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Unfälle in Deutschland

Am 4. Mai 1986 führte im AKW Hamm-Uentrop der Stau in einem Zuleitungsrohr zum Austritt von stark radioaktiv belastetem Helium. Die Strahlenbelastung in der Umgebung stieg auf das Vierfache der durch die Wolke von Tschernobyl verursachen Radioaktivität. Es wurde nicht untersucht, ob Krebs- und anderer Krankheitsfälle zugenommen haben.

Am 16.12. 1987 kam es in Biblis A beinahe zu einer nuklearen Katastrophe. Durch ein Leck in einem Ventil gingen hohe Mengen von Kühlmittel verloren. Nur durch Glück konnte der Unfall noch beherrscht werden. Der Störfall ereignete sich, als die Ingenieure nach einer unplanmäßigen viertägigen Abschaltung den Reaktor wieder anfahren wollten. Drei Arbeitsschichten lang übersah die Betriebsmannschaft, dass das Ventil nicht ordnungsgemäß schloss. Die Automatik konnte das Problem nicht erkennen. Durch das Leck traten insgesamt 107 Liter radioaktives Kühlwasser aus, bevor die Anlage heruntergefahren wurde und so eine Katastrophe verhindert werden konnte. Das Auslaufen von Kühlwasser kann zu einer Kernschmelze führen. Dies ist einer der schwersten Störfälle, die sich bisher in einem deutschen Atomkraftwerk ereignet haben.

Am 14. Dezember 2001 explodierte im AKW Brunsbüttel ein Wasserrohr im Sicherheitsbehälter. Bei der drei Tage später informierten Landesaufsichtsbehörde kamen Zweifel an der Darstellung des Betreibers auf, es handle sich bei dem Zwischenfall um eine "spontane Dichtungsleckage". Erst nach zweimonatigem Tauziehen war der Betreiber schließlich bereit, den Reaktor für eine Inspektion herunterzufahren. Als Ursache der "Leckage" wurde schließlich eine Wasserstoffexplosion vermutet – ein im Sicherheitskonzept der Anlage nicht vorgesehener Fall. Hätte die Explosion nur wenige Meter verschoben stattgefunden, wäre nach Einschätzung des Umweltinstituts München ein Kühlmittelverlust wahrscheinlich gewesen. Solche Kühlmittelstörfälle können letztlich einen Super-GAU auslösen.

Am 28. Juni 2007 ereignete sich im AKW Brunsbüttel ein Kurzschluss, in dessen Folge das AKW heruntergefahren wurde. Dadurch kam es zu massiven Stromschwankungen im norddeutschen Netz und in der Stadt Hamburg teilweise zu Stromausfällen. Möglicherweise als Folge dieser Netzschwankungen kam es am Abend des 28. Juni zu einem Brand in einem Transformator des AKW Krümmel. Dieser Brand konnte erst nach vielen Stunden gelöscht werden. Das Atomkraftwerk wurde per Schnellabschaltung vom Netz genommen.

Vattenfall erklärte noch am Abend, dass der Brand in dem Transformator keine Auswirkungen auf das eigentliche Reaktorgebäude gehabt hätte. Zwar werden schnell Stimmen laut, die dies bezweifeln, dennoch bleibt Vattenfall auch auf Nachfragen bei seiner Darstellung. Erst am Abend des 3. Juli räumt Vattenfall ein, dass es durch unplanmäßiges Öffnen zweier Sicherheits- und Entlastungsventile und durch den unplanmäßigen Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen zu einem schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter gekommen ist.



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Foto: eyewire / fotolia.com

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