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Geheimnisvolle Fauna – Echsen in Deutschland

Zauneidechse, Foto: I. Blanke
Foto: I. Blanke

In Deutschland gibt es sechs Echsenarten – sie alle stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Nur noch wenige Refugien sind ihnen in unserer durch den Menschen stark veränderten Landschaft geblieben.

Waldeidechse: Mit ca. 15 cm Länge ist sie die kleinste heimische Eidechse, braun mit dunklem Rücken- und hellen Flankenstreifen, kleiner Kopf nicht abgesetzt, kurzbeinig; in Deutschland weit verbreitet, verträgt auch Feuchtigkeit und niedrige Temperaturen, in Wäldern, Mooren, Heiden und Gärten; ernährt sich von Würmern, Spinnen und kleinen Insekten; geschützt.

Zauneidechse: kräftige Eidechse mit max. 25 cm Länge, Männchen v.a. im Frühjahr mit grünen Flanken und Vorderbeinen, Weibchen braun, beide Geschlechter mit dunklen, innen hellen Flecken und breitem, hell gesäumtem Rückenstreifen; weit verbreitet, doch stark zurückgehend, stellenweise noch häufig auf offenen, warmen Stellen im Flach- und Hügelland (Waldränder, Heiden, lichte Wälder, Parks); ernährt sich von Insekten und anderen Kleintieren; geschützt und gefährdet.

Smaragdeidechse: Es gibt zwei äußerlich kaum zu unterscheidende Arten: Östliche (Raum Passau und Ost-Brandenburg) und Westliche Smaragdeidechse (oberes und mittleres Rheintal, Nahe und Mosel); max. 40 cm lang und kräftig, davon 2/3 Schwanz, erwachsen gras- oder gelbgrün mit kleinen schwarzen Punkten, während der Paarungszeit leuchtend blaue Kehle, jung (wie auch bei manchen Weibchen) braun gefärbt; in Deutschland nur kleinräumig verbreitet (s.o.); bewohnt verbuschte Hänge und lichte Kiefernwälder; frisst Insekten, Regenwürmer und Schnecken, junge Eidechsen und Schlangen, auch Früchte; geschützt und vom Aussterben bedroht.

Kroatische Gebirgseidechse: schlanke und sehr flinke Felseidechse, max. 18 cm lang, oberseits hellgrau, hellbraun oder grasgrün, Flanken deutlich dunkler, heller Bauch: in Deutschland nur ganz kleinräumig in den nördlichen Kalkalpen (Karwendelgebirge), wo sie feuchte Fels- und Schutthalden zwischen 500 und 2000 m bewohnt; geschützt, Gefährdungsstatus unbekannt.

Blindschleiche: Eidechsenverwandte ohne Beine, max. 50 cm lang, Bauch dunkelgrau, Oberseite variabel gefärbt und glatt; kann ihren Schwanz (etwa 2/3 der Körperlänge) bei Gefahr abwerfen; in Deutschland weit verbreitet und noch relativ häufig; bewohnt Wälder, Wiesen, Heiden und Gärten; ernährt sich von Insekten, Regenwürmern und Nacktschnecken; geschützt.

Mauereidechse: schlank und langschwänzig, max. 20 bis 25 cm lang, Körper abgeflacht, braun und sehr variabel gezeichnet, Männchen kräftig gefleckt; inselartig verbreitet in klimatisch begünstigten Gebieten im Südwesten Deutschlands, wo sie steinige und felsige Hänge bewohnt; ernährt sich von Spinnen und Insekten; geschützt und stark gefährdet.

Links

Die Arbeitsgemeinschaft für praktischen Naturschutz vom BUND Bremen setzt sich mit praktischen Arbeiten in der Natur für das Überleben bedrohter Tier- und Pflanzenarten ein. Neben den regelmäßig stattfindenden Pflegeeinsätzen spielt auch das Beisammensein in der BUND-Gruppe eine große Rolle. Da es nie an Arbeit mangelt, sind tatkräftige Mitstreiterinnen und Mitstreiter (auch, um nur mal reinzuschnuppern) stets willkommen. Kontakt: Siggi Eisend, Tel. 04 21 / 3 78 03 85.

Der Ortsverband Darmstadt vom BUND Hessen kümmert sich um den Schutz der Zauneidechsen in Darmstadt-Kranichstein.

Die Kreisgruppe Duisburg kümmert sich um Eidechsen im Hafen. Insgesamt 17 Standorte sind zwischen Dortmund und Duisburg bekannt.

Die BUND-Kreisgruppe Heidelberg kümmert sich in dem Projekt Hirschwiese um eine große, idyllische Waldwiese, auf der mehr als 100 Pflanzenarten vorkommen, darunter seltene Arten wie Pfeifengras und Königs-Rippenfarn, aber auch große Bestände von „Schmetterlingsblumen“ wie Gilbweiderich, Blutweiderich und Kratzdistel. Häufig trifft man hier Blindschleichen und ab und zu eine Ringelnatter.

Der Regionalverband Heilbronn-Franken macht alljährlich einen Landschaftspflegetag und legt die Felsbänder am Zweifelberg frei, um die Lebensräume für Mauereidechse, Weinhähnchen und andere wärmeliebende Tiere zu erhalten.

Die Kreisgruppe Hannover vom BUND Niedersachsen hat das Artenschutzprojekt "Zauneidechse" ins Leben gerufen. Mehr Informationen und Kontakt: Dipl.-Biol. Ina Blanke, Tel. 0 51 32 /5 67 79.

Entlang der Bunker- und Höckerlinie des ehemaligen "Westwalls" finden viele vom Aussterben bedrohte Tiere wie Zaun- und Mauereidechsen einen sicheren Rückzugsort. Sie möchten vor Ort mitarbeiten und vielleicht einen der Bunker kartieren? Mehr Informationen und Kontakt zum BUND Nordrhein-Westwalen: Dipl.-Ing. Sebastian Schöne.



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