reserve-Antibiotika aus den Ställen verbannen

29. Mai 2019

Den geleakten Evaluierungsbericht des Landwirtschaftsministeriums bezüglich des Einsatzes von Antibiotika in der Tiermast kommentiert Katrin Wenz, Agrarexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Katrin Wenz, Agrarexpertin beim BUND e.V.  (Simone Neumann)

"Der bislang noch interne Evaluierungsbericht zeigt, dass es seit Beginn der Erhebungen 2014 nicht gelungen ist, die Antibiotikagabe bei allen Tierarten deutlich zu reduzieren. Zwar scheint es bei der Schweinemast einen Rückgang zu geben, doch bei Masthähnchen und Puten ist die Verbrauchsmenge weiterhin fast unverändert.

Besonders erschreckend ist die Gabe sogenannter Reserve-Antibiotika in der Geflügelmast. Die lebenswichtigen Reserve-Antibiotika sollten ausschließlich für die Behandlung bei Menschen verwendet werden, in der Tierhaltung haben sie nichts zu suchen. Frau Klöckner muss den Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung umgehend verbieten – andernfalls setzt sie die Gesundheit der Menschen aufs Spiel. 

Der Bericht zeigt außerdem deutlich die Ursache des Problems auf. Je größer der Betrieb, desto häufiger werden Antibiotika eingesetzt. In der Intensivtierhaltung herrscht ein großer Preisdruck – wer hier nicht mithalten kann, muss aufgeben. So konzentriert sich die Tierhaltung auf immer weniger, immer größere Betriebe, in denen immer mehr Tiere in immer größeren Ställen leben. Die Haltungsbedingungen sind dort aber häufig so schlecht, dass die Tiere Antibiotika benötigen, um in diesem System zu überleben. 

Wir müssen uns klar vor Augen führen, dass Massentierhaltung erst die Tiere krank macht – und dann den Menschen. Wir brauchen dringend einen grundlegenden Umbau der Tierhaltung hin zu besseren Haltungsbedingungen in kleineren Ställen und Freilandhaltung. Langfristig können wir nur durch den Umbau Antibiotika aus den Ställen verbannen, denn die Behandlung kranker Tiere mit Antibiotika muss eine Ausnahme werden. Die Rahmenbedingungen für den Umbau müssen dringend geklärt werden, denn Betriebe brauchen Planungssicherheit."

Mehr Informationen

  • Raus aus der Massentierhaltung!

  • Pressekontakt: Katrin Wenz, BUND-Agrarexpertin, Tel.: (030) 2 75 86-549, katrin.wenz(at)bund.net bzw. Katrin Matthes, BUND-Pressereferentin, Tel.: (030) 2 75 86-531; presse(at)bund.net

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