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Unser Tipp im August: Gut gepunktet

01. August 2017 | Naturschutz

Mutschekiepchen, Himmelsmietzchen, Huppawermel oder auch Gelbhänschen sind nur einige Bezeichnungen für den Marienkäfer.  (Myriams-Fotos / pixabay.com)

Mindestens zwei hat jeder von ihnen. Manche sind rot, andere schwarz, wieder andere gelb. Sie sind beliebt bei Gärtner*innen, und sitzen sie einem auf dem Zeigefinger, so bedeutet jede Sekunde bis zu ihrem Abflug ein Jahr Wartezeit bis zur Hochzeit. Na, erraten?

Gesucht ist der Marienkäfer. Die Familie der Marienkäfer wartet mit einigem Unerwartetem auf: Mit unglaublichen 4.000 Arten sind Marienkäfer (Coccinellidae) weltweit vertreten, wenngleich es im kühleren Deutschland nur 80 Arten aushalten.

Von jeder dieser Arten wiederum gibt es noch einmal diverse Varianten – bei einigen noch einmal bis zu 4.000 – doch auf eine einzelne Bezeichnung jeder Variation wurde verständlicherweise verzichtet.

Mit 75 bis 91 Flügelschlägen pro Sekunde sind Marienkäfer passable Flieger, doch sind sie bei ihren längeren Wanderflügen auf den Wind angewiesen. Dies kann zuweilen zu einem Massenauftreten vor allem an Küsten führen. Im August 2009 kam es so an der Ostsee zu einer "Invasion" von Marien­käfern mit über 1.100 Tieren pro Quadratmeter.

Glücksbringer mit vielen Namen und Farben

An einem Namensmangel leidet der Glücksbringer nicht: Mutschekiepchen, Himmelsmietzchen, Huppawermel oder auch Gelbhänschen sind nur einige Beispiele der kreativen Benennun­gen. Das auffälligste Merkmal der drei bis zwölf Millimeter langen, halbkugelförmigen Tiere sind die Punkte auf ihren Deckflügeln. Je nach Art können es bis zu 24 schwarze, helle, braune oder auch rote Punkte sein. Das Alter eines Tieres lässt sich auf diese Weise also entgegen landläufiger Meinung nicht bestimmen. Ob alt ob jung: Während eines Käferdaseins ändert sich die Punktezahl nicht.

Appetit auf Blattläuse

Punkten können Marienkäfer bei heimischen Gärtner*innen durch ihren großen Appetit, der sie zu einem beliebten Nützling macht. Ein einziger Käfer verspeist in seinem Leben gut 50.000 Blattläuse und andere Schädlinge – das sind bis zu vier in der Stunde. Um während seines Mahles nicht selbst zur Mahlzeit zu werden, sondert der Käfer bei Gefahr eine gelbe, giftige Alkaloide enthaltende Flüssigkeit ab und stellt sich tot. Trotzdem kann es ihm passieren, dass er von Ameisen, die Blattlauskolonien pflegen und deshalb verteidigen, vom Blatt geschubst wird.

Einigen Marienkäferarten setzt ein spezialisierter Feind zu: die Marienkäfer-Brackenwespe. Diese legt ein Ei unter den Deckflügel eines Käfers, die Larve ernährt sich dann vom Fettge­we­be und den Körpersäften des Tieres. Der Parasit überwintert sogar mit ihm, um dann im Frühling die lebenswichtigen Organe zu fressen und sich im verendeten Käfer zu verpuppen. Doch auch Marienkäfer selbst können bei Massenauftreten zu Kannibalen werden, ebenso ihre Larven.

Der Marienkäfer wird nicht nur wegen seiner Nützlichkeit geschätzt, sondern gilt vor allem als Glückssymbol. Laut Volksglauben sind die Käfer ein Geschenk der Jungfrau Maria, wodurch sich auch ihr Name erklärt.

Beobachtungstipp

Auf Wiesen, in Gärten oder an Waldrändern kommen Marienkäfer vor. Die Frage ist eher: Wo sind sie nicht zu finden? Gibt es Blattläuse, so sind die Chancen gut, einen Marienkäfer zu sichten.

Basteltipp

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin)

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