Auen weiter bedroht. Bericht des Bundesamts für Naturschutz veröffentlicht

Elbaue; Foto: www.pixelio.de/grossi1985

Über 80 Prozent der Auen an Rhein, Donau, Elbe, Weser und Oder sind verschwunden oder nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand. Das geht aus dem ersten bundesweiten Auenzustandsbericht hervor.

Der BUND fordert ein nationales Auenprogramm, das bis 2020 die Überschwemmungsflächen der Flüsse um mindestens ein Fünftel ausweitet. Auen sind "Hotspots" der Biodiversität und unverzichtbar für den ökologischen Hochwasserschutz. Mehr...

Wasser zum Leben

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Anders als in vielen Regionen der Erde fehlt es hierzulande kaum an unserem "Lebensmittel Nr. 1". So könnte man meinen. Doch auch bei uns ist sauberes Wasser kostbar: Industrie, intensive Landwirtschaft, der Verkehr und private Haushalte verbrauchen – und das heißt auch häufig: verschmutzen – enorme Mengen, die dann aufwendig gereinigt werden müssen. Inzwischen ist Wasser weltweit gefährdet: durch Gifte, Überdüngung, Verbauungen, rücksichtslose Geschäftemacherei und durch übermäßigen Verbrauch.

Und die natürliche Selbstreinigung ist fast überall gestört: Zu viele Moore wurden trockengelegt, zu viele Bäche und Flüsse kanalisiert und Seen überdüngt. Darunter leiden die Menschen und auch viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten, deren Lebensraum schwindet.

Unter dem Motto "Wasser zum Leben" hat die UNO daher die Zeit zwischen 2005 und 2015 zur Dekade des Wassers erklärt. Auch in Europa geht es um besseres Wasser. Hier schreibt die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) einen guten Gewässerzustand bis 2015 vor – zum Wohl von Mensch und Natur.

Hochwasser, Möwe, frei fließende Elbe, Fotos: www.pixelio.de

Unsere mehr als 2.000 BUND-Gruppen, Fachgremien und Geschäftsstellen sorgen dafür, dass den Worten Taten folgen und die Wasserrahmenrichtlinie auf hohem Niveau umgesetzt wird. Von der Quelle bis zur Küste, vor Ort und über Grenzen hinweg, gegenüber Politik, Behörden und Unternehmen.

Wir informieren, packen an, begeistern, bieten Mitmach-Aktionen und bleiben standhaft, zum Beispiel an Donau, Elbe, Rhein und Weser. Der BUND engagiert sich für den Erhalt der Grundwasserökosysteme, für unverbaute Flüsse mit ihren Auen als „ökologisches Rückgrat“ der Landschaft und des Hochwasserschutzes und für nachhaltig genutzte Meere.

Insbesondere engagieren sich die beiden Bundesarbeitskreise Wasser und Meer & Küste als gewässerpolitisches Herz des BUND – von der Quelle bis zum Meer.

Für naturnahe Flüsse

Flüsse und Auen gehören zu den artenreichsten und am stärksten gefährdeten Naturräumen. Für die Binnenschifffahrt wurden Lebensräume zerstört und die Hochwassergefahr vergrößert.

Schafherde weidet am Elbufer. Foto: B. Weber

Unsere Flüsse brauchen nicht mehr Beton, sondern eine Politik, die Flussauen als natürliche Überschwemmungsflächen mit großer Artenvielfalt wiederherstellt. Um dies zu erreichen, muss die Wasserstraßenverwaltung reformiert und zu einer Agentur für natürliche Flussgestaltung und ökologischen Hochwasserschutz werden. Die EU-Vorgaben zur Verbesserung des Zustands unserer Gewässer müssen unverzüglich umgesetzt und die Pläne für einen ökonomisch und ökologisch unsinnigen Saalekanal gestoppt werden.