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Gesetzlicher Rahmen gegen das Verschwenden von Lebensmitteln notwendig

20. Februar 2019 | Landwirtschaft, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Suffizienz

Berlin. Die Ressourcenverschwendung durch Lebensmittel, die weggeworfen statt verwendet werden, ist extrem hoch. Weltweit landen laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) Jahr für Jahr 1,3 Milliarden Tonnen essbare Lebensmittel in der Mülltonne, davon in der EU rund 88 Millionen Tonnen. Die Ressourcenverschwendung ist sogar noch höher, denn auch für die Produktion, Lagerung, Vermarktung und den Transport werden große Mengen an Energie und Wasser verbraucht. Vor diesem Hintergrund begrüßt der BUND die Bestrebungen der Bundesregierung im Rahmen einer nationalen Strategie die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu erreichen. "Es ist ein gutes Zeichen, dass die Regierung das Verschwenden von Nahrungsmitteln in Deutschland reduzieren will – doch muss dies verbindlich sein", sagt Katrin Wenz, BUND-Agrarexpertin. "Die heute vorgelegte Strategie kann nur ein erster Schritt sein und greift angesichts der Größe des Problems viel zu kurz."

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, einen konkreten Maßnahmen- und Aktionsplan zur Halbierung des Lebensmittelmülls bis 2030 zu verabschieden und diesen auch mit einem gesetzlichen Rahmen zu untermauern. "Um das Verschwenden von Lebensmitteln bis 2030 zu halbieren, reicht ein Paket aus rein freiwilligen Maßnahmen nicht aus", kritisiert die Agrarexpertin. "Auch darf die Verantwortung nicht auf ehrenamtliche Strukturen und Hilfsorganisationen ausgelagert werden."

Wenz weiter: "Das Thema Lebensmittelverschwendung ist komplex und vielschichtig. Nur den Handel und die Konsumenten in den Fokus zu rücken wird nicht ausreichen. Aus ökologischer Sicht ist es wichtig, alle Ebenen der Verarbeitungs- und Wertschöpfungskette kritisch zu hinterfragen. Deshalb fordern wir von der Regierung Merkel ein Gesetz gegen Lebensmittel-Verschwendung, das die gesamte Produktionskette – inklusive dem landwirtschaftlichen Produktionssystem – in den Blick nimmt. Nur mit einem solchen Paket werden die Ursachen der Ressourcenverschwendung im Lebensmittelbereich wirklich bekämpft."
 
Hintergrund: Laut FAO hat die Lebensmittelverschwendung weltweit einen Anteil von etwa acht Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen. Für jedes produzierte Kilo Lebensmittel werden 4,5 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre abgegeben.  

In Deutschland werden pro Person 149 Kilogramm in einem Jahr verschwendet.  Darunter sind Verluste in der Wertschöpfungskette und Lebensmittel, die in privaten Haushalten weggeworfen werden.

Die Verluste beginnen bereits in der Primärproduktion mit etwa elf Prozent, im Groß-und Einzelhandel fallen weiterhin fünf Prozent an, in der Gastronomie zwölf Prozent und in der Verarbeitung von Lebensmitteln 19 Prozent. Private Haushalte haben einen Anteil von 53 Prozent. (Quelle)

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