Sie befinden sich hier:

Schwarzbuch Wald – Deutschlands Forstwirtschaft auf dem Holzweg

Naturnahe Laubwälder - insbesondere Buchenwälder - sind hierzulande das flächenmäßig bedeutendste Naturerbe, das es zu schützen gilt. Nur 0,5 Prozent der Wälder werden nicht forstlich genutzt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind durch die Waldwirtschaft gefährdet oder gar bereits ausgestorben. Wie naturschutzfreundlich geht die Forstwirtschaft mit den übrigen 99,5 Prozent Waldfläche um? Der BUND hat nachgeforscht und dokumentiert die erschreckenden Ergebnisse im neuen Schwarzbuch Wald. Mehr…

Aktuell: Novelle Bundeswaldgesetz – zehn Forderungen des BUND

Laut Koalitionsvertrag haben sich CDU/CSU und SPD verpflichtet, das Bundeswaldgesetz noch in dieser Legislaturperiode zu novellieren. Das ist dringend nötig, denn das Gesetz aus den 70er Jahren ist veraltet. Es enthält keine ökologisch nachhaltigen Vorgaben für eine naturnahe Waldbewirtschaftung und die gute fachliche Praxis. Der BUND fordert ein modernes Waldgesetz, das den Lebensraum und seine Artenvielfalt ausreichend schützt. Mehr... 

Wunde(r) Wald

In vielen Sprachen bedient man sich des deutschen Worts "Waldsterben", weil man kein eigenes hat. Ob die Sorge um den Wald ein Ausdruck des besonders emotionalen Verhältnisses der Deutschen zu ihrem Wald ist?

Fichtenwald, Foto: C. Ruhland, aboutpixel.de

Vor ein paar Jahrhunderten war Deutschland noch großräumig von Wald bedeckt. Heute steht es um diesen Lebensraum nicht besonders gut. Krank sind die Wälder Deutschlands. Und nach wie vor von der wirtschaftlichen Nutzung bedroht. Dabei stellen naturnahe Wälder die Grundlage für das Vorkommen von über 30.000 Arten dar. Das entspricht 90 Prozent unserer heimischen Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen. Der Waldzustandsbericht der Bundesregierung stellt für 2007 fest, dass zwei Drittel des Waldes "sichtbar geschädigt" sind. Rund 25 Prozent der Bäume sind sogar schwer geschädigt. Schadstoffe aus der Luft und versauerte Böden setzen dem Wald zu. Der Klimawandel hinterlässt seine Spuren und der Run auf erneuerbare Energien intensiviert den Einschlag von Holz und die Nutzung von Rest- und Totholz. Damit ist der Nährstoffkreislauf im Wald zerstört und wichtige Unterschlüpfe einheimischer Tiere gehen verloren. Wenn die Biomasse Wald weiter schwindet, reduziert sich außerdem der CO2-Speicher, der in Zeiten des unaufhaltsamen Klimawandels von besonderer Bedeutung ist.

Die Bundesregierung und die Länder müssen endlich das Waldsterben aufhalten und für eine umweltschonende und nachhaltige Waldwirtschaft sorgen. Der Wald ist mehr als ein Forst, der sich ökonomisch ausnutzen lässt. Eine verantwortungsvolle Waldpolitik unterstützt naturnahe Mischwälder und weist Schutzgebiete aus. Zukunftsfähige Konzepte müssen umgesetzt und wirtschaftlich ungenutzte Waldflächen geschaffen werden, damit unser Wald einen intakten Lebensraum für Tiere, Pflanzen und uns Menschen bietet. Dem rasanten Artenschwund muss Einhalt geboten werden. Besonders die Buchenwälder, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, brauchen einen angemessenen Schutz. Davon profitieren wir und nachfolgende Generationen. Um eine naturnahe Forstwirtschaft hier und anderswo zu sichern, bedarf es eines überzeugenden Kontrollsystems. Das Forest Stewardship Council (FSC) setzt weltweit einen sehr guten Umweltstandard für die naturnahe Nutzung von Holz.



Suche

Metanavigation: