BUND-Arbeitskreis Landwirtschaft

Naturschutz und Landnutzung verbinden

Der AK Landwirtschaft gehört zu den ältesten Arbeitskreisen des BUND. Schon ein Jahr nach der Gründung des BUND 1975 kam er erstmalig zusammen. Dieses frühe Gründungsdatum war ein Ausdruck des Gestaltungswillens, mit dem der BUND seine neuartigen Naturschutzkonzepte entwickelte. Als erster deutscher Umweltverband warb der BUND nämlich dafür, Anliegen des Naturschutzes gezielt in die Land- und Forstwirtschaft zu integrieren. Gemeinsam mit dem bayerischen Landesarbeitskreis entwickelte der AK Leitlinien für eine Landwirtschaft, die weder die biotischen noch die abiotischen Ressourcen in ihrer Substanz gefährdet. Das Ziel, Naturschutz und Landnutzung zu verbinden, stand im Gegensatz zu den trennenden Konzepten, wie sie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen lange Jahre unterstützte.

Ein glückliches Schwein in Freilandhaltung

Auf der Basis dieser Grundposition bildet der Einsatz für den ökologischen Landbau - früher als alternativer Landbau bezeichnet - seitdem ein Herzstück der Tätigkeit des Arbeitskreises. Gemeinsam wurden Förderkonzepte für die Landwirtschaft entwickelt, öffentlich eingefordert und schließlich auch durchgesetzt. Sie sind heute wie die Agrarumweltprogramme längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Auch die wachsende Verbreitung von Ökolebensmitteln in der Außerhausverpflegung und das zunehmende Angebot von Biolebensmitteln in allen Teilen des Handels, die Voraussetzung für eine weitere Umstellung, wurde mit vielen verschiedenen Projekten in den Landesverbänden des BUND vorangebracht und unterstützt. Aus dem Arbeitskreis heraus entstanden auch Initiativen für eine artgerechte Tierhaltung, wie das Projekt Neuland. Dieser Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung wurde 1988 u.a. vom BUND aus der Taufe gehoben. Jochen Dettmer, der derzeitige Sprecher des BUND-AK Landwirtschaft, ist Geschäftsführer von Neuland. 

Neben diesem Einsatz für die Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft steht bis heute die Auseinandersetzung mit der Agrarpolitik im Zentrum der Arbeit des AK. Die ExpertInnen des BUND kritisieren seit Jahrzehnten die falsche Agrarpolitik der EU. Ihre programmatische Arbeit gab entscheidende Anstöße für die kontroversen Debatten um die EU-Agrarpolitik, die ab 2008 einer Grundsatzüberprüfung unterzogen wird. Ein bewährtes Erfolgsrezept ist der enge Kontakt des Arbeitskreises zur europäischen Agrarpolitik über seinen stellvertretenden Sprecher Lutz Ribbe. Dieser ist als Direktor von Euronatur ein wichtiger Ansprechpartner für die europäische Agraropposition.

Ein zentrales Anliegen des Arbeitskreises ist es, die Leistungen der Landwirtschaft für eine naturnahe Kulturlandschaft, für eine klima- und biodiversitätsfreundliche Landnutzung durch anständige Erzeugerpreise und Direktzahlungen, die an diese Leistungen gekoppelt sind, stärker zu honorieren.

Der AK Landwirtschaft trifft sich drei- bis viermal pro Jahr auf Bundesebene. Neben den Treffen werden alljährlich zahlreiche Aktionen geplant. Das Ziel des AK, aus jedem Bundesland einen Vertreter im Arbeitskreis und in jedem Bundesland einen eigenen Landesarbeitskreis zu haben, ist zwar bis heute noch nicht vollständig erreicht, es gibt jedoch erfreuliche Fortschritte. Die Zusammenarbeit mit den Ost-Landesverbänden wurde im Zuge des Widerstandes gegen die industrielle Massentierhaltung (mit bis zu 100.000 Schweinen in einer Stallanlage) intensiviert.

Derzeit betreibt der Arbeitskreis intensive Lobbyarbeit in der deutschen Agrarpolitik. Damit Bauern, Bäuerinnen und Naturschutz eine gemeinsame Perspektive bekommen, indem die Zweite Säule des EU-Agrarhaushaltes für ländliche Entwicklung mehr Mittel erhält als bisher. Der Arbeitskreis Landwirtschaft bringt sich über die Landesverbände und den Bundesverband aktiv in die deutsche Agrarpolitik ein. 

Kontakt

Arbeitskreissprecher: Jochen Dettmer
stellvertretender Sprecher: Lutz Ribbe
Bundesgeschäftsstelle, Bereich Landnutzung: Reinhild Benning



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