Unberührte Wildnis gibt es hierzulande kaum noch. Im Gegenteil: Zugunsten von Landwirtschaft, Siedlungen, Straßen und Bahnlinien geht immer mehr Natur verloren. Für Wildtiere wird es deshalb zunehmend eng. Und neue Lebensräume zu suchen, ist für sie fast unmöglich geworden. Weite ausgeräumte Flächen bieten scheuen Tieren wie Wildkatze und Luchs nicht die nötige Deckung. Gefahr droht auch Rothirsch, Dachs und Co. Tausende Wildtiere verlieren jedes Jahr beim Überqueren stark befahrener Straßen ihr Leben.
Lebensräume, die sich für Wildtiere eignen, sind heute meist stark voneinander isoliert. Die verbliebenen Populationen einiger Wildtierarten sind deshalb inzwischen so klein und so weit voneinander abgeschieden, dass ihr Überleben und damit die biologische Vielfalt insgesamt auf dem Spiel stehen.
Zielart Wildkatze
Der BUND beteiligt sich nach Kräften an der Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland und Europa. Dabei ist die Vernetzung von Lebensräumen ein wichtiger Baustein. Leitend bei der Biotopvernetzung sind die Ansprüche besonderer, gefährdeter Arten an ihren Lebensraum und die Lebensbedingungen. Eine solche Zielart ist die Wildkatze. Viele Menschen wissen gar nicht, dass diese Tiere verborgen in unseren Wäldern heimisch sind, denn kaum jemand bekommt die extrem scheuen Waldkatzen zu Gesicht. Übrigens sind Wildkatzen keine verwilderten Hauskatzen, sondern eine eigenständige Art.
Bereits in den 90er Jahren begannen BUND-Aktive in Thüringen, das Wanderverhalten von Wildkatzen zu erforschen. Es entstand der Plan, gemeinsam mit Politik, Behörden und Bürgern ein Rettungsnetz für die Wildkatze zu knüpfen. Ein grünes Lebensnetz aus Büschen und Bäumen für die Wildkatze und andere Waldbewohner soll sich durch Deutschland ziehen. 2007 hat der BUND den Wildkatzenwegeplan erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst desselben Jahres wurden die ersten 20.000 Büsche und Bäume zwischen dem Nationalpark Hainich und dem Thüringer Wald gepflanzt.
Informationskampagne gestartetUm die Erfolge des Rettungsnetzes fortzuführen, startete am 1. Januar 2010 eine große Informationskampagne. Mit Ausstellungen, Erlebnispfaden, Pflanztagen, Ortsterminen für Entscheidungsträger und vielem mehr wird sie zeigen, wie wichtig die Vernetzung von Lebensräumen für die Bewahrung der biologischen Vielfalt ist. Das Projekt "Biotopvernetzung – Netze des Lebens" wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programmes LIFE+ gefördert. LIFE ist ein Finanzierungsinstrument der Europäischen Union, welches Maßnahmen zugunsten von Natur und Umwelt innerhalb der EU finanziell unterstützt. Es trägt zur Entwicklung, Durchführung und Aktualisierung der Umweltpolitik und der Umweltvorschriften der Gemeinschaft bei.
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Rechtsgrundlage für das grüne Lebensnetz des BUND ist eine verbindliche EU-Richtlinie, die 1992 von der Europäischen Gemeinschaft beschlossen wurde. Die "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie" (FFH) soll zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebender Tiere und Pflanzen beitragen. Die Mitgliederstaaten verpflichten sich unter dem Namen "Natura 2000", ein europäisches Netz von Schutzgebieten zu knüpfen, das wertvolle Lebensraumtypen und seltene Arten beherbergt.
Auch Sie können am Lebensnetz mitknüpfen. Unterstützen Sie es mit einer Spende oder werden Sie selbst aktiv.