Das Wachstum des Güterverkehrs hat sich in den letzten fünfzig Jahren immer stärker von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Seit der Wiedervereinigung stieg die Transportleistung in Deutschland um mehr als 55% und damit doppelt so stark wie das Bruttoinlandsprodukt. Der Straßengüterverkehr konnte von dieser Entwicklung besonders profitieren. Während 1980 noch knapp die Hälfte der deutschen Transportleistung mit Lkw erbracht wurde, liegt dieser Anteil mittlerweile bei über 70%.
Diese Entwicklung hat gravierende Umweltfolgen, da Lkw-Transporte im Vergleich der Verkehrsträger Straße, Wasser, Schiene mit Abstand die unökologischste Alternative sind. Klimawandel, Feinstaub und Lärm des Straßengüterverkehrs verursachen in Deutschland jedes Jahr über 50 Mrd. Euro an volkswirtschaftlichen Kosten, die sich nicht in den Transportpreisen widerspiegeln. Mit Instrumenten wie der Lkw-Maut könnte diese Ungerechtigkeit teilweise reduziert werden. Entscheidend hierfür ist allerdings die intelligente Weiterentwicklung derartiger Lenkungswerkzeuge. Das Ziel eines effizienten und nachhaltigen Güterverkehrs ist nur erreichbar, wenn alle Verkehrsträger für ihre tatsächlichen Kosten aufkommen müssen.
Um aktiv an den Lösungen für die Zukunft mitzuarbeiten, begleitet der BUND die Entwicklung europäischer und nationaler Politikprozesse, wie den Masterplan Güterverkehr und Logistik und aktuell die Revision der EU-Wegekostenrichtlinie.