Überall wo das Verkehrszeichen 142 "Wildwechsel" steht, wird die Fahrbahn häufig von Wild überquert.
(Vladimir Srajber
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via canva.com)
Höheres Risiko für Wildunfälle im Herbst: So schützen Sie Tiere und sich selbst
Sommerzeit wird zur Winterzeit – Winterzeit zur Sommerzeit. Viele Menschen müssen sich dann an einen neuen Tagesrhythmus gewöhnen. Für Tiere ist diese Veränderung noch ungewöhnlicher: Ohne erkennbaren Grund verschiebt sich die menschliche Aktivität um eine Stunde – und der Berufsverkehr fällt plötzlich genau in die Dämmerung. Wie Sie Wildunfälle vermeiden und wie Sie nach einem Zusammenstoß richtig reagieren, erfahren Sie hier.
Was die Zeitumstellung mit Wildunfällen zu tun hat
Mit der Zeitumstellung Ende Oktober stellen wir Menschen die Uhr eine Stunde zurück – Wildtiere aber nicht.
Rehe, Wildschweine, Wildkatzen und viele anderen Kleinsäuger passen ihren Tagesablauf an das Tageslicht an und sind besonders morgens und abends aktiv. Bisher lag diese Zeit oft vor oder nach dem Berufsverkehr. Nach der Zeitumstellung sind sie nun genau dann aktiv, wenn viele Menschen mit ihren Autos zur Arbeit oder nach Hause fahren.
Das Problem: In Deutschland zerschneiden stark befahrene Bundes- und Landstraßen die Lebensräume vieler Tiere. Für zahlreiche Wildtiere ist der Straßenverkehr die häufigste Todesursache. Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mindestens 250.000 Rehe, Hirsche, Wildschweine und unzählige andere kleinere Tiere im Straßenverkehr.
Warum Wildtiere im Herbst besonders viel unterwegs sind
Hinzu kommt, dass die Tiere im Herbst besonders aktiv sind: Sie fressen sich Reserven für den Winter an, legen Vorräte an oder suchen neue Reviere. Zum Beispiel ziehen junge Wildkatzen erstmals allein los. Wenn mehr Tiere unterwegs sind und gleichzeitig mehr Autos fahren, steigt somit das Risiko für Wildunfälle deutlich.
Wo das Risiko am größten ist
Wildunfälle treten nicht überall gleich häufig auf. Besonders gefährlich sind Straßen, die durch Wälder führen oder an Waldrändern verlaufen, da Tiere hier zwischen Schutzbereichen und Nahrungsflächen wechseln. Auch Übergänge zwischen Wald und Feld, Hecken- und Gehölzstreifen sowie Straßen entlang von Bächen und Flussauen sind beliebte Wanderwege für Tiere.
Wildwechsel-Schilder stehen nicht ohne Grund an bestimmten Stellen: Sie kennzeichnen Bereiche, in denen Tiere häufig die Straße überquert haben oder bereits Unfälle passiert sind.
Dabei werden Ortsränder, Gärten und Grünanlagen oft unterschätzt. Füchse, Igel und Wildschweine dringen auf der Suche nach Nahrung immer häufiger bis in die Siedlungen vor.
5 Tipps für sicheres Fahren in der Dämmerung
Um Unfälle mit Tieren zu vermeiden, sollten Autofahrende:
- Grundsätzlich in der Nähe von Wäldern ab der Dämmerung mit Wildtieren rechnen.
- Auf Warnschilder für Wildwechsel achten.
- Bereits in der Dämmerung Geschwindigkeit verringern.
- Immer den Seitenstreifen rechts und links im Auge behalten.
- Selbst aufmerksam bleiben – auch mit Assistenzsystemen im Auto. Notbremsassistenten sind für Autos, Fußgänger und Radfahrende konzipiert, jedoch nicht für Wildtiere. Sie reagieren daher nicht immer zuverlässig.
Tier gesichtet – so reagieren sie richtig
- Zunächst zum Eigenschutz unkontrollierte Brems- und Ausweichmanöver vermeiden.
- Bremsen Sie, wenn möglich, kontrolliert ab, blenden Sie das Fernlicht ab und hupen Sie, damit das Tier fliehen kann.
- Achten Sie bei Rudeltieren wie Rehe oder Wildschweine darauf, dass weitere Tiere folgen könnten.
Was tun nach einem Wildunfall?
- Stehen bleiben:
Fahren Sie nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht weiter, sondern halten Sie an sicherer Stelle an. - Unfallstelle sichern:
Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und stellen Sie das Warndreieck auf. - Polizei verständigen:
Die Polizei benachrichtigt zuständige Personen aus Jagd oder Forst. Außerdem stellt sie Ihnen eine Bescheinigung über den Wildunfall aus, die Sie für die Versicherung brauchen. - Abstand halten:
Berühren Sie verletzte Tiere nicht. Ihre Nähe setzt das Tier zusätzlich unter Stress und kann Panikreaktionen auslösen. - Auch melden, wenn das Tier weg ist:
Ist das Tier nach dem Unfall verschwunden, müssen Sie die Polizei trotzdem informieren. Beschreiben Sie die Unfallstelle möglichst genau. Angefahrene Tiere können sich selbst mit schweren Verletzungen noch weit vom Unfallort entfernen und dort tagelang leiden, bevor sie sterben. Mit speziell ausgebildeten Hunden kann die Jägerschaft das verletzte Tier suchen und von seinen Qualen erlösen.